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Das Vermächtnis des Kupferdrachen von Ulrike Schweikert

Reihe: Die Drachenkrone

Rezension von Christel Scheja

 

In Anbetracht der Tatsache, dass Ulrike Schweikert eine erfolgreiche Autorin von historischen Romanen ist, erscheinen die Bände ihres Fantasy-Zyklus um die Mondpriesterin Rolana und die Drachenkrone nicht in der Fantasy- sondern in der Allgemeinen Reihe, um ein größeres Publikum zu erreichen.

 

Das Buch beginnt dort, wo "Die Drachenkrone" aufhörte. Die Gruppe junger Abenteurer um die Mondpriesterin Rolana sucht noch einmal die sterbende Drachin in den Katakomben unter Schloss Theron auf. Diese vertraut ihnen ihren kostbarsten Schatz an: Das Drachenei, das ihren Sohn beherbergt, den letzten Nachfahren der weißen Drachen. Die Menschen sollen es zu einem befreundeten goldenen Drachen bringen, damit dieser ihn aufzieht und auf seine Aufgabe vorbereitet.

Denn Astorin, der finstere Magier hat es immer noch nicht aufgegeben, die Drachenkrone zu vollenden, mit der man die mächtigen Wesen beherrschen kann. Im Hort eines roten Drachen, mit dem er einen schweren Kampf ausficht, bringt er den zweiten Teil des Artefaktes an sich. Er erfährt aber auch, dass ein weiterer weißer Drache bald geboren werden wird- die einzige Macht, die die Kraft der Krone bannen kann.

Nicht ahnend, dass man sie schon erwartet, macht sich die Gruppe auf den Weg. Doch die Reise scheint unter einem dunklen Stern zu stehen, denn schon kurz nach Antritt fällt das Ei aus dem Wagen und das Drachenküken schlüpft. "Coralin", so nennt er sich bald ist schwerer zu hüten als ein Sack Flöhe, vor allem wenn man zwischendurch auch noch gefangene Zwerge aus einer Erzmine retten will.

Auf Burg Theron indes versucht die junge Gräfin Laminia ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen und die Macht zu sichern. An ihrer Seite stehen der Elb Serandir und der Magier Vlaros, doch auch sie erfahren erst zu spät von dem Netz aus Intrigen, dass um die junge Herrscherin gesponnen wird.

 

In der Knaur-Ausgabe von "Die Drachenkrone" hat Ulrike Schweikert zugegeben, früher einmal eine begeisterte Rollenspielerin gewesen zu sein und selber eine (A)D&D-Gruppe geleitet zu haben. Das merkt man dem Roman auch an. Vor allem die Heldentypen und die benutzten Zauberer erinnern sehr stark an dieses System, auch der inflationäre Einsatz bestimmter Kreaturen wie Drachen und Oger. Das Buch liest sich wie die ausgeschmückte Aufzeichnung einer Kampagne.

Vielleicht ist das auch seine größte Schwäche. Ulrike Schweikert konzentriert sich nämlich sehr auf die Handlung und treibt diese voran, denn die Charaktere bleiben durchweg blass und sind auf wenige Charaktereigenschaften reduziert. Seit dem ersten Buch haben sie sich durch ihre Erfahrungen nicht oder nur sehr oberflächlich weiter entwickelt, was man vor allem bei der Elfe Ibis oder der Gräfin Laminia merkt. Als erfahrener Leser nimmt man nicht wirklich Anteil an ihrem Schicksal oder ihrem Leid.

Der Stil der Autorin ist ungewöhnlich naiv, irgendwie habe ich immer das Gefühl, dass das Manuskript eigentlich ein Frühwerk von Ulrike Schweikert ist, das zumindest schon in größeren Teilen vor ihren historischen Romanen entstand.

 

"Das Vermächtnis des Kupferdrachen" sollte man auf jeden Fall erst lesen, wenn man sich bereits "Die Drachenkrone" vorgenommen hat, da viele der früheren Geschehnisse zwar erwähnt aber nicht weiter ausgeführt werden. Man erhält für sein Geld ein buntes, exotisches Abenteuer, in dem man als Rollenspieler viel von eigenem Gruppenverhalten wiedererkennen kann, all zu viel Tiefgang oder Charakterentwicklung sollte man allerdings nicht von dem Roman erwarten.

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Das Vermächtnis des Kupferdrachen

Autorin: Ulrike Schweikert

broschiert, 446 Seiten

Blanvalet, erschienen März 2006

ISBN: 3-442-36303-9

Titelbild von Krasny

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 07.03.2006, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13