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Das Opfer von Vadim Panow

Reihe: Die verborgene Stadt 2

Rezension von Christel Scheja

 

Während amerikanische Fantasy den Markt beherrscht, hat es die phantastische Literatur aus dem Ostblock immer noch schwer sich durchzusetzen. Man merkt den Romanen durchaus an, dass sie aus einem anderen Kulturkreis stammen, auch wenn sich nach dem Fall des eisernen Vorhangs viel getan hat. Das beweist auch Vadim Panows Zyklus um „Die verborgene Stadt“.

 

Damit ist eine Stadt gemeint, die inmitten von Moskau existiert, aber nicht ganz auf dieser Ebene liegt. Dennoch gibt es viele Tore durch die ein Wechsel von einem Ort zum anderen möglich ist. In dieser Stadt der Schatten leben die letzten der humanoiden Völker, die vor den Menschen existiert haben und die sich vor allem durch ein lange Leben auszeichnen. Viele von ihnen haben sich nicht ganz abgeschottet sondern mischen sich auch immer wieder in die Welt der Menschen ein.

So gibt es eine Sondereinheit der Moskauer Polizei, die von der Existenz der anderen Stadt weiß und in Fällen ermittelt, die beide Welten betreffen. Diesmal muss sich Major Kornilow mit einem Serienmörder herumschlagen, der scheinbar ziellos auf der ganzen Welt Menschen umbringt, indem er ihnen einen Dolch ins Herz stößt und die rechte Hand abschneidet. Zusammen mit einem Brandzeichen auf der Stirn bleibt nur ein Schluss offen: Es handelt sich um ein Ritual, das von langer Hand vorbereitet wird und ganz offensichtlich einem bestimmten Zweck dienen soll.

Doch was für einen, das weiß Kornilow noch nicht. Nur hat er nicht so viel Zeit, genaueres heraus zu finden, da immer mehr Menschen dem Unbekannten zum Opfer fallen und schließlich auch eine junge Frau namens Olga bedroht wird, an der etwas ganz Besonderes zu sein scheint.

Auch der junge Söldner Artjom gerät dabei wieder zwischen die Fronten und muss einiges tun, um dabei nicht sein Leben zu verlieren.

 

Ähnlich wie „Die Prophezeiung“ erweist sich auch „Das Opfer“ als sehr sperriges und langatmiges Buch. Einige Figuren und Schauplätze sind jetzt war bekannt, aber längst nicht alle. Diese stellt der Autor wieder in aller Ausführlichkeit vor.

Zwar weiß der Leser schon früh, wer hinter den Morden steckt und was er will, aber die Geschichte zieht sich etwas zu sehr hin, bis auch die Ermittler die richtigen Schlüsse ziehen und dann entsprechend handeln.

Immerhin ist die Handlung etwas flotter als im ersten Band, aber man muss immer noch einiges an Geduld aufbringen, um die Geschichte auch genießen zu können.

Im Mittelpunkt steht diesmal nicht so sehr das Ringen der magischen Herrscherhäuser, sondern mehr das Miteinander von Menschen und magischen Wesen. So zeichnen sich einige Entwicklungen ab, die vermutlich im nächsten Band deutlicher zum Tragen kommen werden, während die eigentliche Geschichte sehr geradlinig und unspektakulär verläuft.

Auch die Figuren bleiben weiterhin sehr blass und nichtssagend, so dass man schon genau aufpassen muss, wer jetzt schon wieder auftaucht, auch wenn man die Gestalten teilweise sogar schon kennt.

 

Auch wenn „Das Opfer“ etwas spannender als „Die Prophezeiung ist, so bleibt der Roman doch immer noch etwas schwerfälliger als vergleichbare amerikanische Urban Fantasy, auch wenn der Zyklus um „Die verborgene Stadt“ ebenfalls keinen besonderen Tiefgang entwickelt.

 

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Buch:

Das Opfer

Reihe: Die verborgene Stadt Band 2

Autor: Vadim Panow

Taschenbuch, 574 Seiten

Heyne, November 2010

Übersetzer: Matthias Dondl

Karte: Andreas Hancock

 

ISBN-10: 3453527151

ISBN-13: 978-3453527157

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 16.02.2011, zuletzt aktualisiert: 18.06.2019 15:27