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Das Spiegellabyrinth von Frank Beddor

Rezension von Christoph Weidler

 

Es ist nun 12 Jahre her, dass das Land von einem Bürgerkrieg erschüttert wurde. Seit dem herrscht ein dünner Friede und die Herrscher der Familien Karo, Kreuz und Pik neiden Genevieve, der Königin aus der Herzdynastie, ihre Vorherrschaftsstellung. Doch Prinzessin Alyss verliert keinen Gedanken an die Politik und den damaligen Krieg, immerhin genießt sie noch ihre unbeschwerte Kindheit und freut sich auf ihren anstehenden siebten Geburtstag. Doch ihre Geburtstagsfeier verläuft anders als gedacht. Die Truppen von Genevieves Schwester Redd töten Alyss Vater bevor er in den Palast zu seiner Familie zurückkehren konnte und sie stürmen den Palast und töten die Königin und jedem aus den Herrscherhaus den sie habhaft werden können. Mac Rehhut, der Leibwächter der Königin, packt Alyss und springt mit ihr in den Spiegel, welcher das Tor zu einer anderen Welt ist. Doch im Teich der Tränen werden die beiden getrennt. Mac Rehhut landet im Paris des Jahres 1895 und Prinzessin Alyss im viktorianischen London. Für Alyss beginnt ein Albtraum, vorbei die behütete Kindheit, ihre Eltern getötet und sie auf der Flucht vor ihrer eigenen Tante und deren Mördern. Doch so schnell gibt die kleine Alyss nicht auf, denn trotz aller Umstände ist sie eine Prinzessin und weiß was sie ihrem Herrscherhaus schuldig ist, nur niemand glaubt ihr, denn in London ist sie ein Straßenkind unter vielen. Doch zum Glück findet sie dennoch einige Freunde, um so wenigstens ein wenig Halt und auch ein klein wenig Glück zu finden. Doch die Welt aus der Alyss kommt, ist für sie nie in Vergessenheit geraten und eines Tages will sie zurück um ihre Eltern zu rächen - nur das wie steht noch in den Sternen.

 

 

Es ist mutig, nein fast verwegen, sich dem wundervollen Kinderbuch "Alice im Wunderland" von Lewis Carroll zu stellen, und zu versuchen die Geschichte um die kleine Alice neu zu erzählen. Aber auch gelungen? Es kommt darauf an aus welcher Perspektive man es sieht, sollte es liebevolle Huldigung an dem Klassiker "Alice im Wunderland" sein, so kann man ein klares Nein dazu sagen. Sollte aber der Gedanke dahinter gesteckt haben, eine spannende, unterhaltsame Geschichte auf der Minimalbasis von Lewis Caroll Kinderbuch zu erzählen, dann muss man klar Ja dazu sagen. Und ich denke genau das war auch die Absicht von Frank Beddor, denn er geht die Geschichte um Alice, oder Alyss wie sie in seinem Roman "Das Spiegellabyrinth" heißt, gänzlich anders an. Keine kuscheligen weißen Kaninchen, keine verrückten Hutmacher und keine liebreißende und humorvollen Geschöpfe - nein, hier geht es spannend, actionreich und voller Gefahren, grausamer Geschöpfe und böser Intrigen zur Sache. Wenn man es als Leser schafft im Kopf sämtliche Vergleiche zu Lewis Carolls "Alice im Wunderland" zu streichen, und sich ganz in "Das Spiegellabyrinth" fallen zu lassen, findet man eine rasend spannende, düstere und gut erzählte Geschichte in der zwar die Charakterdarstellungen leider etwas oberflächlich bleiben, aber dafür unterhalten. Schöne phantastische Unterhaltungslektüre für Zwischendurch, aber die puren Alice im Wunderland Fans werden hier sicherlich teilweise mit den verkehrten Erwartungen rangehen und entsprechend enttäuscht sein. Für alle anderen, ein gelungener Lesespaß für Zwischendurch.

 

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Das Spiegellabyrinth

Autor: Frank Beddor

Broschiert - 315 Seiten - Dtv

Erscheinungsdatum: November 2005

ISBN: 342324500X

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 22.06.2006, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13