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Das kalte Herz von Wilhelm Hauff

Hörspiel

Reihe: Gruselkabinett Folge 159

 

Rezension von Cronn

 

Es gibt Szenen, welche in einem jugendlichen Rezipienten lange Zeit nachwirken. Dazu gehört sicherlich bei einigen Kindern der 80er Jahre, welche die filmische Adaption Das kalte Herz gesehen haben, die berühmte Szene, als die Regalgläser mit den sich darin befindlichen Herzen im Bild waren. Die Szene war an Eindringlichkeit und Unheimlichkeit nur schwer zu toppen für ein Kind. Das dazu gehörende Werk Das kalte Herz stammt von Wilhelm Hauff und wurde 1827 in dem berühmten Band Das Wirtshaus im Spessart eingebunden.

Titania Medien hat daraus eine Hörspieladaption geschaffen, die von Marc Gruppe erdacht wurde. Wie gelungen diese geworden ist, soll die nachfolgende Rezension aufzeigen.

 

Verlagsinfo:

Im Schwarzwald, im frühen 19. Jahrhundert: Der junge Peter Munk hadert mit seinem ärmlichen Dasein als Köhler und begibt sich auf die Suche nach dem sagenumwobenen Schatzhauser, der ihm zu Ruhm und Ehre verhelfen soll. Er ahnt nicht, dass im dunklen Wald längst der diabolische Holländer-Michel auf ihn wartet, der es auf sein Herz abgesehen hat …

 

Kritik:

Der Stoff von »Das kalte Herz« ist über die Jahrhunderte hinweg allzeit aktuell geblieben, da er sich mit allgemein menschlichen Inhalten befasst. Auch die Hörspieladaption enthält im Kern die Botschaft, die im Original enthalten ist. Daher kann diese als werkgetreu bezeichnet werden. Das Kunstmärchen erzielt seine Wirkung auch durch die sehr engagierten Sprecher, die beispielsweise den Wechsel der Stimmungen hervorragend transportieren. Hier muss besonders Jonas Minthe, der Sprecher des Kohlenmunk-Peter gelobt werden. Als Peter sein Herz verliert, ist dies durch den Sprecher auch in der Stimmlage hörbar gemacht worden. Auch Erzähler Peter Weis tritt immer wieder hervor und trägt den Zuhörer durch die Erzählung.

 

Die musikalische Hintergrundmusik ist ebenso sehr gelungen, da sie die Wirkung unterstützt, aber sich niemals in den Vordergrund drängt.

 

Fazit:

»Das kalte Herz« ist eine Werkadaption, die als sehr gelungen zu bezeichnen ist. Mit engagierten Sprechern und einer sauberen Audioproduktion ist »Das kalte Herz« eine der besten Umsetzungen eines Kunstmärchens, die in der Reihe »Gruselkabinett« erschienen ist. Man könnte lediglich monieren, dass der Erscheinungsort »Gruselkabinett« für ein Kunstmärchen nur bedingt geeignet ist. Allerdings kann das entkräftet werden durch das Argument, dass »Das kalte Herz« so sehr von unheimlichen Szenen und dunklen Motiven durchdrungen ist, dass die Platzierung im »Gruselkabinett« durchaus berechtigt ist.

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Eure Meinung:

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Hörspiel:

Das kalte Herz

Reihe: Gruselkabinett Folge 159

Autor: Wilhelm Hauff

Dauer: 94.36 Minuten

Umfang: 1CD

Buch: Marc Gruppe

Produktion & Regie: Stephan Bosenius und Marc Gruppe

Gemischt von: Kazuya c/o Bionic Beats

Mastering: Michael Schwabe, Monoposto

Cover-Illustration: Ertugrul Edirne

Layout: Doreen Enderlein

Titania Medien (Sony Music), 27.03.2020

 

ASIN: 3785781598

 

Erhältlich bei: Amazon

SprecherInnen:

  • Erzähler: Peter Weis
  • Peter Munk: Jonas Minthe
  • Barbara Munk: Regina Lemnitz
  • Schatzhauser: Gudo Hoegel
  • Holländer-Michel: Uli Krohm
  • Alter: Horst Naumann
  • Holzherr und Wirt: Bert Stevens
  • Der dicke Ezechiel: Jean Paul Baeck
  • Tanzbodenkönig: Louis Friedemann Thiele
  • Amtmann Nils Kreutinger
  • Frau: Edda Fischer
  • Kind: Marlene Bosenius
  • Holzhauer: Max Schautzer
  • Lisbeth Reinhilt Schneider
  • Männer: Matthias Lühn und Detlef Bierstedt
  • Wirtshausgäste: Dana Fischer, Jennifer Rohde und Katharina Siller

Serienguide:

Alles zur Reihe Gruselkabinett

Weitere Infos:


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Erstellt: 24.06.2020, zuletzt aktualisiert: 07.07.2020 18:57