Das Spiegelreich (Autor: G. J. Hansen)
 
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Das Spiegelreich von G. J. Hansen

Rezension von Frank W. Werneburg

Klappentext

Leni ist zwölf Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in einem alten englischen Haus, das mehr Geheimnisse birgt, als es auf den ersten Blick scheint. Als sie in einem verstaubten Zimmer einen vererbten Spiegelschrank entdeckt, beginnt sich ihre Welt zu verändern – buchstäblich. Zunächst sind es nur Schatten im Glas, flüsternde Stimmen und seltsame Träume. Doch dann öffnet sich ein Tor in eine andere Wirklichkeit – in ein düsteres, fremdes Reich, das sich durch Spiegel mit ihrer Welt verbindet. Leni muss herausfinden, was dieses Reich von ihr will, welche Regeln dort gelten – und welchen Preis es fordert. Doch mit jeder Entscheidung zieht sie sich tiefer hinein. Und bald ist klar: Nicht jeder Spiegel zeigt die Wahrheit. Und nicht jedes Reich hat einen Ausgang.

Rezension

Die 12-jährige Leni zieht mit den Eltern und ihrem kleinen Bruder um. Jetzt haben sie ein ganzes Haus für sich, doch das erweist sich bei genauerer Untersuchung als gruselig. Vor allem die Spiegel scheinen hier ein Eigenleben zu führen. Als Leni hinter einen Spiegel gerät, entdeckt sie ein unheimliches Reich, das nach ihr greift.

 

G. J. Hansen macht es seinen Lesern mit seinem Buch nicht leicht. Selbst das ›gefühlte‹ Genre ändert sich mehrmals grundlegend. Am Anfang gewinnt man den Eindruck, es mit einer ›normalen‹ Jugend-Urban-Fantasy zu tun zu haben.

Die 12-jährige Protagonistin Leni sitzt mit ihrem 9-jährigen Bruder Matti und den Eltern, die im Text immer als Mama und Papa bezeichnet werden, auf der Fahrt ins geerbte Haus im Auto. Dass kurz nach der Ankunft ein den Kindern völlig fremder Junge, Noah, als Dauergast einzieht, ist schon eine Unstimmigkeit, für die nie eine Erklärung folgt.

Bald wechselt die Stimmung ganz ins Grusel-Genre. Obwohl für den gesamten Rest des Buches die Kinder im Fokus stehen, geht der Jugendbuch-Charakter hier vollständig verloren.

Im weiteren Verlauf rückt dann allerdings auch die Grusel-Stimmung zunehmend in den Hintergrund. Ab hier dreht sich beinahe alles um eher philosophisch wirkende Fragen. Leser ab 13, für die der Autor sein Buch bewirbt, dürften spätestens hier die Segel streichen. Selbst als längst erwachsener Leser habe ich nicht einmal ansatzweise verstanden, was der Autor ausdrücken will. Hinter den Spiegel liegt »das (Spiegel-)Reich«, das anscheinend selbst denkt und eigene Ziele verfolgt. Was damit gemeint ist, X sei das Reich, oder Y sei ein Knotenpunkt erschließt sich mir leider überhaupt nicht. Auch solche Unstimmigkeiten, wie dass beide Eltern anscheinend mehr wissen, aber gar nicht versuchen, die Kinder vom Betreten des Spiegelreichs abzuhalten oder sie auch nur zu warnen, werden in keiner Form erklärt. Insgesamt ergibt dieses Buch deshalb für mich keinerlei Sinn. Dass die verwendete Sprache an sich gut lesbar ist, kann das Ganze auch nicht retten.

Fazit

Die Idee ist vielleicht gar nicht so schlecht, doch schafft der Autor es nicht annähernd, die beabsichtigte Aussage an den Leser zu bringen.

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Buch:

Das Spiegelreich

Autor: G. J. Hansen

Taschenbuch, 472 Seiten

Selbstverlag, 23. Mai 2025

 

ISBN-10: 381971524X

ISBN-13: 9783819715242

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B0FD8QBR4G

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition


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Erstellt: 10.07.2025, zuletzt aktualisiert: 10.05.2026 18:50, 24853