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Das Magdalena-Erbe von Jim Hougan

Rezension von Martin Hammerschmidt

 

Neue Romane und Thriller zur Kirchengeschichte wollen nicht abreißen. Im Gegenteil. Im Moment haben Kirchenthriller Hochsaison und scheinen sich von nichts aus der Bahn werfen zu lassen. So hat nun der Heyneverlag Jim Hougans „Das Magdalena-Erbe“ publiziert, um auch etwas von dem großen Kuchen der boomenden Kirchenromane abzubekommen.

„Das Magdalena-Erbe“ wurde bereits in der Originalfassung im Jahre 2000 herausgegeben. Das heißt, noch vor dem großen „Sakrileg“.

 

 

Jack Dunphy, ein Undercoveragent in Diensten der CIA, ist in England stationiert, um dort potentielle Terroristenverbindungen aufzuspüren und dazugehörige Mitglieder oder Verdächtige abzuhören. Als jedoch einer seiner Verdächtigen auf grausame und brutale Weise umgebracht wird, muss er zurück nach Langley, wo er zum Entsetzten seiner selbst feststellen muss, dass die CIA mit ihm abgerechnet hat. Er bekommt einen öden Job am Schreibtisch, mit langweiligen und nervigen Aufgaben.

Dunphy will den Fall allerdings nicht auf sich beruhen lassen und fängt an Nachforschungen anzustellen, wer den Professor warum umgebracht hat. Mit Hilfe eines Freundes findet er sehr schnell raus, dass es sich hierbei nicht nur um eine einfache Lappalie handelt, sondern um etwas richtig Großes. Denn als er eines Tages von der Arbeit nach Hause kommt, erfährt er, dass sein Freund ermordet wurde und er nun selbst auf der Abschussliste steht.

Das einzige was ihm bleibt ist ein Name und eine Organisation, die er gleich nachdem er ihren Namen erfahren hat, infiltriert.

Dort stößt er auf wichtige Dokumente, die ihm zu einer uralten Gemeinschaft führen. Der Magdalena-Gesellschaft.

Sie birgt ein Geheimnis, welches älter als eintausend Jahre ist. Ihr Ziel ist die Vereinigung Europas unter einem „Banner“. Sie will einen Monarchen an höchster Stelle einsetzten, um damit ihre Macht ins Unvorstellbare zu erweitern. Dem steht allerdings eine Prophezeiung im Wege, die zuvor noch erfüllt werden muss.

Während Jack Dunphy sich die Dokumente genau durchliest und einen einigermaßen guten Überblick über die Sache bekommt, wird er enttarnt und muss Hals über Kopf die Flucht antreten.

Denn nicht nur die CIA ist inzwischen hinter ihm her. Die Auftragskiller eines Kriminellen, dem er eine knappe Millionen Dollar geraubt hat, haben sich seit seiner Ankunft in Europa an seine Fersen geheftet. Eine Verfolgungsjagd quer durch Europa beginnt.

 

 

Jim Hougan, der unter dem Pseudonym John F. Case bekannt ist, hat einen starken Drang zur Beschreibung von Orten und Landschaften. Oftmals werden die Dinge bedauerlicherweise so detailliert beschrieben, dass sie das Tempo der Handlung drosseln und somit die Spannung herausnehmen. Die Einleitung in die Story ist nervenaufreibend lang und erst ab Seite 160 geht es erst wirklich los. Davor wird sich zulange mit der Entlassung Dunphys aus seinen bisherigen Diensten und den Recherchen ausgelassen.

Der Spannungsbogen ist seltsam gehalten. Der Anfang ist nicht sonderlich interessant, dafür ist die Story zwischendurch immer wieder mit guten, interessanten und vor allem spannenden Szenen geschmückt, die es wirklich in sich haben. Leider gibt es davon zu wenig und das Ende des Buches ist schlichtweg schlecht.

Ohne einen großen Knall oder eine wirkliche Überraschung endet das Buch, ohne das der Leser das Gefühl hat, das Buch wirklich fertig gelesen zu haben. Ebenso lässt das Ende zu viele Fragen offen, sodass „Das Magdalena-Erbe“ nur ein überflüssiger Roman in den Reihen der Kirchenthriller ist.

Die Geschichte um die Merowinger, Maria Magdalena und eventuellen Nachfahren Jesus Christus ist in „Sakrileg“ schon so berauschend verarbeitet worden, dass der Leser, sofern er „Sakrileg“ gelesen hat, das Gefühl hat, Jim Hougans Buch wäre lediglich eine kleine Hilfe für Dan Browns Bestseller.

 

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass „Das Magdalena-Erbe“ kein wirklich gutes Buch ist. Weder große Spannung noch das gewisse Etwas ist in dem Buch zu finden, obwohl die Geschichte an sich, großes erwarten lässt.

Freunde von großer Spannung werden das Buch enttäuscht zur Seite legen, wie auch die Fans von Kirchenthriller, da alles schon in unzähligen anderen Büchern niedergeschrieben wurde.

Eine Veröffentlichung vor „Sakrileg“ wäre vermutlich besser gewesen.

Schade!

 

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Das Magdalena-Erbe

Autor: Jim Hougan

Broschiert: 495 Seiten

Verlag: Heyne (Mai 2007)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3453811178

ISBN-13: 978-3453811171

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 29.06.2007, zuletzt aktualisiert: 31.05.2019 18:27