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Das Zauberer Handbuch von Michael Peinkofer

Schreib deinen eigenen Fantasy-Roman

 

Rezension von Christel Scheja

 

Schreibratgeber gibt es immer wieder, auch für die phantastischen Genres. In dieser Hinsicht folgt Das Zauberer-Handbuch von Michael Peinkofer einer alten Tradition.

Der erfolgreiche Autor von mehren Fantasy-Zyklen und historischen Romanen, präsentiert mit diesem Sachbuch eine weitere Anleitung für alle, die Lust bekommen haben, sich an die Tastatur zu setzen.

 

Der Aufbau folgt einem ebenfalls bekannten Muster. Vor dem Schreiben steht natürlich erst einmal die Ideenfindung. Warum will ich überhaupt schreiben? Was gefällt mir selbst am besten und könnte mich deshalb so fesseln, dass ich es schaffe, mein Buch auch zu vollenden? Wo finde ich überhaupt Anregungen und Ideen? Nur in anderen Romanen oder vielleicht auch in meinem persönlichen Umfeld oder im öffentlichen Leben, in Nachrichten, Fernsehsendungen und Zeitschriften?

Wie formuliere ich diese Idee aus und klopfe sie darauf ab, ob sie auch für ein Buch ausreichend ist? Erweist es sich als sinnvoll, sich zumindest den groben Verlauf zu skizzieren, um schon einmal eine Richtung zu haben, wenn ich mit dem Schreiben loslege, auf die ich zuarbeiten kann?

Wie schaffe ich für mich die besten Bedingungen zum Schreiben, was tue ich, wenn die Worte einmal nicht so fließen wollen, wie sie sollen? Und was ist, wenn ich tatsächlich damit fertig werde. Wie bringe ich mein Manuskript in die richtige Form und finde den richtigen Verlag? Was kann ich von den Verträgen und Tantiemen erwarten? Werde ich von meiner kreativen Arbeit wirklich leben können?

 

Michael Peinkofer wählt einen sehr persönlichen Weg, um sein Wissen und seine Erfahrungen an die Leser zu bringen. Er schildert am Beispiel seiner eigenen Romane, wie er sich die Ideen und die Handlung erarbeitet hat, was ihn inspirierte und wo er genauer recherchieren musste, um glaubwürdig zu wirken. Denn nicht alles kann man nur dem Zufall überlassen.

Auch beim Schreiben selbst zeigt er, wie man Szenen spannender und plausibler gestalten kann, damit auch kritische Leser zufrieden sind. Er nennt den ein oder anderen Fallstricke in der eigenen Kreativität, über die selbst erfahrene Autoren gelegentlich stolpern, wenn auch seltener als Anfänger.

Immer wieder betont er, dass für einen Autoren zwei wichtige Voraussetzungen gelten: Ohne Durchhaltevermögen und Disziplin geht gar nichts, denn Schreiben ist mit einem Vollzeitjob vergleichbar und kann quälend werden, wenn man einmal in ein Loch fällt. Auch nach der x-ten Ablehnung sollte man nicht aufgeben und an sich zweifeln, sondern es immer wieder versuchen – notfalls mit einem anderen Konzept. Die wenigsten Autoren haben mit einem Erfolg angefangen und selbst solche Shooting Stars wie J. K. Rowling.

Er rät auch dazu, eine ganze Weile den Markt zu beobachten, ehe man ein Manuskript einreicht. Wie sieht das Programm eines Verlages aus? Setzt dieser auf Nummer sicher oder ist er bereit, auch einmal ein Risiko zu wagen? Verändert sich der Schwerpunkt mit der Zeit? Und vor allem: Könnte meine Idee für die Lektoren interessant sein?

Er scheut sich nicht, Illusionen zu zerstören, die jeder hat, wenn er jung anfängt zu schreiben. Selbst wenn man es schafft, einen Roman in einem größeren Verlag zu veröffentlichen, heißt das nicht, dass man gleich Unmengen an Geld verdient oder aber freie Bahn für weitere Veröffentlichungen hat. Nur die wenigsten Autoren können heute von ihrer Arbeit leben – und bezahlen nicht nur Steuern und private Versicherungen, sondern auch einen gewissen kreativen Preis dafür.

Gerade diese persönliche Handhabung des Themas weiß zu gefallen, denn es wirkt offen und ehrlich gegenüber den Lesern, die Tipps haben Hand und Fuß. Sie werden mit passenden Beispielen belegt, seien es nun eigene Erfahrungen oder die von Kollegen.

Der lockere Stil des Autors sorgt zudem dafür, dass das an und für sich sich trockene Thema unterhaltsam präsentiert wird.

 

Fazit:

Letztendlich bietet »Das Zauberer-Handbuch« vielleicht kein Erfolgsrezept um professioneller Autor zu werden, sondern einen so interessanten wie realistischen Einblick hinter die Kulissen der deutschen Phantastik-Szene, die auch für Leser spannend sein könnte, die nicht vorhaben, selbst ein Buch zu schreiben.

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Eure Meinung:

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Buch:

Das Zauberer Handbuch

Autor: Michael Peinkofer

Taschenbuch, 332 Seiten

Piper, September 2012

Titelbild: Alan Lathwell

 

ISBN-10: 3492267912

ISBN-13: 978-3492267915

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B00766ZRK4

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 09.09.2012, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13