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Das Kovak Labyrinth (DVD)

Rezension von Tanja Thome

 

Rezension:

„Das Kovak-Labyrinth“ (Originaltitel: The Kovak Box) ist eine spanisch-britische Koproduktion von und mit Regisseur Daniel Monzón. Im Deutschen ist der Film seit Januar 2008 als DVD bei e-m-s erhältlich.

 

David Norton ist Science-Fiction-Schriftsteller. Zusammen mit seiner Freundin reist er für eine Leseveranstaltung nach Mallorca und ist überrascht festzustellen, dass sein Gastgeber sich selbst als Nortons größten Fan sieht und sein erstes Werk sogar noch in der Erstausgabe aus den Siebziger Jahren besitzt. Die Freude über einen solch treuen Fan hält sich bei Norton jedoch in Grenzen, denn Norton hält seine neueren Werke im Vergleich zu seinem Gastgeber für schriftstellerisch deutlich besser und weiter entwickelt.

All das wird jedoch ohnehin unwichtig, als Nortons Freundin, der er noch vor wenigen Stunden einen Heiratsantrag gemacht hatte, sich plötzlich aus dem Fenster in den Tod stürzt. Norton ist fassungslos und kann den Suizid seiner Freundin als solchen nicht akzeptieren. Zu Recht, wie es scheint, denn plötzlich kontaktiert ihn eine Frau namens Silvia, die wegen eines Suizidversuchs im Krankenhaus lag, als Norton dort die Formalitäten bezüglich seiner verstorbenen Verlobten klärte. Silvia erzählt Norton, keinerlei Suizidabsichten zu haben und sich tatsächlich an den besagten Sprung – auch sie stürzte sich aus einem Fenster – überhaupt nicht erinnern zu können. Norton fühlt sich von Silvia angesprochen, bestätigt sie doch seine Zweifel in dieser ganzen Angelegenheit.

Die beiden tun sich also zusammen, um das Geheimnis hinter den Selbstmordversuchen zu ergründen, und tatsächlich werden sie auch fündig. Immer wieder stoßen sie auf Hinweise, nicht ahnend, dass diese sorgfältig für sie platziert wurden. Und hinter allem steckt der geheimnisvolle Kovak, Nortons Fan und todkranker Wissenschaftler, der sich in den Kopf gesetzt hat, Norton auf diese morbide Art und Weise zu einem Bestseller zu verhelfen.

 

Obwohl sich einige Kritikpunkte bei „Das Kovak Labyrinth“ finden lassen, weiß der Film in Form eines soliden Thrillers durchaus zu unterhalten.

Timothy Gutton verkörpert den Schriftsteller David Norton, so wie er in Romeros Verfilmung von Stephen Kings „Stark“ 1993 schon einmal einen geplagten Schriftsteller spielte. Diesmal kommt die Bedrohung allerdings definitiv von außen, und auch, wenn Anfangssequenzen im Flugzeug zunächst voreilig auf Fantasy-Anleihen, die an „eXistenZ“ erinnern, schließen lassen, weist „Das Kovak Labyrinth“ letztlich keineswegs solche Inhalte auf.

Gutton spielt seine Rolle solide, wenn auch der Verlust der Verlobten insgesamt emotional ein wenig spärlich behandelt wird, allerdings weiß Lucía Jiménez in der Rolle der Sylvia ungeachtet ihrer international geringeren Bekanntheit mehr zu überzeugen.

Schauspielerisch zu punkten weiß auch David Kelly in der Rolle des Kovak, was jedoch nicht weiter verwundert, wenn man bedenkt, dass der Mann schon seit fünfzig Jahren als Schauspieler tätig ist.

 

Inhaltlich überzeugt die Idee des Films mehr als deren Umsetzung. Kovak hat sich für Norton einen Roman in der Realität ausgedacht, der auf dessen Erstlingswerk „Gloomy Sunday“ basiert, Norton zugleich jedoch die Möglichkeit bieten soll, sich selbst neu zu erfinden und ein einzigartiges Werk zu schreiben. Zu diesem Zweck wird Norton teils in sein eigenes Buch hineingezogen, denn Kovak hat die Vision eines implantierten Chips, der Menschen in den Tod steuern kann, aus Nortons Erstling realisiert und schafft mit diesem ein sehr persönliches Horrorszenario für Norton, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint – außer tatsächlich als Protagonist eines noch nicht geschriebenen Buches zu agieren und Kovaks Wünschen Folge zu leisten, um so letztlich über Kovak als Antagonisten zu siegen.

 

Eine komplizierte Geschichte, die den Film spannend und innovativ macht, dabei jedoch in logischer Hinsicht des Öfteren Abstriche macht. Erklärungen finden sich innerhalb des Films leider nicht in ausreichender Form, so dass manche Aktionen Kovaks dadurch unrealistisch wirken, was letztlich auch der springende Punkt ist, wenn es darum geht, dass aus „Das Kovak Labyrinth“ kein wirkliches Highlight geworden ist.

 

Bild und Ton sind ordentlich. Besonders hervorzuheben sind bei diesem Film jedoch nicht so sehr die technischen Aspekte als vielmehr die Kulisse des Films. Dieser spielt nämlich auf Mallorca, abseits des Ballermanns, dennoch an bekannten wie unbekannteren Orten. Wer schon einmal die Gelegenheit hatte, diese Insel zu erkunden, wird sich sicherlich am Wiedererkennungswert erfreuen können, der wunderbar in die laufende Geschichte eingebracht wurde und zum innovativen Flair des Ganzen deutlich beiträgt.

 

Darüber hinaus weist die DVD einige Extras auf, die auf der Presse-DVD jedoch nicht enthalten sind und somit hier lediglich gelistet, nicht aber beurteilt werden: „Bei den Dreharbeiten“, Artworkgalerie, Musikvideo, Making of.

 

Fazit:

„Das Kovak Labyrinth“ ist ein solider, aber durchaus lohnenswerter Thriller, der vor allem durch Kulisse und Grundidee überzeugt. Betrachtet man den Film im Detail, verliert er deutlich an positivem Gesamteindruck, was vor allem auf mangelnder Logik und fehlenden Erklärungen fußt, doch enttäuscht wird man als Thrillerfan bei diesem 104-minütigen Film für Zuschauer ab sechzehn Jahren dennoch nicht.

Eure Meinung:


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DVD:

<i>&copy; e-m-s</i>

Das Kovak Labyrinth

Original: The Kovak Box

Regie: Daniel Monzón

Produktion: Spanien/UK 2007

e-m-s, 2008

Dauer: 104 min.

FSK: 16

 

ASIN: B000ZINL8A

 

Erhältlich bei Amazon

 

Darsteller:

Timothy Hutton

David Kelly

Lucía Jiménez

 

Vertrieb:

e-m-s

Weitere Infos:

Es wurde ein Pressemuster rezensiert. Daher können leider keine Aussagen über das Cover, Bonusmaterial, Bild- und Soundqualität gemacht werden.


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Erstellt: 02.02.2008, zuletzt aktualisiert: 25.03.2018 19:01