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Das Vermächtnis des Piraten von Hauke Kock

Reihe: Abenteuer Geschichte

Rezension von Lars Perner

 

Rezension:

Johann wurde zu seinem Vetter Marten geschickt. Bei dessen Vater Hinrich Brockhusen soll er in die Kaufmannslehre gehen. Und anstatt Langerweile erlebt er dann auch gleich zum Auftakt einen Piratenüberfall mit. Erstaunlicherweise scheinen es die Piraten aber weder auf die Ladung der Kogge noch auf die Goldstücke des Kaufmanns abgesehen zu haben. Im Mittelpunkt ihres Interesses scheint die Tasche mit den Handelspapieren zu sein, die der Kaufmann ständig mit sich führt. Auf Grundheftiger Gegenwehr gelingt es den Kaufleuten den Angriff abzuwehren. Doch kurz darauf gelingt es einem der Halsabschneider doch noch in den Besitz der Tasche zu kommen. Hinrich und die beiden Jungen jagen dem Dieb hinterher. Auf dem Hinrichtungsplatz können sie ihn stellen und bekommen die Tasche wieder zurück. Als sie dann endlich mit dem Schiff in Hamburg ankommen, geschehen weitere merkwürdige Dinge, die Brockhusen veranlassen, schnellstmöglich in seine Heimatstadt Lübeck zurück zu kehren. Sein Sohn und dessen Freund sind dabei kein bisschen schlauer geworden und beschließen das Geheimnis zu lüften, was der Kaufmann zu verbergen versucht.

 

Dass Piraten nicht erst ein Problem des 18.Jahrhunderts sind und in der Karibik vertreten waren, kann man in dieser Geschichte hautnah miterleben. Zur Blütezeit der Hanse trieben viele Freibeuter ihr Unwesen auf Ost- und Nordsee. Der berühmteste war wohl Störtebecker. Zum Zeitpunkt der Handlung der Geschichte ist dieser bereits hingerichtet und trotzdem sorgt er auch noch nach seinem Tode für Zwietracht. Das gesamte Raubgut soll als legendärer Schatz noch irgendwo vergraben sein und jedermann ist hinter diesem her. Mit den beiden Jungen begibt sich der Leser auf Streifzüge durch das mittelalterliche Lübeck. Richtig dramatisch wird es dabei zwar nie, die Schnitzeljagd nach den Hinweisen auf den Schatz ist aber trotzdem spannend. Die zahlreichen Illustrationen stammen vom Autor persönlich und dienen wie immer in der Reihe Tatort Geschichte nicht nur als schmückendes Beiwerk sondern geben oft einen Hinweis zur Lösung des Falles. Denn der Leser wird durch die Rätselfragen am Ende jeden Kapitels in die Handlung aktiv einbezogen. Sicher stellen die Fragen niemanden vor ernsthafte Probleme, im Zweifelsfall finden sich aber die Lösungen dafür weiter hinten im Buch. Das mittelalterliche Leben ist schön geschildert, allerdings treten die Deutschordensritter zu klischeehaft als besonders nobel und edel auf.

 

Wie üblich finden sich im Anhang viele Erläuterungen, die für eine erste Information ausreichend sind, so dass nicht zwingend weitere Sachlektüre notwendig ist. Angefangen beim dreiseitigen Glossar, dass die wichtigsten (insbesondere maritime) Fachbegriffe erläutert und der Zeittafel, welche die wichtigsten Ereignisse zwischen den Jahren 1150 und 1450 zusammen fasst. Um umfangreichsten sind dann die Erläuterungen zur historischen Person des Piraten Störtebecker und seines größten Gegners – der Hanse. Diese können vor oder nach der eigentlichen Geschichte gelesen werden.

Eine grobe Übersichtskarte des Wirtschaftsraumes der Hanse schließt Sachteil und Buch dann endgültig ab.

 

Fazit:

Auch wenn sich hinter dem Kriminalfall eher eine normale Abenteuergeschichte verbirgt, bringt diese kurzweilige Unterhaltung mit einem Hauch Schatzsuche in den engen Gassen des mittelalterlichen Lübecks.

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Das Vermächtnis des Piraten - Ein Ratekrimi um Klaus Störtebeker

Reihe: Abenteuer Geschichte

Autor: Hauke Kock

Loewe Verlag, 15.Juni 2009

(Hardcover), 128 Seiten

ISBN-10: ISBN 3785565275

ISBN-13: ISBN 9783785565278

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 22.10.2009, zuletzt aktualisiert: 16.04.2020 12:15