Mit Das letzte Halloween Band 2 gibt es nun endlich den zweiten Teil der Fortsetzung des Klassikers Batman – Das lange Halloween. Im Fokus steht dabei nicht nur der berüchtigte Holiday-Serienmörder, der an Feiertagen in Gotham sein Unwesen treibt. Batman hat es auch mit altbekannten Schurken zu tun. Da ist zum Beispiel der umtriebige Harvey Dent, der als Two-Face unfreiwillig eine neue Identität angenommen hat. Und welche Rolle spielt die geheimnisvolle Catwoman?
Natürlich stammt auch das Finale der Story von Jeph Loeb (Hush). Der erfahrene Autor knüpft an seine eigene Vorlage an und liefert einen spannenden sowie komplexen Plot. Wer die Details der Geschichte durchdringen möchte, sollte am besten nicht nur den ersten Teil, sondern auch »Batman – Das lange Halloween« aufmerksam gelesen haben. Aber nicht nur die Handlung, sondern auch die Figuren und deren Beziehungen überzeugen durch Komplexität und sind glaubwürdig gestaltet. Im Mittelpunkt steht dabei der Mitternachtsdetektiv. Kann er der Mentor sein, den Robin braucht, der Freund, den Jim Gordon benötigt, und vielleicht sogar der Gefährte von Catwoman? An sein Meisterwerk kommt Loeb jedoch qualitativ nicht ganz heran. Das liegt auch daran, dass hier Teile des prominenten Superschurkenensembles nur wie Staffage wirken. Gerade der Auftritt des Joker ist letztlich enttäuschend und wird dem Erzfeind von Batman einfach nicht gerecht. Leider plätschern die letzten Seiten nach dem Handlungsfinale dann auch etwas zu sehr dahin, während für einen Abschlussband etwas zu viele lose Fäden verbleiben.
Wie im ersten Band gestalten fünf unterschiedliche Künstler die einzelnen Kapitel bzw. Hefte. Die als Hommage an den 2022 verstorbenen Tim Sale gedachte Aufteilung sorgt für Abwechslung, erschwert aber durch die wechselnde Optik die Immersion. Allerdings sind die stilistischen Unterschiede immerhin geringer als beim Vorgängerband.
Die beste zeichnerische Leistung gelingt unter dem Strich Becky Cloonan (Die Amazone von Asgard). Denn sie kreiert – auch durch den geschickten Einsatz von Licht und Schatten – eine düstere Noir-Atmosphäre, die perfekt zu Loebs Vision passt.
Aber natürlich gibt es angesichts bekannter Zeichner wie Enrico Martini, Dave Johnson (Sechs im roten Kreis), Chris Samnee (Das erste Jahr) sowie Matteo Scalara künstlerisch keine qualitativen Ausfälle. Allerdings wirkt Johnsons Mimik von Batman und Catwoman teilweise überzogen. Auch wenn Samnees Darstellung von Niederschlag (Schnee? Regen?) etwas unrealistisch aussieht, kreiert er dennoch unter anderem eine tolle Doppelseite mit Mitternachtsdetektiv und Katzendame im freien Fall.
Lob verdient Panini zudem für das Abdrucken der diversen Variant-Cover, die durchweg zu gefallen wissen.