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Das Lied der Sieger von Loren Coleman

Reihe: Die Legenden von Conan Bd. 3

Rezension von Christian Endres

 

Zum Abschluss seiner Saga um Kearn Wolfsauge stimmt Mechwarrior-Veteran Loren Coleman das Lied der Sieger an. Die cimmerischen Krieger und ihr ebenfalls von seinem Clan verstoßener Anführer Kearn machen sich zur letzten Schlacht gegen die Vanir bereit, die den Norden Cimmeriens zu überrennen drohen und seit geraumer Zeit mit Blut und Gewalt überziehen. Dabei kämpft vor allem Kearn nicht nur um seine verlorene schneeweiße Heimat, die ihn ohnehin nie richtig akzeptiert hat (und im Grunde niemals akzeptieren wollte), sondern auch gegen sein eigenes, kaltes Erbe aus dem eisigen Norden...

 

Coleman macht es seinem Leser auch zum Abschluss der Trilogie nicht leicht: Ohne Esprit oder Charme beginnt der dritte Band der Legenden von Conan, dümpelt danach unmotiviert vor sich hin und weckt viel zu selten echtes Interesse am Schicksal der Figuren. Da wird um den heißen Brei herum geredet, da wird Brutalität an Banalität gereiht – Atmosphäre kommt allerdings nur selten auf. Was durchaus schade ist, denn aus dem Setting um Robert E. Howards Gedankengut hätte man nach einem guten, grundsoliden ersten Band durchaus mehr machen können. Auch ohne Conan. So aber ist der Geist des Phänomens aus den Pulps und ferner Howards Feder weder in der Geschichte allzu präsent, noch in Haltung und Auftreten des gesamten Romans. Dass das Hyborische Zeitalter auch abseits REHs Original-Storys blühen kann, haben Autoren wie Roy Thomas oder Kurt Busiek zu Genüge bewiesen. Colemans Figuren-Schablonen bewegen sich jedoch unsicher durch Conans frostige Heimat und kämpfen häufiger gegen die triviale und meistens an der falschen Stelle ambitionierte Schreibe des Autors oder die schleppende Handlung als solche. Und auch diesmal wirkt es sich nicht sonderlich gut auf die Geschichte aus, die farbenfrohe Kulisse von Howards Welt auf den einheitsweißen Norden zu reduzieren.

 

Was bleibt, das ist der bestenfalls mittelmäßige Abschluss einer nach Sichtung aller drei Teile leider ebenfalls nur mittelmäßigen, wenn auch sehr schön aufgemachten Fantasy-Trilogie. Die – passenderweise – ab dem Mittelband das Potential der vor Leben eigentlich überkochenden Welt des Robert E. Howard zu keinem Zeitpunkt mehr genutzt hat. Eingefroren im Norden Cimmeriens, taut die Handlung auch zum vermeintlich großen Finale der ersten Trilogie um die Legenden von Conan nicht mehr auf. Schade

 

 

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Das Lied der Sieger

Reihe: Die Legenden von Conan Bd. 3

Autor: Loren Coleman

Taschenbuch, 416 Seiten

Heyne, Februar 2008

ISBN: 3453521641

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 29.01.2008, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13