Mary Robinson wuchs als Waisenkind in einem Kloster auf, wo sie als Krankenschwester ausgebildet wurde. Sie tritt eine Stelle beim eigensinnigen alten Lord Rowlstone an, der ihr fast täglich mit Entlassung droht. Als der Lord auf eine Ausgrabungsreise nach Ägypten besteht, begleitet sie ihn, doch dort verschwindet er spurlos. Um so größer ist die Überraschung, als Mary erfährt, dass sie und der uneheliche Sohn des Lords, John Cooper, gemeinsam das stattliche Anwesen nebst Butler geerbt haben. Zunächst widerwillig beschließen beide, das Verschwinden des Lords gemeinsam aufzuklären.
Das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert kann man sicher als den Geburtszeitraum des Cosy Crime bezeichnen. Vielleicht ist das der Grund, wieso auch heute verfasste Geschichten dieses Genres oft besonders authentisch wirken, wenn die Handlung in dieser Zeit angesiedelt ist. Das trifft auch auf die mit diesem Band beginnende Reihe von Chris Chambers zu.
Als Protagonisten stellt er die junge Krankenschwester Mary Robinson sowie den Abenteurer und Kleinganoven John Cooper in den Fokus. Beide Charaktere werden dabei gegensätzlich dargestellt. Dass sie sich trotzdem schließlich näherkommen, dürfte den geübten Leser solcher Geschichten kaum überraschen. Von einer Romanze sind beide bisher allerdings noch weit entfernt.
Was die Ermittlungen zum Tod des Lords angeht, erfüllen sie die Erwartungen, die der Leser ans Cosy-Crime-Genre hat. Was man dem Buch nur eingeschränkt vorwerfen kann, da es sich bei modernen Stoffen mit dieser Handlungszeit (hier 1894) weitgehend eingebürgert hat, ist, dass viele Charaktere für diese Zeit eigentlich viel zu moderne Ansichten haben. Doch das ist man als Leser längst gewohnt. Die Story funktioniert sehr gut, sodass man gespannt sein darf, was uns in dieser Reihe noch erwartet.