Remixe sind in der Musikbranche sehr beliebt. Mit Absolute Batman Band 1 gibt es nun auch das Äquivalent in Comicform. Die Details dürften nicht jeden Fan interessieren – da geht es vor allem um parallele Welten und den fiesen DC-Gott Darkseid. Tatsache ist aber, dass es jetzt ein Setting gibt, in dem die klassischen DC-Heroen zwar ebenfalls existieren. Hier haben es die Kämpfer für das Gute aber deutlich schwerer – auch weil sich einige Ereignisse etwas anders entwickelt haben.
Im Absolute-Universum kämpft Bruce Wayne als Batman ebenfalls gegen das Verbrechen in Gotham. Dabei hat es der Vigilant jedoch mit noch mehr Herausforderungen zu kämpfen. Denn hier stehen ihm kein Milliardenvermögen, das Know-how von Wayne Enterprises oder technische Spielzeuge zur Verfügung. So muss er stattdessen mit seiner Findigkeit Gegner wie die brutale »Party Animal«-Gang bekämpfen.
Autor Scott Snyder kennt sich im Batman-Universum nicht nur dank seiner Arbeit an Batman: Metal bestens aus. Hier kreiert er eine packende Alternativwelt, die härter und düsterer als das Original ist. Das Ergebnis ist ein Dark Knight, der diese Bezeichnung wirklich verdient. Wer zuvor von den endlosen Ressourcen des Milliardärs Bruce Wayne gelangweilt war, kommt hier auf die Kosten. Zudem macht es Spaß, herauszufinden, welche Faktoren sich im Vergleich zum Original verändert haben. Diesbezüglich überzeugt vor allem die neue Rolle von Alfred Pennyworth, den Snyder stellenweise als eine Art Erzähler fungieren lässt. Aber auch der neue Bezug von Bruce Wayne zur Fledermaus sowie eine Pokerrunde mit ungewöhnlichen Teilnehmern sind gute und unterhaltsame Ideen. Dazu kommt ein kurzweiliger Plot, der sich in Band 1 erst langsam entwickelt, jedoch bereits einen ikonischen – und im neuen Setting auch extrem reichen – Batman-Gegner vorstellt.
Verantwortlich für die Bebilderung des Comics ist Nick Dragotta. Dem US-Künstler gelingt es, die Vision von Snyder zeichnerisch überzeugend umzusetzen. Alles wirkt härter und dunkler als gewohnt. Dabei präsentiert Dragotta den Dunklen Ritter immer wieder seitenfüllend in starken Posen. Auch die Hauptfigur selbst verändert er. Der neue Batman ist deutlich massiger und bulliger, sodass das Ergebnis fast schon etwas zu viel des Guten ist, und Bane Konkurrenz macht. Nicht ganz gelungen ist das fast rechteckige Logo auf der voluminösen Brust des Helden. Denn das sieht fast so aus, als hätte der Fledermausheld hier einen Markennamen aus rechtlichen Gründen überkleben müssen.