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Das Herz von Veridon von Tim Akers

Rezension von Christel Scheja

 

Der in North-Carolina geborene Tim Akers zog zum Studieren nach Chicago und lebt auch heute noch dort mit seiner Frau. Neben der Pflege von Datenbanken widmet er sich auch dem Schreiben. „Das Herz von Veridon“ ist nicht nur der erste Roman, der in Deutschland erscheint, sondern auch der Auftakt einer ganzen Reihe von Romanen vor einem eigentümlichen Steampunk-Szenario.

 

Schon als Jacob Burns an Bord der „Pracht des Morgens“ geht, einem Zeppelin der Luxusliner-Klasse, hat er ein ungutes Gefühl. Und dieses verstärkt sich auch noch, je mehr er sich seinem Ziel nähert.

Und richtig – das Luftschiff fällt schon bald einem Anschlag zum Opfer, ausgeführt durch einen Passagier der dritten Klasse. Auch wenn Jacob dabei mithilft, den Schaden zu verhindern, auch wenn er kein Pilot ist, so bleibt er doch der einzige Überlebende. Seine Implantate haben ihn gerettet.

Kurz vor dem Absturz hat ihm allerdings noch ein alter, wenn auch eher flüchtiger Bekannter, ein seltsames Artefakt in die Hände gedrückt. Dieses ist nun das Ziel weiterer Angriffe und wird Jacob schließlich auch gestohlen.

Und genau das weckt in dem Spross einer ehemals reichen und adligen Familie das Verlangen, herauszufinden, was eigentlich los ist. Aus diesem Grund besitzt er trotz aller Widerstände in Veridon zu ermitteln und trifft dabei auf eine Verschwörung in die er tiefer verstrickt ist, als er bisher vermutet hat. Denn seine schattenhaften Gegner haben es nun nicht mehr nur auf das Artefakt abgesehen.

 

Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen wählt Tim Akers kein typisch viktorianisches Szenario, sondern bietet eher einen Hintergrund, der nicht leicht einzuordnen ist und sich damit von den für das Genre üblichen Klischees löst. Dennoch ist der Roman waschechte Steamfantasy.

Eine archaisch wirkende Gesellschaft trifft auf halbmechanische Menschen, die nicht durch Operationen, sondern ein besonderes Blut verwandelt werden. Auch wenn es niemals offen gesagt wird, dürfte es sich dabei um geistig beeinflusste Naniten handeln. Vor dem sehr damit sehr ungewohnten Hintergrund entwickelt sich ein Thriller, der es in sich hat. Wie so oft weiß der Held nicht, was eigentlich passiert und gerät in eine Sache, die ihn normalerweise nichts angeht.

Da es dann aber doch persönlich wird, geht er zum Gegenangriff über und muss erkennen, dass auch er für seine Feinde interessant geworden ist, weil seine eigene Familie in die Geschichte verstrickt ist.

Der Roman ist flüssig geschrieben und weist keine Längen auf. Die Spannung wird immer wieder durch neue Hinweise und Andeutungen geschürt, auch wenn erfahrene Leser einige Handlungsmuster wiedererkennen werden. Die Figuren wirken zunächst archetypisch als seien sie aus dem schwarzen Krimis entlehnt, dann bieten sie aber mehr als nur eine Facette ihres Wesens und überraschen einen nicht selten mit ihrem Verhalten. Das Ende ist weitestgehend in sich geschlossen, bietet aber genug Anknüpfungspunkte für die Fortsetzung.

 

Alles in allem ist „Das Herz von Veridon“ ein unterhaltsamer Steampunk-Roman, der vor allem durch den ungewöhnlichen Hintergrund und die nur selten vorhersehbare Geschichte punkten kann.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Das Herz von Veridon

Autor: Tim Akers

Taschenbuch, 350 Seiten

Bastei Lübbe, Juli 2012

Titelbild: Luis Melo

 

ISBN-10: 3404206665

ISBN-13: 978-3404206667

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B007M85X0U

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

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Erstellt: 26.10.2012, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13