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Das Mädchen aus der Tonne von Jacqueline Wilson

Rezension von Lars Perner

 

Rezension:

Es ist der 1. April und Aprils vierzehnter Geburtstag. Sind ihr Geburtstag und ihr Name –natürlich von ihrem Geburtsmonat abgeleitet- schon außergewöhnlich, so wird das alles noch übertroffen, durch die Umstände ihrer Geburt. Ihre Mutter wollte sie einfach nur loswerden. Und hat dies auf einfache und schnelle Weise getan. April wurde in einer Mülltonne entsorgt. Intuitiv tat sie damals etwas, was ihr ganzes Leben bestimmen sollte. Sie weinte unablässig. Die vielen Tränen sollten ihr später noch manches Mal Hohn und Unverständnis einbringen, doch damals retteten sie ihr das Leben.

Die Erzählung ist aus der Ich–Perspektive Aprils geschrieben. Nichts bleibt dem Leser verborgen. Aprils Ängste und unterdrückten Sehnsüchte werden offen ausgebreitet. Es liest sich daher stellenweise wie ein Tagebuch. Und tatsächlich vollzieht sich die Handlung nur an einem Tag im Leben Aprils. Während für April aber nur ein Tag vorüber geht, erlebt der Leser ihr ganzes Leben noch einmal mit. Nach und nach enthüllt Jacqueline Wilson etwas mehr aus Aprils Leben, die sich auf die Suche nach sich selbst begibt - zu den Orten und Menschen, die bestimmend für ihr bisheriges Leben waren. Und alle haben ihre Spuren an April hinterlassen. Was findet sie wohl am Ende des Tages?

 

Das Buch beginnt mit dem Schluß. Wer sich also nicht ganz die Spannung nehmen lassen möchte, sollte das erste Kapitel überspringen. Die Autorin benutzt eine einfache leicht zugängliche Sprache. Doch benutzt sie diese hervorragend und erzählt besonders Aprils Geburt sehr emotional mit schönen sprachlichen Bildern. Gerade von diesem Kapitel ist man stark gefesselt und tief gerührt. Die weitere Erzählung wirkt dagegen fast schon etwas unterkühlt. Hier werden nur noch sachlich und ohne Wertung die Ereignisse geschildert, die April zu der gemacht haben, die sie jetzt ist. Dies bietet aber auch einen Vorteil. Man kann sich sein eigenes Urteil über April bilden. Doch April kann noch soviel auf die schiefe Bahn geraten, sie hat bei allem den Bonus ihrer aussergewöhnlichen Geburt.

 

Fazit:

Wer bin ich? Was machte mich zu dem, was ich bin? Existentielle Fragen, die sich wohl jeder stellt. April geht auf die Suche nach Antworten auf diese und mehr Fragen. Der Leser kann ein aussergewöhnliches und doch irgendwie normales Mädchen auf einer ungewöhnlichen Suche begleiten. So fällt es schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

 

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Das Mädchen aus der Tonne

Autor: Jacqueline Wilson

Ravensburger Buchverlag, Juni 2007

(broschiert), 224 Seiten

ISBN-10: ISBN 3473523364

ISBN-13: ISBN 9783473523368

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 11.09.2007, zuletzt aktualisiert: 20.09.2019 15:49