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Das Gesetz der Jagd von John Lescroart

Rezension von Heike Rau

 

Wyatt Hunt arbeitet als Sozialarbeiter. Nun, nach acht Jahren, soll er in die administrative Ebene aufsteigen, obwohl er sich nicht darum beworben hat. Er lehnt ab und wird von Vizedirektor Wilson Mayhew ohne Gehaltserhöhung zu einem Schreibtisch-Job verdonnert. Hunt soll offensichtlich zur Kündigung getrieben werden, doch er sitzt die Sache aus. So entspinnt Mayhew eine Intrige, an deren Ende Hunt als Schuldiger dasteht. Da er einen Verweis nicht akzeptieren will, ist er seinen Job los.

 

Zunächst hält sich Hunt, den keine Geldsorgen plagen, mit viel Sport bei Laune. Dann bekommt er einen interessanten Anruf von einer befreundeten Anwältin, Amy Wu. Es geht um Wilson Mayhew. Die Anwältin vermutet, dass Mayhew seine Berufsunfähigkeitsrente zu Unrecht erhält. Er hat vorgegeben unter Rückenschmerzen zu leiden. Die Anspruchsberechtigung soll nun geprüft werden. Amy Wu braucht einen Beweis, dass Mayhew Betrugsabsichten verfolgt. Hunt soll etwas Eindeutiges finden.

 

Da Hunt aus nachvollziehbaren Gründen besonders motiviert ist, geht er die Sache mit Feuereifer an. Er lockt Mayhew mit einem Trick aus dem Häuschen, nur um ihn dann mit der Videokamera beim Reifenwechsel zu filmen. Mayhew zeigt keine Anzeichen eines Rückenleidens. Hunt hat also diesen Job an nur einem Tag erledigt. Damit ist seine der Grundstein für seine Karriere als Privatdetektiv gelegt. Seine Privatdetektei nennt er „The Hunt Club“. Nach einer Anlaufzeit hat er vier feste und fünf freie Mitarbeiter, alles Freunde und Spezialisten, auf die er sich im Falle eines Falles hundertprozentig verlassen kann.

 

Als George Palmer, ein Bundesrichter, und mit ihm eine unbekannte Frau ermordet aufgefunden werden, interessiert das natürlich auch den Hunt Club. Besonders als die Frau verschwindet, für die Hunt sich gerade zu interessieren beginnt, greift er ein. Bei der Vermissten handelt es sich um Andrea Parisi, einer bekannten Anwältin und Fernsehexpertin bei Gerichts-TV. Es zeigt sich keine Spur von ihr. Doch die Hinweise verdichten sich, dass sie an einer ganz heißen Story dran war. Der Verdacht im Mord an George Palmer und seiner Geliebten Stacy Rosalier, einer Kellnerin, richtet sich fast sofort gegen die Ehefrau. Es sieht nach einem Verbrechen aus Leidenschaft aus. Doch so einfach ist es nicht.

 

„Das Gesetzt der Jagd“ ist insgesamt gesehen ein gelungener Krimi. Bevor der Thriller beginnt, wird geschildert, wie Hunt Privatdetektiv geworden ist. Schon dass ist sehr spannend. Die Szene als Hunt Mayhew überführt, ist zudem sehr witzig. Hunt geht dieser Humor in seiner Tätigkeit als Privatdetektiv aber verloren, was wirklich schade ist. Die Geschichte geht also völlig unerwartet in einen anderen Schreibstil über.

Der eigentliche Fall ist sehr verwickelt und undurchschaubar. Was zunächst wenig spektakulär wirkt, wird bald sehr kompliziert und vielschichtig. Nichts entwickelt sich so, wie man erwarten könnte. Nach und nach offenbart der Autor einen Puzzlestein nach dem anderen und in diesem Maße steigt auch die Spannung bis hin zu einem furiosen Ende.

Interessant sind die Helden des Buches. Hunt selbst und auch die sehr unterschiedlichen Ermittler des Clubs. Nur durch die Zusammenarbeit gelingt es, den Fall zu lösen. Das sorgt für Glaubwürdigkeit. Für den Fall brauchen die Clubmitglieder ihr ganzes Wissen und müssen zeigen, was sie können. Dabei müssen sie, so wie man es erwartet, auch ihr Leben aufs Spiel setzten.

 

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Das Gesetz der Jagd

Autor: John Lescroart

Aus dem Amerikanischen von Karsten Singelmann

Heyne

März 06

544 Seiten, gebunden, 19,95 Euro

ISBN: 3453028694

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 29.03.2006, zuletzt aktualisiert: 31.05.2019 18:27