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Das Spiel des Asen von Ulrich Drees

Rezension von Christel Scheja

 

„Das Spiel des Asen“ ist nicht der erste Roman des 1967 geborenen Göttinger Autors Ulrich Drees. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er allerdings als Chefredakteur eines Stadtmagazins und Journalist.

Bereits vor knapp zehn Jahren erschien die „Demonworld“-Trilogie um die „Nordmark“ im Heyne-Verlag. Er verfasste auch die Kulturbeschreibungen mehrerer „Demonworld“-Tabletop-Armeebücher und war für andere Rollenspiele aktiv.

Sein neuestes Werk verlässt nun die Gestade der klassischen Abenteuer-Fantasy und bietet ein heute sehr modernes Urban-Fantasy-Szenario.

 

Etwas geht hinter den Kulissen vor sich, und diejenigen, die sich damit beschäftigen wissen, dass nicht ohne Grund plötzlich wieder Auerochsen die Wälder Südniedersachsens unsicher machen und Zuhälter im Spreewald und Berlin durch Wesen sterben, die aus der slawischen Mythenwelt entkommen zu sein scheinen.

Doch wer hat diese außergewöhnlichen und unheimlichen Entwicklungen in Gang gesetzt? Geheimbünde und –orden werden unruhig und hoffen mit ihren Aktionen die Heerscharen des Guten auf den Plan zu rufen.

Drei Männer scheinen im Mittelpunkt der Ereignisse zu stehen. Da ist einmal Thor Bronski, der eigentlich nur einen Sohn aus adligem hause wieder finden möchte. Doch als er plötzlich an einen Magier gerät, bleibt ihm nichts anderes übrig als zu handeln und Partei für die Menschen zu ergreifen. Denn er entdeckt dunkle Pläne, die alles in den Untergang reißen könnten.

Auch Hermann Braun, der eigentlich eine Spezialeinheit der Bundeswehr kommandiert, aber auch ein hochrangiges Mitglied des heute im Geheimen agierenden Deutschen Ordens ist, wird auf die Ereignisse aufmerksam und beschließt zu handeln, auch wenn die Methoden des Bundes alles andere als gottgegeben sind.

Und da ist auch noch Ronny von Freiseneck ein junger Lebemann, der das Anwesen seiner Familie verlassen muss, weil er die Aufnahmeprüfung bei den Rosenkreuzern nicht bestanden hat. Doch dann begegnet er eines Tages einer Rusalka, die ihm enthüllt, dass in ihm ungeahnte magische Kräfte schlummern, die er schleunigst beherrschen sollte, wenn er nicht zu einem Spielball der Kräfte des Guten und Bösen werden will.

Nach und nach enthüllt sich durch die Fabelgestalten und Ereignisse die wahre Natur der schattenhaften Drahtziehers im Hintergrund. Und alle, die mit der nordischen Mythologie vertraut sind ahnen, dass sie etwas unternehmen müssen, ehe ein zweites Armageddon herauf dämmert...

 

„Das Spiel des Asen“ ist waschechte Urban-Fantasy, denn in ihm vermischen sich Realität und Mythologie in einer atemberaubenden Mischung. Dabei zieht er die Ereignisse im Stil eines Thrillers auf – was zunächst noch harmlos beginnt, endet schließlich in einen furiosen Showdown, in dem nicht nur Magie und Kampffähigkeiten, sondern auch Willenskraft und Listigkeit gefragt sind.

Allerdings ahnt man schon früh, wer die Sagengestalt ist, die im Hintergrund agiert, weil sie noch immer gefangen ist. Denn für ein solch hinterhältiges Spiel ohne Skrupel kommt eigentlich nur einer in Frage...

Gerade das macht in der zweiten Hälfte des Buches aber auch ein wenig den Reiz der Geschichte aus. Als Leser ist man durch die Einschübe in Ich-Form und die Kapitelanfänge, in denen Ereignisse in Zeitungsform und Informationen geboten werden, immer ein wenig besser informiert als die Protagonisten, die noch längere Zeit im Dunklen tappen.

All das ist in eine actionreiche Handlung eingebunden, die gelungen mit Elementen aus Mythologie und Esoterik spielt und damit beweist, dass auch Deutschland durchaus Schauplatz eines handfesten Mystery-Thrillers werden kann, in dem man mit harten Bandagen kämpft und aus einer reichhaltige Mythologie zitiert. Man merkt, dass der Autor diese zwar ausgiebig recherchiert hat, aber nur die für ihn wesentlichen Elemente in die Geschichte einbindet und diese nicht überfrachtet.

Allein die Helden vor allem aber die Nebenfiguren bleiben ein wenig blass und unpersönlich, was aber auch daran lieben mag, dass sie nur Aspekte der verschiedenen Teile des Spiels sind und eher die Rolle von Archetypen einnehmen. Man erfährt zwar das ein oder andere über ihren Hintergrund, aber das dient nicht dazu, um ihren Charakter zu vertiefen, sondern um ihre Rolle zu festigen.

 

So bietet „Das Spiel des Asen“ spannende und actionreiche Mystery-Unterhaltung vor einem interessanten mythologisch-esoterischen Hintergrund. Sie spricht all diejenigen an, die ein abwechslungsreiches Abenteuer mit logisch-realistischem Handlungsverlauf und ohne schwülstige Romanzen und konstruierte Beziehungen oder Konflikte genießen möchten.

 

Eure Meinung:


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Das Spiel des Asen

Autor: Ulrich Drees

broschiert, 480 Seiten

Feder und Schwert, erschienen März 2009

Titelbildgestaltung von Oliver Graute

ISBN-10: 3867620539

ISBN-13: 978-3867620536

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 14.08.2009, zuletzt aktualisiert: 30.04.2019 14:17