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Das Herz des Kriegers von Guido Krain

Reihe: O.R.I.O.N. Space Opera Band 3

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Die Erkenntnis, dass es nicht mehr schlimmer kommen kann, macht das Schicksal zuweilen erfinderisch.

Auch für eine erfahrene Besatzung ist es ein Abenteuer, mit seinem Raumschiff hunderte von Lichtjahren von Zuhause entfernt festzusitzen. Richtig unerfreulich wird es erst, wenn nicht nur jeder Kontakt nach Hause unmöglich ist, sondern auch jeder Rettungsversuch nur zu einem weiteren festsitzenden Raumschiff führen würde. Der Gipfel ist jedoch erreicht, wenn die einzig mögliche Hilfe von einem Todfeind kommen könnte, der Menschen als Haustiere hält und gegen den man wenige Tage zuvor noch um sein Leben kämpfen musste.

Für einen alten Krieger wird die Reise jedoch zu mehr als nur einem Abenteuer. Für ihn wird sie zu einer Irrfahrt in die Tiefen der eigenen Seele.

 

Rezension:

Die Space Opera O.R.I.O.N. geht in die dritte Runde. Autor und Chefkonstrukteur Guido Krain setzt in ihr seine Geschichte fort, die er in Band 2, Der brennende Rabe, recht dramatisch begann.

Das Schicksal der Daisychain ist zunächst ungewiss. Dafür gelangen Lorn, Pali und Raven in ihrem Rettungsboot in die Raumanomalie. Als Lorn wieder zu sich kommt, sind die Mädchen verschwunden, dafür aber wird er von zwei verschleierten Aliens und einer Menschenfrau begutachtet. In einem seltsamen Gespräch stellt sich heraus, dass er durch einen Berührungspunkt zweier Universen geflogen ist und sich nun im Besitz einer hochrangigen Thauleen, wie sich die Aliens nennen, befindet. Und Besitz meint etwas, das Lorn gar nicht gefällt, zumal er Schlimmstes für Pali, Raven und die anderen vermissten Crew-Mitglieder der Daisychain befürchtet.

Doch seine Herrin hat ganz spezielle Pläne mit ihm. Seine Fähigkeiten als Krieger haben es ihr mehr als angetan und so weckt sie in Lorn die Sucht nach Kampf und Anerkennung durch Blutvergießen. Eine dunkle Seite im Charakter des Zweihundertjährigen gewinnt langsam die Oberhand. Will er überhaupt noch das Versprechen erfüllen, Pali und die anderen aus der Sklaverei zu retten?

 

Lorn Chambers steht breitbeinig im Mittelpunkt des Romanes. Als Ich-Erzähler darf er nicht nur erneut seine amüsanten Zwiegespräche mit Lynx, seiner Kmpf-KI führen, wir erleben auch hautnah seinen inneren Kampf. Eigentlich sind es sogar mehrere Kämpfe. Zum einen muss er erkennen, dass die implantierte Freude am Kampf sich nicht so leicht unterdrücken lässt, wie er will. Ganz besonders, wenn damit sein zweites Problem verknüpft ist: Pali.

Gänzlich vorbei ist die Zeit, da er sich Gewissenbisse bezüglich der angeblichen Kapitäns-Freundin macht. Doch mit dem Spaß am Ausleben seiner dunklen Kriegerseite wird auch seine Libido mächtiger. Nur allzu gern lässt er sich Frauen für einen erfolgreichen Kampf bezahlen. Gleichzeitig empfindet er Gefallen daran, für seine Herrin zu kämpfen und er beginnt sich zu fragen, ob diese Art des Sklavendaseins nicht angenehmer ist, als sich von inkompetenten Vorgesetzten herumschubsen zu lassen. Ein Großteil der Spannungskurve wird von diesem intensiven Kampf getragen.

Guido Krain untermalt diese Selbstfindung weniger psychologisch als deftig. Blut, Sex und Kraftausdrücke ohne Ende pflastern den kurzweiligen Weg des Kriegers.

Daneben verblassen den anderen Figuren, selbst Polaris kann situationsbedingt wenig mehr tun, als um ihren Freund zu bangen und im wahrsten Sinne des Worten unerhörte Wuttiraden von sich zu geben.

So ist der Eindruck vom Schicksal der Frauen insgesamt eher zwiespältig. Allzu leicht gefallen sie sich als Haremsfiguren. Es gibt einige grenzwertige Szenen, die mit explizitem Sex auftrumpfen und durch die Augen Lorns sehen wir Frauen die meiste Zeit als Sexobjekte. Lorn denkt kaum an etwas anderes als an Kampf und Sex. Damit wird er seine Rolle als barbarischer Krieger gerecht, aber leider fallen dadurch auch die weiblichen Rollen sehr primitiv aus, selbst die der Thauleen.

Dabei kreiert Krain eine Alien-Welt, die stark an das frühe Arkon der Perry Rhodan Serie erinnert. Ein uraltes Imperium, technologisch weit überlegen, jedoch am Rande der dekadenten Devolution. Feudale Machtspiele inklusive. Die finale Konfliktlösung fällt dann auch etwas haarig aus.

 

In der Parallelhandlung geht es um das Schicksal der Eos und der von den Aliens gekaperten Daisychain. Kapitän Cody Callahan darf sich erneut als netter Chef beweisen, der militärische Hintergrund verschwimmt immer mehr. Man darf gespannt sein, wie Norma Feye die Figuren im nächsten Band der Reihe aufstellt.

 

Shikomos Illustrationen sind ziemlich statisch ausgefallen, zwar bebildern sie die Kapitel stets inhaltlich passend, wirken aber eher wie Collagen. Auf dem Bild zum Kapitel Falsche Freunde ist durch das faserige Papier und die dunklen Farben fast nicht zu erkennen. Auch im Sinne des Künstlers sollte man hier nach Alternativen suchen, da der Band ansonsten durch seine elegante Aufmachung durchaus punkten kann.

 

Fazit:

Mit der ganz großen Männlichkeitskeule lässt Guido Krain seinen technisch aufgemotzten Berufssoldaten Lorn Chambers in »Das Herz des Kriegers« die innere Dunkelheit ergründen.

Aliens, Sex und rasante Kämpfe – Guido Krain beherrscht die gesamte Palette der Space Opera.

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Buch:

Das Herz des Kriegers

Reihe: O.R.I.O.N. Space Opera 3

Autor: Guido Krain

Cover und Illustrationen: Shikomo

Gebundene Ausgabe, 272 Seiten

Arunya-Verlag, 15. Oktober 2015

 

ISBN-10: 395810004X

ISBN-13: 978-3958100046

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B016WQUS6Q

 

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Weitere Infos:

Serienguide:

O.R.I.O.N. Space Opera

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Erstellt: 12.11.2015, zuletzt aktualisiert: 23.05.2017 19:29