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Das geheimnisvolle Mädchen von Peter Straub

Rezension von Christel Scheja

 

Peter Straub ist den meisten Lesern sicherlich durch seine Mystery und Horror-Romane und als Mit-Autor von Stephen King bei „Der Talisman“ und „Das Schwarze Haus“ bekannt. Hier präsentiert der Pavillion-Verlag, ein Ableger des Heyne-Verlages jedoch eines seiner Frühwerke. „Das geheimnisvolle Mädchen“ kommt ohne phantastische Elemente aus.

 

Im Jahre 1969 kehrt der in Paris lebende Elliott Denmark mit seiner Frau Vera in seinen Heimatort Plechette City im südlichen Wisconsin zurück, um die Eltern zu besuchen und seiner Lebensgefährtin zu zeigen, wie und wo er aufgewachsen ist. Denn auch er hat in den Jahren, in denen er in der Ferne studierte und als Musiker oder Komponist arbeitete, seine Wurzeln fast vergessen.

Der Besuch wird sehr schnell zu einer Reise in die Vergangenheit, denn die Familie Denmark gehört zu den bekanntesten Bewohnern der Stadt und ihre Geschichte ist eng mit lokalen Ereignissen verbunden. Auch in der Zeit, in der er nicht da war. Aber das Leben ist auch für die anderen weiter gegangen.

Nicht nur alte Freunde und die Nachbarn lassen sich wieder sehen und sind neugierig auf seine Erlebnisse, so wie sie ihm erzählen, was alles in der Stadt passiert ist – Elliot zieht es auch zu dem Haus, in dem einmal seine damalige Freundin Anita Kellermann gelebt hat. Dort hält sich allerdings nur ein grausam verstümmeltes Mädchen auf, zu dem sich Elliot seltsam hingezogen fühlt. Es fragt sich nur warum? Welches Geheimnis verbindet sie mit ihm? Und wie kann er das herausfinden? Wissen die anderen vielleicht mehr darüber?

Elliot ist ratlos, denn einerseits möchte er nicht, dass die damalige Affäre in der Stadt bekannt wird, andererseits nagt die Ungewissheit an ihm. Er muss sich nun entscheiden, was er tun will und auf wessen Kosten.

 

Wer einen spannenden Thriller oder Mystery-Roman erwartet hat, könnte bitter enttäuscht werden. Es passiert rein gar nichts in diesem Buch. Elliot Denmark begegnet vielen Leuten, mit denen er sich unterhält und austauscht, so dass man Stück für Stück mehr von seiner Vergangenheit erfährt.

Aber dass diese sonderlich aufregend ist, kann man leider nicht sagen. Peter Straub mag zwar mit dem Buch das Lebensgefühl der Fünfziger und Sechziger wiedergeben, mehr aber nicht. Und das alles wird noch so quälend langweilig erzählt, dass man ständig versucht ist, das Buch beiseitezulegen und nicht mehr anzurühren. Auch die Hoffnung, dass am Ende noch etwas Überraschendes passiert, wird enttäuscht.

 

„Das geheimnisvolle Mädchen“ ist damit eher ein Albtraum für den Leser – nicht für die Figur, wie der Klappentext behauptet – und wer von Straub nicht enttäuscht werden will, sollte die Finger vom Roman lassen.

Eure Meinung:

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Das geheimnisvolle Mädchen

Autor: Peter Straub

Taschenbuch – 348 Seiten

Paqvillion , erschienen 04/2006

ISBN 3-453-77131-1

Übersetzung aus dem Englischen von Joachim Körber

Titelfoto von Mark Tomalty

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.07.2006, zuletzt aktualisiert: 01.08.2021 09:52