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Das Greifenopfer von Thomas Finn

Reihe: Das Schwarze Auge

Rezension von Ramona Schroller

 

Klappentext:

Dreizehn Jahre sind vergangen, seit die Orks zu Tausenden Tod und nacktes Grauen über die Städte der Menschen brachten. Als der junge Greifwin ins tributpflichtige Lowangen zurückkehrt, um das Erbe des Vaters anzutreten, stößt er auf ein Netz aus Mord, Hörigkeit und Intrige.

 

Welche Gier und welche Schuld schmieden Orks und Menschen aneinander? Und welches unsägliche Geheimnis birgt die Stadt am Svellt?

 

Inhalt:

Eigentlich ist in Lowangen Ruhe eingekehrt. Die Stadt wurde zwar tributpflichtig den Orks gegenüber, hat sich aber im Großen und Ganzen ihre Eigenständigkeit erhalten. Da taucht der junge Greifwin auf, der sich als Sohn eines, während der Orkinvasion getöteten, Kaufmanns ausgibt und will sein Erbe antreten - ein Erbe, das seit Jahren schon aufgelöst wurde. Kurz darauf verschwinden einige Gemälde, die früher einmal eben jenem Kaufmann gehörten.

 

Für Marla, die junge Halfelfe und Adeptin der Lowanger Akademie, ist klar, daß Greifwin nicht der ist, für den er sich ausgibt. Doch welches Rätsel bergen die Bilder, die er offensichtlich gestohlen hat?

 

Marla macht sich auf die Suche nach dem Dieb - und wird in ein viel größeres Spiel um Macht hineingezogen. Und letztendlich muß sie erkennen, daß auch unbedeutende Wesen wie sie die Geschichte Aventuriens verändern können ...

 

Rezension:

„Das Greifenopfer„ war einer der Romane, die bereits unter der Heyne-Flagge liefen, dann aber, mit dem Verkauf des Verlages und dem Ablauf der Lizenzen, an FanPro zurückgegeben wurden. Schon seit Einstellung der Reihe geisterte das Gerücht durch die Szene, daß einige dieser Romane noch einmal aufgelegt werden sollten. Wollen wir hoffen, daß dies nicht nur ein magerer Einzelgänger bleibt ...

 

Thomas Finn schrieb diesen Roman, ein Autor, der gut bekannt sein dürfte durch seine neuen Projekte, sowie auch durch seine Mitarbeit bei FanPro. „Das Greifenopfer„ war, meines Wissens, sein erster Roman in der DSA-Reihe.

 

Was Finn da beschreibt, hat tatsächlich sehr viel von einem Rollenspiel. Und dies bezieht sich nicht nur auf Greifwins erlauschte Würfelspiele Phexens. Immer wieder überkam mich das Gefühl, Beobachterin in einer Session zu sein. An sich nur bedingt negativ, eher für Nichtrollenspieler etwas nervend.

 

Finns Figuren scheinen mir recht unmotiviert - zumindest an gewissen Stellen. Ihre Charakterisierung geht nicht über das Mindestmaß eines Archetyps hinaus. Die magisch begabte Halbelfe, der klevere, aufbrausende Dieb und der etwas trottelige Troll. Wobei gerade die Figur Krallulatsch viel Sympathie von mir erntete. Allerdings ist sie auch die, die am meisten Konzentration verlangt. Während die Orks nämlich ganz normal mit Menschen sprechen können, scheint dies den Trollen vollkommen abzugehen. Dabei frage ich mich, ob es nicht umgekehrter besser gewesen wäre, immerhin erscheinen mir die Trolle als zivilisierter als Orks zu sein. Hier hätte man die wörtliche Rede etwas abwandeln können, ohne daß der Leser jeden Satz fünfmal lesen muß, um zu verstehen, was Krallulatsch da gerade gesagt hat.

 

Gegen Ende scheint es, als überschlagen die Ereignisse sich - es scheint nicht nur so, es ist so. Gut, es passiert viel in dem Megalithbau der Trolle, noch dazu vieles auf einmal. Dennoch ist es schade und viel zu viel Potenzial wurde einfach weggeworfen. Ein wenig weniger überschlagen, dafür mehr erzählen, das wäre hier vonnöten gewesen.

 

Alles in allem ein durchschnittlicher DSA-Roman. Diesmal paßt zumindest das Cover, dies muß ich noch anmerken. Wem dieses Buch noch in seiner Sammlung fehlt, der sollte es nicht missen, Rollenspieler werden wahrscheinlich viel von sich selbst wiederfinden, Nichtrollenspieler dagegen sollten dieses Buch als kleinen Happen zwischendurch betrachten.

 

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Hinweis:

Mit freundlicher Unterstützung von Fantasy Productions GmbH,

www.fanpro.com und www.f-shop.de

Eure Meinung:

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Christian
Dienstag, 31. Januar 2006 08:39 Uhr
Das Buch ist keineswegs durchschnittlich. Zwar hat es ein Probleme mit der Charakterisierung, bietet aber ansonsten eine spannende Handlung am Rande der offiziellen DSA-Geschichte.

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Das Greifenopfer

Autor: Thomas Finn

Reihe: Das Schwarze Auge

FanPro, Erftstadt

331 Seiten

ISBN: 3890645445

Erhältlich bei: Amazon

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Das Schwarze Auge

Weitere Infos:


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Erstellt: 31.10.2005, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13