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Das Portal von Peter Schwindt

Reihe: Justin Time Bd.3

Rezension von Valentino Dunkenberger

 

Anfang letzten Jahres brachte der deutsche Schriftsteller Peter Schwindt seinen ersten Roman und damit auch den Auftakt zu dem mehrteiligen Jugend-Science-Fiction-Zyklus „Justin Time“ auf den Markt – mit vollem Erfolg. Nach einem hervorragenden Start mit dem ersten Band, „Zeitsprung“, und einem darauffolgenden – leider etwas schwächeren – zweiten Teil („Der Fall Montauk“) bin ich jetzt gespannt, was mich im dritten Roman mit dem Titel „Das Portal“, welcher nun, im Frühjahr 2005, endlich erscheint, erwartet und wie der Autor seine auf fünf Bände angelegte Buch-Reihe fortsetzt.

 

Justin Time lebt im Jahr 2385, einer Zeit, in welcher gerade die ersten Experimente mit Zeitmaschinen und Sprüngen in die Vergangenheit gemacht werden. Was sich wissenschaftlich wie ein überwältigender und gravierender Fortschritt der modernen Technik präsentiert, stellt für Justin jedoch nur sein trauriges Schicksal dar – denn Justin ist der sogenannte Zeitwaise. Seine Eltern Annie und Avery Time, beides Wissenschaftler, die an der ersten Zeitmaschine mitarbeiteten, verschwanden bei einem ersten Testsprung spurlos und wurden für tot erklärt; Avery Time selbst habe die Maschine sabotiert, so lautete jahrelang die Erklärung für deren Verschwinden. Doch Justin hat an dieser Theorie seine Zweifel – und tatsächlich, nachdem er auf der Suche nach seinen Eltern in das London des 19. Jahrhunderts und in das Jahr 1983 zum US-Stützpunkt Montauk gereist ist, scheint sich Justins Verdacht zu bestätigen: Seine Eltern sind vermutlich noch am Leben! Und nicht nur das: Denn so, wie es aussieht, waren (oder sind es immer noch?) Annie und Avery Time sogar führende Köpfe der Revisionisten, einer Gruppe, die mittels der Zeitmaschinen in die Vergangenheit reisen und dort Kriege und ähnliches Unheil verhindern wollen – Ein vom Amt der Zeitkontrolle verbotenes Vorgehen, da dadurch die Zeitlinie und somit womöglich auch die Zukunft verändert wird!

Doch bevor Justin weiter nach dem Verbleib seiner Eltern forschen kann, muss er Portitia Abbadon, die sich als Spionin der Revisionisten beim Amt für Zeitkontrolle eingeschlichen hat, hinterherreisen, um seine Freundin Fanny zu retten, die von Abbadon entführt und mit einem Gehirnmanipulator versehen wurde. So gelangt Justin in das Sibirien des Jahres 1908 und muss dort mitten in der Wildnis um sein Überleben kämpfen. Doch er bekommt bald Unterstützung: Lena, ebenfalls eine Waise, versorgt Justin, als dieser in hohem Fieber liegt und kümmert sich so gut um ihn, dass er schon bald wieder auf den Beinen ist. Wie sich herausstellt, ist die junge Lena eine Gehilfin von Portitia Abbadon, die deren Machenschaften allerdings von Anfang an misstraut hat. Sie erzählt Justin aber auch von einem fremden Mädchen, das die Wissenschaftlerin bei ihrer letzten Ankuft mitgebracht habe – zweifellos Fanny! Doch nicht nur die Befreiung Fannys macht Justin Sorgen, auch die Pläne Abbadons bereiten ihm Kopfzerbrechen – denn wie Justin mittlerweile herausgefunden hat, ist Portitia Abbadon eine wahnsinnige und machthungrige Wissenschaftlerin, die mit Hilfe eines von ihren Leuten in Montauk konstruierten Portals die Vergangenheit verändern und damit große Macht gewinnen will. Justin muss sich beeilen, wenn er Portitia Abbadons gefährlichen Pläne noch durchkreuzen will...

 

„Das Portal“ fügt sich nahtlos an die Handlung seiner beiden Vorgängerromane an. Da Peter Schwindt jedoch auf die Wiederholung vieler Details größtenteils verzichtet, die einzelnen Bücher aber aufeinander aufbauen, ist die Kenntnis der ersten beiden Bände für das Verständnis der Geschichte unbedingt notwendig. Wenn man jedoch ebendieses nötige Vorwissen besitzt, entführt der dritte Teil der „Justin Time“-Reihe seinen Leser erneut in einen spannenden Abschnitt um Justins Abenteuer, offenbart neue Hintergründe, beantwortet einige offen gebliebene Fragen und bringt sowohl Justin selbst als auch den Leser einen Schritt näher an die Lösung des Rätsels vom Verschwinden von Avery und Annie Time.

Durch einen sowohl leichten als auch spannenden und interessanten Schriftstil und eine überzeugende Einführung seiner Charaktere versteht es Peter Schwindt, seinen Leser an die Geschichte zu binden, sodass dieser das kurzweilige Buch förmlich verschlingt. Auch sind die Gegebenheiten von Zeit und Ort, nämlich Sibirien im Jahr 1908, in meinen Augen wieder viel interessanter als es der US-Stützpunkt von 1983 im zweiten Band war – Nicht nur über das große Automobil-Rennen quer über die Welt erfährt der Leser unterhaltende Details, sondern auch Ansätze von Einsteins Relativitätstheorie fließen anschaulich erklärt mit in den Text ein; jedoch hätte man diese Ansätze aber auch gut und gerne noch ausbauen können.

 

Hatte der erste Band noch 330 und der zweite Teil 317 Seiten, so muss sich der Leser bei „Das Portal“ leider mit nur noch 264 Seiten begnügen. Anders jedoch als nach dem zweiten Roman, der damit endete, dass Justin erneut einen Zeitsprung wagte, ist der dritte Band mehr oder weniger in sich abgeschlossen und scheint Justin eine kurze Verschnaufpause zu verschaffen, ähnlich, wie es auch bei Teil Eins der Fall war.

Die Umschlagillustration von Frauke Weldin reiht sich perfekt in die Buchcover-Illustrationen der Serie ein und sorgt mit einer verkehrt herum gezeichneten Landschaft und einer großen Uhr im Vordergrund, auf der Justin selbst balanciert, dafür, dass „Justin Time“ schon auf den ersten Blick Wiedererkennungswert verliehen bekommt.

 

Fazit:

Mit „Das Portal“ setzt Peter Schwindt seine Jugendbuch-Reihe „Justin Time“ überzeugend und spannend fort. Zwar übertrifft der Band den zweiten Teil der Reihe wieder ein wenig, kommt jedoch trotzdem noch nicht ganz an das Niveau des hervorragenden ersten Bandes heran. Für kurzweiliges und unterhaltsames Lesefutter ist allerdings gesorgt.

Nun heißt es sich etwa ein halbes Jahr gedulden: Dann nämlich wird vermutlich der nächste Band der „Justin Time“-Reihe erscheinen. Handlungsort und -zeit werden, wie der Autor in einem Interview bereits verriet, sein: Florenz im Jahre 1492. – Man darf gespannt sein!

 

 

Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 1 von 1.

Alge
Samstag, 04. März 2006 20:29 Uhr
Eine Frage habe ich aber, kommt nicht erst "Das Portal" und dann "Der Fall Montauk" und dann "Verrat in Florenz". Also meiner Mienung nach ist das die Reihenfolge der Bücher. Ist jedoch auch egal.

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Justin Time - Das Portal

Autor: Peter Schwindt

Gebundene Ausgabe - 280 Seiten - Loewe Verlag

Erscheinungsdatum: März 2005

ISBN: 3785553536

14.90 EUR

Erhältlich bei:

Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 01.06.2005, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53