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Dead Space - Extraction (Nintendo Wii)

Rezension von Cronn

 

Rezension:

Was ist hier passiert?

Noch vor wenigen Stunden schien alles auf dem Planeten innerhalb der Kolonie in bester Ordnung zu sein. Die Vorgänge in der Mine liefen geregelt ab. Alles in bester Ordnung. Und nun das!

Überall liegen Tote herum, die Wandverkleidung ist herausgerissen, Fetzen von Papier und anderer Unrat beschmutzt den Boden, von den vielen roten Pfützen ganz zu schweigen...

Verdammt! Was war hier los?

Ich muss unbedingt rauskriegen, welche Katastrophe den Minenplaneten getroffen hat. Unserer Kolonie ging es doch so gut! Woher kommt der unsichtbare Angreifer.

Vorsichtig bewege ich mich durch den halbdunklen Laborkomplex. Überall zischen elektrische Entladungen im Dunkeln, bilden bogenförmige Strombahnen. Funken fliegen von den zerstörten Geräten, die noch immer Saft haben. Irgendwo jammert eine Frau.

Ich biege um einen großen Labortisch herum und blicke auf eine Angestellte des Labors, die sich in embryonaler Haltung auf dem Boden hinter dem Tisch krümmt.

„Was ist geschehen?“, will ich von ihr wissen.

Sie schaut mich verstört und mit blutunterlaufenen Augen an. Es scheint so, als würde sie mich gar nicht wahrnehmen. Doch dann kommt Erkennen in ihren Blick. Sie antwortet mit stockender Stimme.

„Sie waren überall. Scherenartige Arme, verkrümmte Körper. Sie zerfleischen die Toten und die Lebenden. Aber es sind keine Aliens...es sind im Tod mutierte Menschen. Wir haben ihnen den Titel „Nekromorphs“ gegeben.“

„Wir?“ Ich blicke sie erstaunt an und ziehe eine Braue hoch. Die Frau zittert und weist mit ihrem Arm auf die Tür.

„Dort ist William Turner, der Laborchef. Er hat den Namen für die Angreifer erfunden. Sie kamen aus den Lüftungsschächten...“

Sie beginnt hemmungslos zu weinen. Es hat keinen Sinn mehr weiter auf die Frau einzureden. Ich muss mit dem Laborchef sprechen. Langsam nähere ich mich der Tür.

„Mister William? Ich muss mit ihnen reden. Öffnen Sie die Tür!“

Doch die Türsteuerung zeigt immer noch „Geschlossen“ an.

Ich poche mit der behandschuhten Faust dagegen.

„Mr. Turner?“

In diesem Moment geschehen zwei Dinge gleichzeitig: Zum einen wechselt die Türanzeige von „Geschlossen“ auf „Geöffnet“ und zum anderen beginnt die Frau hinter mir zu schreien. Ich wirble herum, achte nicht mehr auf die Tür, höre aber noch, wie sich das Schott mit einem Zischen öffnet.

Ein ungutes Gefühl breitet sich in meinem Magen aus. Irgendetwas stimmt hier nicht. Als ich das Stöhnen und die klackernden Schritte von Knochenfragmenten auf dem Metallfußboden höre, wirble ich herum und ziele mit dem Plasmacutter direkt auf das Gesicht, das in der Türöffnung erschienen ist.

DAS kann nicht lebendig sein! Wer oder was hat einen menschlichen Körper dermaßen verformt, dass er mehr wie ein Spinnenwesen mit krallenbewehrten Extremitäten denn ein Mensch aussieht?

Ich will es nicht wissen und ziehe den Abzug voll durch.

 

DEAD SPACE: EXTRACTION heißt der neue Action-Hammer von Electronic Arts. Er ist exklusiv für Nintendos Wii Konsole erschienen. Entwickelt wurde DEAD SPACE: EXTRACTION von Visceral Games, jener Spieleschmiede, die schon für das ausgezeichnete Werk „Dead Space“ verantwortlich waren, welches für den PC und Konsolen vor einem Jahr erschien. „Dead Space“ erreichte hohe Wertungen bei den verschiedensten Kritikern, was vor allem daran lag, dass sich das Spiel zu jeder Zeit ernst nahem und innovative Wege in der Präsentation ging. So fielen beispielsweise jegliche HUD-Anzeigen weg.

Nun ist mit DEAD SPACE: EXTRACTION ein Game für die Wii erschienen, das die USK-18 Label-Kennung trägt. Für Wii-Verhältnisse ist die Veröffentlichung von DEAD SPACE: EXTRACTION eine mutige Entscheidung, da ansonsten die familientauglichen Games die Konsole dominieren.

Aber wie gut ist DEAD SPACE: EXTRACTION denn geworden? Dieser Frage soll in der folgenden Kritik nachgegangen werden. Zunächst einige Sätze zur Hintergrundgeschichte.

 

Hintergrund:

Das Spiel „Dead Space“ zeigte den Spieler in der Rolle von Isaac Clarke, einem Ingenieur, der an Bord der USG ISHIMURA geschickt wird, um herauszufinden, was dort geschehen ist. DEAD SPACE: EXTRACTION hingegen spielt in der Zeit vor den Ereignissen auf der „Ishimura“ und zeigt, wie es dazu kommen konnte.

Ausgangspunkt ist ein Minenkomplex auf dem Planeten Aegis VII, worauf eine Kolonie von Menschen gegründet wurde. Wieder einmal geht etwas gravierend schief, diesmal in den Minen. Ein Artefakt wurde gefunden und dieses verändert die Menschen in der Kolonie.

Nun gilt es einen Weg zu finden innerhalb der sich ausbreitenden Infektion zu überleben und die rettende USG ISHIMURA zu erreichen.

Wo andere Spiele mit der Story geizen und einem lediglich eine Horde an Monstern/Soldaten/Aliens/Untote entgegenwerfen, erschafft DEAD SPACE: EXTRACTION eine großartige Atmosphäre. Die Story überzeugt mit Wendungen, ist nie vorhersehbar und bringt einen dazu die Motivation aufzubauen, dass man sich auf den nächsten Level freut und am liebsten sofort weiterspielen möchte. Klasse!

 

Gameplay:

DEAD SPACE: EXTRACTION ist ein Rail-Shooter, sprich: man ist als Spieler auf die vorgegebenen Bewegungen festgelegt, welche die Kamera vollführt und kann nicht immer frei sich durch die Level bewegen. Dies erinnert vom Prinzip her an die „House of the Dead“-Reihe oder die neuen „Resident Evil“-Ableger für die Wii.

An einigen Stellen jedoch durchbricht DEAD SPACE: EXTRACTION dieses Game-Prinzip und lässt den Spieler sich umschauen. Dafür hat man aber nur eine bestimmte Zeit zur Verfügung.

Das Spielprinzip engt ein. Gerne würde man verweilen und sich noch hier und da etwas näher umsehen. Aber der große Vorteil des Prinzips ist das nahezu permanent hohe Tempo, das DEAD SPACE: EXTRACTION dadurch fahren kann. Ständig geschieht etwas oder man erwartet zumindest, dass etwas geschieht. Das erinnert an eine Fahrt mit der Achterbahn – nur mit dem Unterschied, dass man in DEAD SPACE: EXTRACTION nicht nur Konsument ist, sondern auch mitmischen kann und muss.

Wie schon im Reihen-Vorgänger „Dead Space“ gilt es die herankommenden Monster möglichst effizient zu bekämpfen. Dazu erhält man eine ganze Reihe an Waffen, die man größtenteils schon aus dem Vorgänger kennt, aber auch einige neue.

Mit dem Plasmacutter kann man – die Bewegungssteuerung der Wii wird sehr gut genutzt – waagerecht oder senkrecht stehende Strahlenbündel verschießen und damit die angreifenden Nekromorphs beharken. Hier geht es nicht zimperlich zu. Arme und Beine werden abgeschossen, während die Monster noch weiter auf den Spieler zukriechen. Für Kinder ist das Spiel definitiv nichts. Erwachsene Spieler jedoch werden einen grandiosen Horror-Kick erleben, wenn die Munition zur Neige geht und noch immer das Monster am Boden gnadenlos näher rückt.

DEAD SPACE: EXTRACTION spielt man am besten zu zweit. Dieser kooperative Modus ist eine große Stärke eines jeden Spiels, das damit aufwarten kann. Bei DEAD SPACE: EXTRACTION ist das ebenso der Fall. Es macht einen großen Spaß nicht allein die Monster zu schnetzeln, sondern auf die Schießkünste eines Kumpels setzen zu können. Dies wurde prima umgesetzt!

Die Wii-Steuerung selbst ist gekonnt eingesetzt. So beeinflusst die Haltung der Wii-Mote den Feuermodus der Waffen und auch kleine Minispiele bauen auf den Einsatz der Wii-Mote auf, wenn man beispielsweise unter Zeitdruck Nieten setzen muss, um eine provisorische Blockade zu errichten. Da und bei weiteren Rätseln unter Zeitdruck wird der Herzschrittmacher der Gamer einer harten Probe unterworfen – genial!

Hat man das Spiel durch, kann man sich immer noch im Challenge Modus messen. Hier werden Welle auf Welle auf den Spieler losgelassen, der sich durch ein bestimmtes Gebiet durchkämpfen muss.

Ebenfalls eine nette Idee ist die Freischaltbarkeit von Hintergrund-Geschichten, die von Sprechern vor dem Hintergrund von Zeichnungen mitgeteilt werden. Auf diese Weise kann noch tiefer in das „Dead-Space“-Szenario eintauchen.

 

Grafik und Sound:

Die grafische Leistung bei DEAD SPACE: EXTRACTION ist absolut überzeugend. Fesche Texturen, großartige Lichteffekte und ein gelungenes Animationssystem sorgen für das beste Ambiete, das man zur Zeit auf der Wii vorfinden kann.

Der Sound trägt das seine dazu bei, dass man beim Spielen von DEAD SPACE: EXTRACTION mehrfach zusammenzuckt. Die Hintergrundmusik ist stimmig und die Sounds wurden bombastisch in Szene gesetzt, so dass von dieser Seite keine Kritikpunkte anzuführen sind.

 

Fazit:

DEAD SPACE: EXTRACTION ist das tolle Spiel für erwachsene Spieler geworden, das man seit der Ankündigung erwartet hatte. Eine finstere und spannende Atmosphäre, gepaart mit tollen Sprechern (auf Englisch mit deutschen Untertiteln) und einer herausragenden Grafik, machen DEAD SPACE: EXTRACTION zu einer besonders intensiven Erfahrung für Fans von Horror-Games. Wer als erwachsener Besitzer einer Wii und Horror-Enthusiast dieses Spiel verpasst, ist selbst schuld!

 

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Eure Meinung:


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Nintedendo Wii-Spiel:

Dead Space - Extraction

von Electronic Arts GmbH

Plattform: Nintendo Wii

USK-Einstufung: USK ab 18

Medium: Videospiel

Sprache: Englisch, Deutsch

ASIN: B002OP4Z28

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 13.01.2010, zuletzt aktualisiert: 25.01.2015 13:56