Das Grauen von Dunwich (Autor: Howard Phillips Lovecraft; Gruselkabinett 197)
 
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Das Grauen von Dunwich von Howard Phillips Lovecraft

Reihe: Gruselkabinett Folge 197

Hörspiel

 

Rezension von Cronn

 

Die Reihe Gruselkabinett umfasst nahezu 200 Titel und hat schon des Öfteren Werke von berühmten Autoren adaptiert. Dabei sticht ein Name immer wieder mal hervor: Howard Phillips Lovecraft.

Das erste Werk von Titania Medien, das ich rezensieren durfte, war die gleichnamige Umsetzung von Der Tempel (The Temple) aus dem Jahr 1920, was als Folge 39 erschien. Bereits diese Adaption war sehr gelungen, doch die neueste Folge übertrifft sie nochmals um Längen.

Das Grauen von Dunwich ist die Reihennummer 197. Das Originalwerk stammt aus dem Jahr 1929 und zeichnet sich durch seine Novellenlänge ebenso aus, wie durch eine bedrückende Atmosphäre des kosmischen Grauens. Auch wenn sie bei heutiger Lektüre viel Trash-Faktor enthält (Stichwort: Tentakelmonster), ist sie dennoch ein gutes Beispiel dafür, wie man als Autor gekonnt durch die Nennung fiktiver Bücher und Vermischung mit realen Orten und Büchern eine Atmosphäre der Unsicherheit und Verstörung hervorruft. Lovecraft hat sich somit als einer der ersten Autoren von Weltrang die Funktionsmechanismen von Verschwörungstheorien zu eigen gemacht, ohne diese ins reale Leben projizieren zu wollen. Auch bei »Das Grauen von Dunwich« taucht sein fiktives Buch Necronomicon wieder auf, das ebenso bei weiteren seiner Storys eine wichtige Rolle hat. Die überzeugende Schreibe von Lovecraft hat dazu geführt, dass noch heute Menschen in US-Bibliotheken nach dem Originalbuch suchen, wovon es im Internet sogar fiktive Abschriften zu kaufen gibt.

 

Doch worum geht es bei »Das Grauen von Dunwich« überhaupt? Eine Inhaltsangabe von Titania Medien klärt auf.

Verlagsinfo

Dunwich, Massachusetts, Anfang des 20. Jahrhunderts: Welches dunkle Geheimnis verbirgt die Familie Whateley, deren Oberhaupt als Hexer verschrien ist? Als der neugeborene Wilbur Whateley unnatürlich schnell wächst, seine Mutter auf mysteriöse Weise verschwindet und seltsame Bautätigkeiten die Dorfbewohner irritieren, wird immer deutlicher, dass in Dunwich etwas Unheimliches vor sich geht …

Kritik

Diese Inhaltsangabe soll so stehen bleiben, damit sich der Hörer selbst ein Bild von den fiktiven Ereignissen machen kann. Viele von Lovecrafts Storys sind wie Zwiebeln aufgebaut, führen Schicht für Schicht tiefer hinein in den Kern des Grauens, bis am Ende die Erzählung im Kern des Horrors kulminiert. So ist es auch bei »Das Grauen von Dunwich«.

 

Um die Adaption würdigen zu können, habe ich das Hörspiel mit dem Originaltext verglichen. Lovecrafts Text ist vor allen Dingen ein Erzählerbericht, sprich, es kommen kaum Dialoge oder Monologe vor. Daher ist es eine umso stärker zu würdigende Leistung des Teams rund um Marc Gruppe, dass die Adaption in ein Hörspiel sich kreativ damit auseinandergesetzt und neue Wege gefunden hat, die Story umzuformen ohne das Original zu verletzen.

 

Marc Gruppe gelingt es, indem er die Bibliothekare der Miskatonic-Universität zu Sprechern macht und dazu noch Szenen aus dem Gemischtwarenladen von Dunwich, sowie Szenen im Haus der Whateleys und Telefongespräche mischt. Ganz am Ende sind dann noch Szenen erlebbar, die direkt in der Umgebung der Farm spielen und mit Dialogen, Soundeffekten geradezu cineastisch wirken.

 

Das Zusammenspiel von Musik, Sound und Sprechern in diesem gelungenen Rahmen führt dazu, dass dieses Hörspiel eine herausragende Stellung innerhalb des bislang veröffentlichten Werkkatalogs der Reihe bildet.

 

Auch die Sprecher leisten einen sehr gelungenen Beitrag. Ganz besonders soll der Sprecher von Wilbur Whateley Erwähnung finden. Julian Tennstedt hat für diesen Charakter eine eigene Stimme gefunden, die beim Hören klar ersichtlich macht, welchen inneren Drang Wilbur verspürt und wie andersartig er als Wesen ist. Das ist wahrlich eine sehr gelungene Leistung, die extra aufgeführt werden sollte.

Fazit

»Das Grauen von Dunwich« ist ein grandioses Hörspiel, das in seiner Adaption kreative Wege geht, ohne das Original allzu sehr zu beschneiden oder dessen Werkinhalt zu verfälschen. Diese kreative Werktreue führt dazu, dass diese Adaption als hervorragend gelungen bezeichnet werden kann. Chapeau, Titania! Weiter so!

Sprecher·innen

Dr. Armitage: Thomas BalouMartin

Prof. Rice: Bert Stevens

Dr. Morgan: Peter Lontzek

Der alte Whateley: Axel Lutter

Lavinia Whateley: Marie Bierstedt

Wilbur Whateley: Joachim Tennstedt

Mamie Bishop: Alexandra Lange

Mrs. Osborne: Regina Lemnitz

Mrs. Corey: Philine Peters-Arnolds

Sally Sawyer: Kristine Walther

Selina Frye: Sigrid Burkholder

Earl Sawyer: Christoph Jablonka

Zeb Whateley: Claus Thull-Emden

Sam Hutchins: Sascha von Zambelly

Zechariah Whateley: Lutz Reichert

Sarah Dale: Uschi Hugo

Reverend Hoadley: Bodo Primus

Dr. Houghton: Bene Gutjan

Luther Brown: Marc Gruppe

Säugling: Marlene Bosenius

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Hörspiel:

Das Grauen von Dunwich

Reihe: Gruselkabinett Folge 197

Original: The Dunwich Horror, 1929

Autor: H.  P. Lovecraft

Spieldauer: ca. 75 Minuten

Umfang: 1 CD

Buch: Marc Gruppe

Produktion und Regie: Stephan Bosenius und Marc Gruppe

Cover: Bastien Ephonsus

Layout: Doreen Enderlein

Titania Medien, 27.03.2026

 

ISBN-10: 3785787979

ISBN-13: 9783785787977

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 07.05.2026, zuletzt aktualisiert: 07.05.2026 13:50, 26269