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Das Theodizee-Problem von Ron Müller

Rezension von Marianne Labisch

Die Welt nach dem Atomschlag, oder besser gesagt, nach mehreren Atomschlägen: Das Gros der Menschen leidet an Krebs und stirbt früh, denn die Krankenversorgung, wie wir sie heute kennen, ist zusammengebrochen. Es gibt weiterhin eine zwei Klassen Gesellschaft. Die Oberen, die versuchen, einen Rest an Ordnung aufrecht zu erhalten und die Unteren, die ums nackte Überleben kämpfen.

Schlaue Leute meinen, wenn die Infizierten sich mit Immunen weiterhin hemmungslos vermehren, dann sei die Chance, dass die Menschheit sich irgendwann einmal regeneriert, relativ schlecht. Daher kommen diese Leute auf die Idee, die Gesunden für einen gewissen Zeitraum abzuschotten, das heißt, in Gefangenschaft zu halten. Dabei sollen sie aber alle möglichen Privilegien genießen. Die Infizierten sollen im ersten Gedankengang sich selbst überlassen werden, was letztendlich darauf hinausgelaufen wäre, dass sie früher oder später sterben würden, denn die Krankenversorgung, die Nahrungsmittelherstellung und alles andere wäre zusammengebrochen. Später glaubt man, es wäre besser, die Infizierten komplett auszurotten.

Diesen schönen Plan stellt ein Psychologe infrage, denn er meint, es gäbe Belege dafür, dass der Mensch in so langer Gefangenschaft, angedacht sind einhundert Jahre, verrückt wird. (Einfach in meinen laienhaften Worten ausgedrückt, der Autor ist viel genauer)

Ob der Titel klug gewählt ist, weiß ich nicht, aber der Roman ist gut und spannend verfasst. Ich schätze, dass er auch gut recherchiert ist. Der Autor bemüht sich, dem Leser die Beweggründe seiner Akteure zu vermitteln, wobei mir die rechte Hand des Kanzlers zu wenig Zweifel hat. Aber das mag durchaus subjektiv sein. Ich finde, die Idee, die Gesunden zu schützen, um das Überleben der Menschheit zu gewähren, nicht abwegig, wobei ich mir nicht sicher bin, ob die Erde nicht groß genug für alle Überlebenden gewesen wäre und man nicht alleine durch Abstand das Gleiche hätte erreichen können. Diese Idee scheint nicht einmal ansatzweise in irgendeinem Kopf herumzuspuken.

Das Einzige, das ich nicht so optimal gelöst fand, waren diverse mögliche Enden, die in die laufende Handlung eingestreut wurden. Das ist sicher neu und kreativ, aber mich hat es irritiert. Auch das könnte Geschmackssache sein.

Ich vergebe vier von fünf Sternen

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Eure Meinung:

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Buch:

Das Theodizee-Problem
Autor: Ron Müller
Taschenbuch, 260 Seiten
p.machinery, November 2020
Cover: Lothar Bauer

ISBN-10: 3957652219
ISBN-13: 978-3957652218

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-ASIN: B08MFBG824

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 27.05.2021, zuletzt aktualisiert: 27.05.2021 15:26