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Das Herz des Bösen von Joy Fielding

Rezension von Christel Scheja

 

Die 1945 in Kanada geborene Autorin Joy Fielding gehört seit Jahren zu den unbestrittenen Bestseller-Autorinnen im Bereich des Psychothrillers. Heute lebt sie mit ihrer Familie abwechselnd in Toronto und Florida. Wie in ihren anderen Büchern stehen auch in ihrem neusten Werk „Das Herz des Bösen“ ganz normale Menschen im Mittelpunkt der Geschichte und kämpfen zugleich mit privaten Problemen.

 

Zwar ist sie versorgt, aber Valerie Rowe fühlt sich nicht gerade glücklich, denn sie lebt in Scheidung. Ihr Mann hat sich für eine viel jüngere Frau entschieden und will sie nach Ablauf der Trennungsfristen auch heiraten. Zudem steckt ihre sechzehnjährige Tochter Brianne nun voll in der Pubertät und macht ihr das Leben zusätzlich schwer.

Nun soll sie für ein Wochenende Luft holen können, denn das Mädchen soll dieses mit ihrem Vater und dessen zukünftiger Frau verbringen. Es kommt jedoch anders als gedacht, denn plötzlich kommen ihrem Mann dringende Termine dazwischen und sie hängt unversehens mit ihrer Tochter, ihren Freunden und ihrer Rivalin Jennifer mitten in der tiefsten Provinz fest.

Die Nachricht, dass dort in letzter Zeit mehrere ältere Ehepaare, die ihren Lebensabend in romantischer Natur verbringen wollten, grausam ermordet wurden, interessiert sie eher weniger, denn die Situation wird immer vertrackter, stellt sich Brianne doch nur noch mehr quer. Zudem wird sie gezwungen, sich mehr mit Jennifer zu beschäftigen, als ihr lieb ist.

Dann verschwindet Brianne plötzlich im Wald, weil sie sich nicht an Vereinbarungen halten wollte und lieber mit Jungs zusammen war.

Der letzte Kontakt zu ihr lässt übles erahnen und schlägt einen Bogen zu den Ereignissen, die die Gegend vor nicht allzu langer Zeit erschüttert haben.

 

„Das Herz des Bösen“ wartet schon am Anfang mit einem Schockeffekt auf und hält mit der Identität der Mörder nicht hinter dem Berg, auch wenn man zunächst nicht viel über sie erfährt. Dann jedoch schwenkt der Roman zu einer Geschichte über, die man auch in vielen Gesellschaft- oder Frauenschicksalsroman wiederfinden kann.

Ausführlich schildert Joy Fielding, wie sich Valerie mit der Situation abzufinden versucht, auch wenn alles ihr ziemlich an die Substanz geht. Im Verlauf des Buches erfährt man auch mehr über Brianne und selbst Jennifer bleibt nicht nur die böse Rivalin sondern wird durch den entsprechenden Hintergrund ebenfalls sehr sympathisch.

Sie bilden einen krassen Gegensatz zu dem mörderischen Pärchen, dass immer wieder seinen Auftritt hat. Mehr als die Hälfte des Buches vergeht allerdings mit dem Geplänkel zwischen Valerie und ihrer Rivalin oder der eigenen Tochter. Auch die Freunde mischen sich gelegentlich ein, wenngleich auch nicht immer zum Guten, Immerhin beginnt sich nach und nach das Grauen einzuschleichen.

Für richtige Spannung ist es jedoch schon zu spät, denn die Täter bleiben weiterhin sehr blass und schemenhaft, entwickeln kein richtiges Profil, die Geheimnisse und Intrigen lösen sich immer dann auf, wenn es darum geht, das Leben und die Beziehungen von Jennifer, Valerie und Brianne wieder halbwegs ins Lot zu bringen.

 

So entpuppt sich „Das Herz des Bösen“ als verkappter Gesellschaftsroman, der sich in erster Linie mit Familienproblemen beschäftigt. Die blutigen Schockeffekte können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Krimi- und Thriller-Elemente im Hintergrund bleiben und damit auch die Spannung eher gering bleibt.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Das Herz des Bösen

Autorin: Joy Fielding

Goldmann, erschienen August 2012

Gebunden, 384 Seiten

Übersetzung von Christian Lutze

Titelbild von Marc Owen

ISBN-10: 3442312701

ISBN-13: 978-3442312702

Erhältlich bei: Amazon

Kindle Edition

ASIN: B0083LT3ZQ

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 01.01.2013, zuletzt aktualisiert: 31.05.2019 18:27