DC All In soll die Abenteuer bekannter Superhelden in einer düstereren Welt schildern. Dementsprechend ändert sich in Absolute Wonder Woman 1 auch die Ausgangssituation der Amazone Diana entscheidend. Die verbannt Göttervater Zeus hier nämlich schon in Kindheitstagen in die Unterwelt. Dennoch findet die Kriegerin ihren Weg auf die Erde und stellt sich dort mit ihrem wiederbelebten Reittier Pegasus einer scheinbar übermächtigen Gefahr.
Verantwortlich für die Storyline ist Kelly Thompson. Die vor allem durch ihre Arbeit an Black Widow bekannte Autorin macht vieles richtig. So stellt sie eine Bedrohung für die Erde fast direkt an den Anfang und verzichtet auf Vorgeplänkel. Das ganze Setting wirkt im Vergleich zum Altbekannten insgesamt düsterer und mystischer. Dianas Geschichte erzählt Thompson immer wieder rückblickend in kleinen Häppchen. Dadurch entsteht Dynamik beim Storytelling. Gleichzeitig bleibt das Bedrohungsszenario im ersten Band rätselhaft und nebulös, sodass die Spannung sich noch nicht entlädt. Das dürfte großen Teilen des Lesepublikums Lust auf den nächsten Band machen. Erst dann oder vielleicht sogar noch später wird man sehen, ob sich die einzelnen Mosaikstücke zu einer kohärenten Geschichte formen.
Hayden Sherman (Batman) erweckt die düstere Diana-Dystopie visuell zum Leben. Auffällig sind dabei seine variablen Panelumrandungen, die den Zeichnungen oft mehr Lebendigkeit verleihen und sich gut dafür eignen, einzelne Details zu betonen. Der Künstler hat offensichtlich Spaß daran, Dinge auszuprobieren, und schießt dabei nur selten über das Ziel hinaus. Bei der Gestaltung der Monster orientiert sich Sherman offensichtlich an Lovecrafts Cthulhu-Mythos und an der Erfolgsserie Stranger Things. Einige Designentscheidungen sind allerdings weniger gelungen. So passt der skelettierte Körper des wiederbelebten Pegasus irgendwie nicht zu dessen mit Federn bedeckten Flügeln. Auch Dianas Schwert im Anime-Stil überbreit und eckig zu gestalten, wirkt nicht ganz stimmig.