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Das Jesusporträt von Craig Smith

Rezension von Chriss Schlicht

 

Rezension:

Der Sklave Theophanes fertigt im Auftrag Pontius Pilatus ein Portrait des zu Tode verurteilten Jesus von Nazareth an, um den Juden eine weitere Demütigung zuzufügen, die keine Bildnisse von Menschen oder Tieren betrachten dürfen. Einmal mehr beweist Pilatus damit seinen Hang zur Grausamkeit, die ihn seit der Übernahme seines Postens als römischer Statthalter auszeichnet. Doch sogar seine Gemahlin Claudia Procula und der treue Zenturio Cornelius wenden sich gegen ihn. Das Bild wird nicht, wie Pilatus es anordnete, vernichtet.

Der zwielichtige Geschäftsmann Julien Corbeau sitzt in seiner Villa in der Schweiz mehr oder minder wie in einem goldenen Käfig, denn in seiner Heimat wird er per Haftbefehl gesucht und schon so mancher Kopfgeldjäger hat schon versucht, ihn zu entführen. Doch Corbeau, der einen Hang zu Okkultismus und schwarzer Magie hat, ist reich genug, sich entsprechende Schutzmaßnahmen zu leisten.

Doch auch der beste Schutz hilft nicht gegen zu allem entschlossene Diebe. Das Pärchen Ethan und Kate bricht in die Villa ein, während Corbeau versucht, sich an die Contessa de Medici heran zu machen, was diese nicht zulässt. Um ein Haar geht dieser Einbruch schief, denn Corbeau durchschaut das gemeldete Ablenkmanöver und kehrt vorzeitig zur Villa zurück. Trotz der Schießerei können Ethan und Kate mit einem bestimmten Gemälde entkommen.

Thomas Malloy, Ex-CIA-Agent und drauf und dran, seine Freundin, eine Künstlerin zu ehelichen, nimmt derweil von seiner Ex-Chefin einen Auftrag an. Nicht ganz ungefährlich und ohne Rückendeckung, aber eigentlich eine harmlose Sache. So scheint es. Er soll für einen bekannten Fernsehprediger ein Bild aus der Schweiz nach Amerika zurück schmuggeln, das dem Prediger angeblich gestohlen und nun zu einem horrenden Preis wieder zum Kauf angeboten wurde.

Ein Treffen mit dem Prediger Richland macht Malloy misstrauisch, vor allem die Beteiligung von Nicole North, einer Millionenerbin, deren Onkel Jonas Starr das Gemälde einst gefunden und dem Prediger einfach geschenkt haben soll. Dennoch nimmt Malloy den Auftrag an – für den entsprechenden Preis. Damit wird er ein einen mörderischen Kampf um die Reliquie gezogen...

 

Und noch ein Versuch, auf den Spuren von Dan Brown und Philipp Vandenberg einen Mysterythriller zu schreiben. Wenig Neues an der Reliquienfront, und so wirkt es, als hätte man Versatzstücke anderer, wohlbekannter Mystery-Bücher zu einem neuen Action-Reißer zusammengefügt.

Undurchschaubar viele Protagonisten, die sehr archetypisch gestrickt sind und damit wenig Identifikationsmöglichkeiten für den Leser bieten, tummeln sich in James-Bond-Manier durch die Handlung. Die Abenteurer, der böse Schwarzmagier, die Gierhälse, die geheimnisvolle Adelige, der abgewrackte Agent im besten Alter – auch das hat man alles schon mal gehabt und bietet nichts außergewöhnliches. Dafür bleiben die Charaktere einfach zu flach.

Handwerklich ist der Roman einwandfrei geschrieben. Die Szenen, die in der Vergangenheit die Entstehung des Gemäldes und den historischen Hintergrund wiedergeben, sind sauber recherchiert und bieten eine glaubwürdige Darstellung der Vergangenheit. Es ist eine ordentliche Verarbeitung von Fakten über Pilatus, die Juden und das Palästina der Römerzeit, damit aber leider auch ziemlich langweilig. Es gelingt dem Autor nicht, aus eben diesen Fakten eine spannende Handlung zu spinnen. Es sind Fakten ohne Fiction.

 

Fazit:

Wer von Mysterythrillern mit derartigem Hintergrund nicht genug bekommen kann, der wird auch Das Jesusportät lieben. So als Appetithappen zwischendurch. Wer etwas Besonderes und tiefschürfendes sucht, ist hier falsch.

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Buch:

Das Jesusporträt

Autor: Craig Smith

Übersetzer: Michael Benthack

Droemer/Knaur, Mai 2008

Taschenbuch, 448 Seiten

 

ISBN-10: 3426639092

ISBN-13: 978-3426639092

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 02.04.2009, zuletzt aktualisiert: 04.02.2019 15:57