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Das Lexikon des Dunklen von Wolfgang Bauer, Sergius Golowin, Christian Rätsch und Clemens Zerling

Rezension von Bine Endruteit

 

Rezension:

„Das Lexikon des Dunklen“ - Unter so einem Titel kann man sich schwer etwas vorstellen, denn was genau ist denn dieses Dunkle eigentlich? Schon beim ersten Durchblättern des Buches merkt man, dass der Begriff sehr weit gefasst ist und die Autoren Wolfgang Bauer, Sergius Golowin, Christian Rätsch und Clemens Zerling sich viele Freiheiten in der Interpretation genommen haben. Auch der Untertitel „Mythen – Kunst – Musik. Von der Antike über die Romantik bis hin zur Gothic-Kultur“ gibt einen Eindruck davon, wie umfangreich und breit gefächert die Themen sind.

 

Im Vorwort wird dem Leser erklärt, dass sich das Dunkle tatsächlich nicht so leicht festlegen lässt. Allerdings ist es auch nicht ohne das Helle denkbar, denn ohne Licht gibt es keinen Schatten. Viele Jugendliche fühlen sich heute der „dunklen Seite“ zugehörig. Sie nennen sich Gothics und versuchen mit ihrer Lebenshaltung zu zeigen, dass die Welt nicht nur rosig ist. Doch nicht nur Menschen, die einer Szene angehören, interessieren sich für das Dunkle. Fantasybücher, in denen es einen „dunklen Herrscher“ gibt, sind beliebter den je, und auch im Kino begegnen uns immer wieder Monster und Mythen. Es sind das Geheimnisvolle und der Hauch des Verbotenen, die das Dunkle reizvoll machen.

 

Auf über 600 Seiten finden sich im „Lexikon des Dunklen“ zahlreiche Texte und Themen, die „Licht ins Dunkel“ bringen. Als wirkliches Nachschlagewerk ist es nur bedingt geeignet, denn viele Begriffe hätte man in so einem Werk nicht vermutet, andere, die einem selbst einfallen, fehlen schlicht. Doch trotzdem ist es ein Buch, das jedem, der das Mystisch-Dunkle mag und sich für seine Hintergründe interessiert, viel Freude bereiten wird. Wenn man sich einfach darauf einlässt, was es zu bieten hat, und vielleicht gar nicht nach speziellen Begriffen sucht, sondern einfach drauflos blättert, dann tut sich hier eine sehr informative Wissensquelle auf. Besonders auf fallend sind die zahlreichen Biografien. Hier findet man Autoren wie Edgar Allan Poe und Bram Stoker genauso wie die Schauspieler Boris Karloff und Christopher Lee. Aber auch Menschen wie Rudolf Geiger, der ein Meister des Schattenspiels war, haben hier ihren Platz gefunden. Anhand dieser kleinen Beispiele kann man schon sehen, wie weit das Feld gefasst ist, dem sich die Autoren gewidmet haben.

 

Die einzelnen Texte sind gut gegliedert und lassen sich sehr flüssig lesen. Man bekommt die wichtigsten Informationen zu einem Thema in einer gelungenen Zusammenfassung geliefert. Einzig die Beiträge von Sergius Golowin sind stellenweise etwas kurz geraten oder sie beschäftigen sich mit Nebenthemen, die mit dem eigentlichen Oberbegriff nicht mehr viel zu tun haben. Sieht man das Lexikon jedoch als Ganzes, fallen diese kaum ins Gewicht. Am Ende des Buches finden sich eine ausführliche Literaturliste und ein Index, der das Finden von gesuchten Begriffen sehr erleichtert. Denn selbst wenn ein Wort nicht als Oberbegriff auftaucht, heißt das nicht, dass es nicht in einem anderen Zusammenhang Erwähnung findet.

 

 

Fazit:

Hier liegt ein sehr schönes Sammelsurium vor, das sich hervorragend zum Schmökern eignet, als echtes Lexikon aber leider nur bedingt zu gebrauchen ist. Leser, die sich für „das Dunkle“ und sein Umfeld interessieren und nicht davor zurückscheuen, viel in diesem Buch zu lesen, werden hier sicherlich viele interessante Informationen finden.

 

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Das Lexikon des Dunklen

Autoren: Wolfgang Bauer, Sergius Golowin, Christian Rätsch und Clemens Zerling

Arun-Verlag, Dezember 2006

Taschenbuch, 607 Seiten

ISBN-10: 3866630069

ISBN-13: 978-3866630062

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 12.06.2007, zuletzt aktualisiert: 04.02.2019 15:57