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Das Tor Gottes

Reihe: Rex Mundi, Band 6

Rezension von Christel Scheja

 

Mit einem guten Jahr Verzögerung erscheint nun endlich der sechste und abschließende Band der Serie „Rex Mundi“. Sie ist in einem Europa angesiedelt, in dem die katholische Kirche ihre Macht bewahren konnte und viele Länder Europas weiterhin Monarchien sind. Ebenso hatte die Reconquista keinen Erfolg, so dass auch im Jahr 1933 das Emirat von Cordoba weite Teile der iberischen Halbinsel beherrscht und das osmanische Reich auch noch nicht zusammen gebrochen ist.

 

Allerdings hat eine neue Macht das Antlitz von Europa verändert. Der Herzog von Lorraine hat – beseelt von dem Gedanken, ein Nachkomme der Merowingerkönige und vom Blute Christi zu sein – gegen die Regierung geputscht und die Macht ergriffen. Erfüllt von dem Traum, Europa unter einer Flagge zu vereinen, erobern seine Armeen ein Land nach dem anderen.

Um den Herzig ranken sich inzwischen die wildesten Gerüchte. Auch wenn er politisch und militärisch kein gutes Händchen hat und sich in einem Zweifrontenkrieg verzettelt, den er so nicht gewinnen kann, scheint er doch mehr als ein Mensch zu sein, da er magische Kräfte besitzt.

Kaum jemand weiß, dass sich diese auf das Geheimnis eines verborgenen Tals in den Pyrenäen verbergen, in denen ein ganz besonderer Wein hergestellt wird.

Dorthin ist inzwischen auch der jüdische Arzt Julien Sauniere gelangt, der gleichermaßen von der Inquisiton des Vatikans und den Schergen Lorraines gejagt wird, weil er ihnen schon mehrfach ins Gehege gekommen ist und zudem viel zu viel weiß. Zudem verbindet ihn eine besondere Beziehung mit Genevieve Tournon, der derzeitigen Ehefrau des Herzogs.

Noch weiß letzterer nicht, dass seine Tochter Isabelle zu einer heimlichen Verbündeten Julien Saunieres geworden ist und ihm die Geheimnisse der Familie anvertraut hat.

Das Leid der Menschen in dem Tal, die wie er nicht dem christlichen Glauben angehören, schürt Juliens Wunsch, den Herzog ein für alle Mal auszuschalten, in dem er ihm das nimmt, was Lorraine erst die Macht verleiht – der „Wein Davids“.

 

„Das Tor Gottes“ schließt direkt an „Das Tal am Ende der Welt“ an und enthüllt nun auch die letzten Geheimnisse der Familie des Herzogs von Lorraine, unter anderem eines, dass auch Julien Saunieres Beziehung zu dieser Familie in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Wie zu erwarten, tappen die Helden erst einmal in die Falle und sind ihren Gegenspielern hilflos ausgeliefert, aber genau das bringt sie in die Lage, etwas zu unternehmen. Dabei werden auch die letzten Fragen beantwortet, die die Familie Lorraine betreffen.

Ins Hintertreffen geraten dabei die historischen Entwicklungen. So wird nur angerissen, dass der Herzog quasi nationalsozialistisches Gedankengut aufgreift und mehrfach auch von „Rassereinheit“ spricht und die ganze alte Welt unter seiner Flagge vereinen will.

Warum Julien Sauniere ihm am Ende standhalten kann – das ist sehr interessant und logisch gemacht.

Wieder gibt es genug Anspielungen auf die Gerüchte um Nachkommen von Jesus und Maria Magdalena, die Dan Brown zu seinem Bestseller „Sakrileg“ inspiriert haben und nun dafür sorgen, dass sich der Gegenspieler für einen zweiten Erlöser hält.

Der komplexe Hintergrund bleibt weiterhin gut durchdacht, denn auch wenn letztendlich nicht mehr so viel passiert, und sich alles auf die letzten Konfrontationen konzentriert, so zwingt Arvid Nelson seine Leser doch immer noch zum Aufhorchen und Mitdenken. Man bedauert fast, dass die Entwicklungen in Europa nur noch eine Nebenrolle spielen und am Ende offen bleiben, während die Hauptgeschichte fast biblisch ausklingt.

Auch die Zeichnungen können sich mehr als sehen lassen, denn mit seinem fotorealistischem Stil erweckt der Juan Ferreyra die Welt von „Rex Mundi“ fast zum filmischen Leben, gerade wenn es auf den Showdown zugeht.

 

Sicherlich beantwortet „Das Tor Gottes“ nicht alles Fragen aber der abschließende sechste Band ist der Saga würdig, denn sowohl dem Autor als auch dem Zeichner gelingen durch ihre Liebe zum Detail und dem so komplexen wie überraschenden Aufbau der Handlung eine Geschichte aufzubauen, die auch nach dem Beenden der Lektüre noch eine ganze Weile nachhallt.

Eure Meinung:


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Das Tor Gottes (Rex Mundi, Band 6)

Autor. Arvid Nelson

Zeichnungen: von Juan Ferreyra, Guy Davis & Brian Churilla

Farbe: Dave Steward, Jason Millet

Aus dem Englischen von Joachim Stahl

Rex Mundi – Book 6: Gate of God, USA 2007-2010

Comic, Hardcover, 192 Seiten

Ehapa Comic Collection, Köln, erschienen Februar 2011

ISBN-10: 3770433734

ISBN-13: 978-3770433735

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 22.04.2011, zuletzt aktualisiert: 17.11.2019 13:35