Ernestus wurden magisch alle Erinnerungen an Anathêna genommen. Zunächst scheint sein Leben jetzt aber in normalere Bahnen zu kommen. Zusammen mit seinem Vater besucht er einen Hoftag des Königs. Hier stoßen die neue Religion und das Wissen um die alten Mächte aber unvereinbar aufeinander. Der König und zahlreiche seiner einflussreichen Anhänger wollen nichts von den Mächten Nuithônias wissen. Ernestus wird jedoch ins Gefolge der Königin aufgenommen, die diesem Thema anscheinend offener gegenübersteht.
Erneut lässt Andreas Sommer den mittlerweile 3. Band seiner historischen Fantasy-Reihe wieder beinahe lückenlos an seinen Vorgänger (Der Fluch des Drudenberges) anschließen. Vom Umfang her übertrifft er ihn sogar noch. Verfügte Band 2 schon über 852 Seiten, bringt es dieser 3. Band sogar auf 928. Und die sind mit reichlich Handlung gefüllt, in deren Fokus diesmal überwiegend Ernestus steht. Die diversen Handlungsfäden um andere Charaktere nehmen diesmal deutlich weniger Raum als in den vorherigen Bänden ein. Einige Teilhandlungen laufen jetzt auch zusammen und geben dem Leser ein komplexeres Bild dieser Welt und ihrer Zusammenhänge.
Den Hintergrund bildet natürlich weiterhin die vielfältige Sagenwelt der Schweiz und angrenzender Gebiete, wo die Geschichte geografisch zu verorten ist. Genau wie im vorhergehenden Band dürften wir in der Handlung immer noch im Jahr 936 sein. Wie im Nachwort zu erfahren ist, entsprechen einige der Charaktere realen Vorbildern dieser Zeit. Ein umfangreicher Anhang hilft dabei, sich in der Vielzahl an Charakteren und Handlungsorten nicht zu verirren.
Stilistisch sind keine Veränderungen festzustellen. Um die Handlung zu verstehen, sollte man ohnehin unbedingt mit Band 1 beginnen. Dann dürfte die äußerst komplexe Handlung jeden Genre-Fan überzeugen.