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Das Orakel und das Geheimnis der Mondberge von Catherine Fischer

Rezension von Christel Scheja

 

"Das Orakel und das Geheimnis der Mondberge" ist nach "Das Orakel" bereits der zweite Band einer Trilogie der englischen Autorin Catherine Fischer, die von den Sorgen und Nöten der Menschen in einem von Wüsten umgebenen und von einem fremden Kaiserreich bedrohten Land erzählt.

 

Im Reich der Zwei Länder herrscht noch immer Dürre. Die Menschen sind verzweifelt und ratlos, denn sie wissen nicht mehr, was sie tun sollen, denn gleichzeitig nähert sich ihnen von der See her die Streitmacht des Kaisers.. Da entscheidet sich Alexos, der neue und noch sehr junge Archon dazu, zum Brunnen der Lieder zu pilgern, um Frieden mit der Regenkönigin zu schließen und sie zu bieten, doch wieder Regen fallen zu lassen.

Zusammen mit einigen Gefährten macht er sich auf den Weg durch die Wüste, der von vielen Gefahren und eigenartigen Kreaturen gesäumt wird. Aber auch am Brunnen der Lieder sind sie noch nicht sicher. Denn nicht alle Begleiter von Alexios haben die gleichen hehren Absichten wie er - immerhin heißt es, dass es hier, am Ziel ihrer Reise, große Reichtümer geben soll, die einen heimlichen Grabräuber ebenso befriedigen können wie einen jungen Schreiber, der nach Spuren der Vergangenheit sucht.

Die Zurückgebliebenen zweifeln am Erfolg ihres Archon. Denn wie soll ein Kind das schaffen, was die Erwachsenen nicht vermochten? Selbst die Priesterinnen des Orakels, unter denen Intrigen ausbrechen. Einige haben sich Argelin, dem General der Streitkräfte angechlossen, der glaubt, dass nur die starke und strenge militärische Macht das Land noch vor beiden Übeln retten kann. Sie arbeiten gegen die Ziele des Glaubens und der Götter. Allein die jugendliche Priesterin Mirany zweifelt nicht an Alexos Erfolg und versucht seinen Thron und den Status des Orakels zu bewahren. Doch ihr entschlossenes Handeln bringt sie in große Gefahr. Mit knapper Mühe und Not überlebt sie mehrere Anschläge auf ihr Leben und enttarnt am Ende auch die Absichten General Argelins.

 

Catherine Fisher erzählt eigentlich eine sehr geradlinige und direkte Geschichte über die Kraft des Glaubens inmitten von körperlichen Gefahren und heimtückischen Intrigen, ohne dabei übermäßig religiös zu werden. Mirany, Alexios und Seth der junge Schreiber sind einerseits sehr glaubwürdig und lebendig dargestellt, andererseits wird man leider nicht so recht warm mit ihnen. Als sehr nachteilig erweist sich nämlich , dass "Das Orakel und das Geheimnis der Mondberge" schon der zweite Band eines Zyklus ist, dem nicht einmal eine kurze Zusammenfassung des ersten Romans vorangestellt wurde.

Die Autorin geht im Text zudem nicht auf frühere Ereignisse ein und setzt sie als bereits bekannt voraus. Der Leser wird also sofort in eine laufende Handlung geworfen. Dadurch bleiben die Figuren relativ schwammig, was ihre Vorgeschichte und ihre Motivation angeht, auch die in dem Land herrschende Kultur ist nicht recht vorstellbar - sie erinnert zwar sehr stark an Ägypten besitzt aber auch sehr starke griechische und syrische Einflüsse, so dass man nichts richtig fassen kann.

 

Obwohl die Geschichte sehr stimmungsvoll geschrieben ist, fehlt eine Menge an Informationen, so dass man am Ende das Buch doch eher enttäuscht beiseite legt und sich fragt, ob es lohnt, auch die anderen Teile zu erwerben.

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Eure Meinung:

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Peggy
Samstag, 22. Juli 2006 13:08 Uhr
Ich habe den ersten Teil des Buches - Das Orakel - als günstiges Mängelexemplar erworben und war von Anfang an begeistert. Als ich dann den zweiten Teil, dem auch noch ein dritter folgen soll, entdeckte, musste ich mir ihn sofort kaufen. Ich bin sehr beeindruckt von diesen Büchern, da sie etwas anderes sind, als das, was sonst geschrieben wird. Ich finde, Fisher hat eine interessante Welt erschaffen, indem sie das Griechische und Ägyptische zu einer Kultur zusammen gefasst hat.
Um auf den obigen Artikel einzugehen: Meiner Meinung nach, ist es schon okay, dass im zweiten Band nicht noch einmal auf den ersten Teil eingegangen ist, eingeschobene Zusammenfassungen im Text hätten bloß gestört, da Leser, die den ersten Teil gelesen haben, dessen Inhalt ja kennen. Wenn man nun aber den zweiten Teil als erstes gekauft hat, sollte man sich den ersten Teil auch noch besorgen (man kann ihn ja auch einfach auleihen), meiner Meinung nach, und beide Bände hintereinander lesen. Dann wird einem einiges klar, denke ich.
Ich finde dieses Buch sehr gelungen, es ist spannend geschrieben und die Übergänge, wenn von einer Handlung zu einer anderen gewechelt wird sind oft so passend, dass man manchmal gar nich merkt, dass man plötzlich wieder in der Totenstadt, und nicht mehr in den Mondbergen ist. Das hat mich sprachlich am meisten beeindruckt.
Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch, aber man sollte den ersten Teil als erstes lesen.

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Das Orakel und das Geheimnis der Mondberge

Autorin: Catherine Fisher

gebunden, 352 Seiten

Oetinger, erschienen Februar 2006

ISBN: 3-7891-3514-3

Titelbild von Dieter Wiesmüller, Karte von Adrian Barkley

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 02.04.2006, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53