Superman ist bekanntlich (fast gar) nicht kaputtzukriegen. Doch in All-Star Superman sieht sich der Stählerne seinem nahenden Tod gegenüber. Bis dahin ist jedoch noch viel zu erledigen. So benötigen nicht nur seine Geliebte Lois Lane und sein Kumpel Jimmy Olsen die Hilfe des Prototypen aller Superhelden. Auch Atlas sowie Samson sorgen für Unruhe und dann sind da auch noch Bizarro sowie Supermans Erzfeind Lex Luthor.
Grant Morrison (Batman Reborn) zählt zu den beliebtesten Comic-Autoren der Gegenwart. Hier sprüht er geradezu vor Ideen und baut fast jeden Superman-Topos irgendwie in seine Geschichte ein. Vieles davon ist gelungen und ermöglicht einen interessanten Blick in die Psyche und Welt des Stählernen. So beleuchtet der Schotte ausführlich das Verhältnis zu Lois Lane und macht sich augenzwinkend über die Unfähigkeit von Supermans Umfeld lustig, hinter ihm den Reporter Clark Kent zu sehen. Auch die Rivalität mit Lex Luthor und dessen Weltsicht sind packend und glaubhaft gestaltet. Allerdings will der schottische Autor in einem einzigen Band einfach zu viele Aspekte aus der Superman-Historie aufgreifen, sodass er zu oft nur die Oberfläche ankratzen kann. Zuweilen verliert er sich auch in weniger spannenden Episoden – etwa im Fall der Bizarro-Welt. So ergibt sich am Ende zwar ein faszinierendes episodenhaftes Comic, aber keine wirklich runde Geschichte – zumal einige Kapitel unverbunden wirken und in der Luft hängen.
Die visuelle Umsetzung obliegt Morrisons Kumpel Frank Quitely. Die beiden gebürtigen Glasgower haben bekanntlich schon mehrfach – etwa für Batman vs. Robin – zusammengearbeitet. Deswegen überrascht es nicht, dass sich Texte und Zeichnungen richtig gut ergänzen. Quitely liefert auch einige starke Panels – vor allem, wenn Superman und Lois Lane im Vordergrund stehen. Dabei lässt er immer wieder eine Haarlocke des Stählernen ein »S« formen. Allerdings sind nicht alle Zeichnungen durchgängig auf Top-Niveau und auf manchen Seiten bleiben einige Stellen schlicht weiß, was etwas unbefriedigend ist.