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Das magische Portal von Aileen P. Roberts

Reihe: Weltennebel, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

“Das magische Portal” ist der Auftakt zu „Weltennebel“, der zweiten Trilogie von Aileen P. Roberts alias Claudia Lössel, der bei Goldmann erscheint. Auch diesmal steht ein junger Auserwählter im Mittelpunkt der Ereignisse.

 

Darian Drake studiert in London und kann sich über Aufmerksamkeit nicht beklagen, da sein Adoptivvater sehr wohlhabend ist und nicht wenige Mädchen eine gute Partie in ihm sehen. Er ist eigentlich ganz zufrieden mit seinem Leben, auch wenn manchmal die Sehnsucht in ihm hochkommt, zu erfahren, wer seine leiblichen Eltern sind oder waren.

Die Gelegenheit kommt, als er mit anderen Kommilitonen nach Schottland reist. Dort, in der wildromantischen Umgebung zeigt sich, dass die unscheinbare aber recht nette und kluge Mia, die mit ihm die gleichen Kurse besucht, mehr ist, als sie zu sein schien.

Nicht nur, dass sie plötzlich wunderschön ist, sie behauptet allen Ernstes auch noch, dass Darian nicht von dieser Welt stammt, sondern aus einer ganz anderen, die nur über magische Portale zu erreichen ist. Vor fünfundzwanzig Jahren wurde seine Familie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion gestürzt und umgebracht. Zusammen mit dem Hofmagier brachte die Mutter ihn noch rechtzeitig in Sicherheit, so dass er unbeschwert aufwachsen konnte.

Doch nun ist die Zeit, in der er sein Erbe antreten muss, sonst verliert er jegliche Ansprüche und auch die relative Unsterblichkeit, die mit dazu gehört.

Geschockt und fasziniert zugleich, beschließt Darian auf Mia zu hören und ist mit Feuereifer dabei, den Schlüssel zu den magischen Portalen zu finden. Allerdings fangen in Albany seine Abenteuer erst an, denn nichts läuft so, wie er es sich erhofft hat, und ganz am Anfang steht auch noch eine Tragödie, die ihn vollends aus der Bahn wirft.

 

Spätestens seit Harry Potter kennen die meisten Leser die Geschichte von dem in Sicherheit gebrachten Erben, auch wenn das Motiv selbst uralt ist und bereits in griechischen Sagen auftaucht. Aber es funktioniert immer wieder, auch und vor allem in der Fantasy.

Zunächst beginnt der Roman sehr klassisch. Der Held weiß erst einmal von nichts und wird dann in einer Nacht der Überraschungen von einem Mädchen, dass er zuvor kaum beachtet hat, in die Wahrheit eingeführt.

Natürlich ist er nicht gleich Feuer und Flamme, aber die erwachenden Gefühle für Mia lassen ihn die Grenzen seines bisherigen Denkens überwinden und den Schritt in die neue Welt wagen, auch wenn dort viele Gefahren auf ihn lauern.

Dann aber beginnt die Autorin den Plot zu variieren, denn Darian erweist sich nicht gerade als der willensstarke Held. Tatsächlich sorgt eine Tragödie bei seiner Ankunft dafür, dass er sich mit einem Trank betäubt, der seine seelischen Schmerzen lindert.

So bekommt er nicht mit, dass der Regent, der ihm eigentlich die Regierungsgeschäfte büergeben sollte, seine eigenen Spielchen treibt und auch der Mann, der seine Eltern und seinen Bruder ermordete noch eine Gefahr ist.

Zwar führt er die rituelle Prüfung, die ihn als Herrscher bestätigt mit Bravour durch, aber er macht sich in der folge nicht wirklich beim Volk beliebt, da er es kaum wahr nimmt. Das ist etwas, was man nicht so ganz von seinem Helden erwartet hat und gibt dem buch einen interessanten Verlauf, auch wenn es gerade in der zweiten Hälfte von der Spannung her etwas durchhängt.

Die Atmosphäre stimmt zwar durch die vielen passenden Beschreibungen, aber die Handlung kommt nicht wirklich voran – weder durch die Intrigen der Gegenspieler noch durch das Verhalten Darians. Das nimmt den Ideen, die dahinter stehen, doch ein wenig an Kraft. Auch zum Ende hin wirkt nicht jede Wendung überzeugend. Da der Roman dann auch noch offen endet, ist man als Leser nicht unbedingt ganz so überzeugt, wie sie es beabsichtigt haben mag.

 

Alles in allem erweist sich „Das magische Portal“ dennoch als solide geschriebener High Fantasy-Roman, der vor allem durch einige ungewohnte Ideen und eine durchweg gelungene Atmosphäre punkten kann, auch wenn es der Autorin nicht immer gelingt, die Spannung zu halten und das Verhalten der Helden wirklich zu rechtfertigen.

 

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Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 2 von 2.

Katja
Dienstag, 23. August 2011 15:46 Uhr
Tolles Buch, vielen Dank für den Tipp auf Fantasyguide. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Besonders mochte ich Ariac und Rudrinn, den Piraten, obwohl man bisher noch nicht soo viel über ihn erfährt.
Die Zeit der Ausbildung in den verschiedenen Schulen hat mir gut gefallen. Rijanas und Ariacs Flucht hat mich mitgerissen. Ich freue mich schon auf den 2. Teil!

Laura
Dienstag, 23. August 2011 15:46 Uhr
Super spannend geschrieben, mit allem, was das Fantasyherz begehrt, interessante Helden, die nicht zu perfekt sind, magische Wesen wie Elfen, Zwerge, Waldlinge und Seenymphen, finstere Herrscher und eine magische Welt!
Mittlerweile eines meiner Lieblingsbücher.

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Das magische Portal

Reihe: Weltennebel, Bd. 1

Autorin : Aileen P. Roberts

broschiert – 510 Seiten

Goldmann, erschienen Juli 2010

Titelbild von Chris McGrath

ISBN-10: 344247518X

ISBN-13: 978-3442475186

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-Edition

ASIN: B005681QEA

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 23.08.2011, zuletzt aktualisiert: 03.01.2020 09:37