Weil seine Eltern auf Forschungsreise gehen, soll Zander die Ferien bei seiner Oma verbringen. Und das heißt, dass er in einem der berühmtesten Kaufhäuser der Welt wohnt, dessen Chefin seine Oma ist. Hier lernt er auch die gleichaltrige Natascha kennen. Doch gerade jetzt ereignen sich im Kaufhaus eigenartige Zwischenfälle. Könnten die kryptischen Inschriften, die es auf allen Etagen gibt, damit im Zusammenhang stehen? Zander und Natascha beschließen, dem Rätsel auf die Spur zu kommen.
Mit diesem Kinder- beziehungsweise Jugend-Urban-Fantasy-Abenteuer beschreitet Ben Guterson recht ungewohnte Wege. Die meisten Fantasy-Elemente, die man aus diesem Genre gewohnt ist, wird man in diesem Buch vergeblich suchen. Überhaupt bleibt der Fantasy-Aspekt eher dezent im Hintergrund. Eine unmittelbare Interaktion mit dem jungen Protagonisten findet nicht statt. Das heißt aber keinesfalls, dass Zanders Erlebnisse langweilig wären. Die ihm völlig fremde Welt des Kaufhauses, das für den Jungen wie ein großer Erlebnispark erscheint, ist das bestimmende Element der Geschichte. Dass es dabei das Kaufhaus zu retten gilt, entspricht dagegen schon eher der Erwartungshaltung an ein solches Buch.
Was mich allerdings etwas irritiert, ist die Darstellung der Handlungswelt an sich. Die Lebenswelt wirkt typisch amerikanisch, die Erwachsenen werden beispielsweise mit Mr. und Mrs. angesprochen. Dagegen klingen die vorkommenden Personen- und Ortsnamen überwiegend russisch. Dieser Widerspruch erschwerte es mir leider etwas, mich in diese Welt einzufinden, wobei dieser Punkt aber eigentlich auch der einzige erwähnenswerte Kritikpunkt an der ansonsten gelungenen Story ist.
Der Autor fokussiert sich erzählerisch ganz auf seinen Protagonisten Zander. Illustrationen von Kristina Kister und Mandalas des Autors ergänzen die Geschichte.