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Das Virus von Steven Harper

Reihe: Battlestar Galactica 3

 

Rezension von Christel Scheja

 

Es gibt wohl kaum eine Science Fiction Serie der letzten Jahre, die umstrittener ist als „Battlestar Galactica“. Die Neuauflage der gleichnamigen Serie aus den frühen achtziger Jahren verzichtete nämlich darauf das alte Konzept zu kopieren. Man erschuf aus einigen Motiven der Serie eine ganz andere Geschichte.

Was blieb ist die Rahmenhandlung. Auch hier sind die letzten Überlebenden der Menschen auf der Flucht vor ihren Verfolgern. Doch die Zylonen sind nicht mehr nur zyklopenäugige und chromblitzende Maschinen, sondern inzwischen von den Menschen nicht mehr zu unterscheiden, da biologisch heran gezüchtet. Längst haben sie die Kolonien und die Flüchtlinge unterwandert und warten nur auf einen geeigneten Augenblick, um erneut zuzuschlagen. Dementsprechend paranoid sind die Flüchtlinge unter der Führung von Admiral Adama und Präsidentin Roslyn.

Die Flotte kämpft sich noch immer durchs All, aber Angst und eine bedrückende Atmosphäre macht sich unter den Überlebenden breit. Jeder könnte ein Zylone sein, und die Gefahr ist akuter denn je.

 

Um so vorsichtiger geht man mit den Menschen um, die aus scheinbarer zylonischer Gefangener nach kurzem aber heftigen Gefecht von einer Viper-Staffel in einer Rettungskapsel geborgen wird. Da man immer noch nicht alle menschlichen Zylonenmodelle kennt, könnte auch er ein künstlicher Mensch sein, der die Überlebenden unterwandert. So fordert man, dass der Gerettete gleich wieder durch die Luftschleuse ins All gestoßen wird.

Doch der Popstar und Sänger Peter Attis hat unerwartete Fürsprecher. Kara „Starbuck“ Thrace, die ihn selbst geborgen hat, ist sich sicher, dass der Mann der ist, der er zu sein behauptet. Dafür war er über Jahre hinweg eine zu öffentliche Person, und Zylonen haben sich sicher nicht mit Teenager-Magazinen beschäftigt. Zusammen mit anderen kann sie beweisen, das er der ist, der er zu sein behauptet und unterstützt ihn beim Aufbau eines neuen Lebens, was von Lee Adama sehr argwöhnisch beobachtet wird.

Doch kurz nachdem Peter Attis die Galactica und andere Schiffe betreten hat, beginnt sich dort eine geheimnisvolle Seuche auszubreiten, die zu babylonischer Sprachverwirrung, Zusammenbruch, Koma und schließlich Tod führt.

Ganz offensichtlich haben die Zylonen den Sänger mit der Krankheit präpariert.

Nun ist guter Rat teuer, denn es ist gar nicht mehr so einfach an ihn heran zu kommen. Nicht nur, dass er durch die Medien zu einer öffentlichen Person wurde, um ihn herum scharren sich nun auch jede Menge Anhänger einer häretischen neuen Glaubensrichtung, die ihre Messias um jeden Preis beschützen wollen...

 

Der Roman ist laut Autor in der zweiten Staffel zwischen den Folgen „Die Hoffnung lebt“ und „Pegasus“ angesiedelt, so dass man die Serie schon bis zu diesem Zeitpunkt kennen sollte, um die Handlung nachvollziehen zu können. Denn ein wesentlicher Teil der Geschichte basiert auf dem bis dahin gesammelte Wissen über die Figuren und die Hintergründe, speziell die Zylonen. Wie schon in „Saggitarius is Bleeding“ geht es auch diesmal um Manipulation und Glauben, so dass die Action an sich etwas in den Hintergrund tritt.

Die Konflikte sind oft eher moralischer und ethischer Natur, wobei der Autor wohlweißlich darauf verzichtet zu sehr in die Tiefe zu gehen und es sich am Ende doch eher einfach macht, indem er eine Zylonin auftauchen lässt, die im Endkampf dafür sorgt, dass die Helden Kara Thrace und Lee Adama neben den Anführern der Menschheit eine weiße Weste behalten. Dementsprechend geschickt kann er das moralische Dilemma um das schwangere Zylonenmodell Sharon Valerii und das Schicksal von Peter Attis beiseite schieben und muss sich nicht weiter darum kümmern.

Dabei trübt er allerdings den guten Gesamteindruck der ersten beiden Drittel des Romans, in denen er die Spannung langsam und geschickt aufbaut. Da es gerade im Showdown sehr hektisch zugeht, muss man schon genau überlegen, wer eigentlich jetzt wie überlebt, und was den Flüchtlingen am Ende von dem Zwischenfall bleibt.

 

Auch wenn „Das Virus“ etwas verständlicher als sein Vorgänger „Saggitarius is Bleeding“ ist und das ein oder andere erklärt, so ist der Roman doch in erster Linie wieder nur für die Fans geschrieben, da nur diese sich die handelnden Figuren und ihr Verhalten wirklich vorstellen und nachvollziehen können.

 

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Battlestar Galactica: Das Virus

Reihe: Battlestar Galactica Bd. 3

Autor: Steven Harper

Broschiert: 352 Seiten

Verlag: Panini Books (13. Dezember 2007)

ISBN-10: 3833216433

ISBN-13: 978-3833216435

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 16.01.2008, zuletzt aktualisiert: 16.04.2019 09:45