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Deep Ocean - Atemberaubende Reise in die faszinierenden Tiefen des Meeres

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Die BBC ist in den letzten Jahren vor allem durch ihre aufwendig animierten Tierdokumentationen wie „Dinosaurier - Im Reich der Giganten“ bekannt und berühmt geworden. Tim Haines und Dave Allen, die die mächtigen Echsen der Urzeit zum Leben erweckten, haben sich nun zu einem neuen Projekt zusammengefunden.

Auslöser und Anlass war die Strandung eines alten Pottwals an der Küste Neuseelands. Zwar konnten Naturschützer das Tier damals nicht retten, mit der Dokumentation „Deep Ocean“ wurde ihm aber ein lebendiges Denkmal gesetzt. Gleichzeitig nutzte man die Gelegenheit, um einen Lebensraum der Erde vorzustellen, der bisher so gut wie unerforscht ist, obwohl er den größten Teil der Erde umfasst: Die Weltmeere und dort im Speziellen die Tiefsee.

 

Die Dokumentation begleitet das Leben des Pottwals von seiner Geburt im Jahre 1929 bis hin zu seinem Tod im Jahre 2004, wie es sich aufgrund der ausgiebigen Untersuchungen des Kadavers dargestellt haben könnte. Sie beschreiben die Gefahren, denen das Pottwal-Kalb in den ersten Jahren seines Lebens ausgesetzt ist, wenn die Mutter und die Herde der Weibchen nicht achtsam genug sind und eingreifen. Denn all zu leicht könnten sich Orcas über das noch unerfahrene Wesen hermachen.

Erst mit der Zeit lernt das Jungtier in die Tiefen des Meeres herab zu tauchen. Denn nur dort finden die Pottwale ihre Nahrung - Fische, Kraken, Kalmare und andere Wesen, die in der lichtlosen Dunkelheit in bis zu 2000 m Tiefe leben. Vor ihm liegt eine bizarre Welt, die wie die das Festland auch karge Wüsten und fruchtbare Fanggründe bietet.

Bis er erwachsen ist, bleibt er Teil der Herde von Weibchen, erst dann verlässt er die Gruppe, um alleine nach Nahrung zu suchen und mit Eintritt der Geschlechtsreife Nachwuchs zu zeugen. Mit den Jahren gelingt es ihm, immer tiefer zu tauchen und größere Beute zu machen, während an der Oberfläche Walfänger und Unwetter das Leben schwer machen können.

Aber auch in der Tiefe lauern gefährliche Jäger und Beute, die sich entschieden wehrt, einfach gefressen zu werden. Unterseeische Vulkane brechen überraschend aus, Erdbeben und Erdrutsche erzeugen brutale Strömungen, die sein Wiederauftauchen verhindern können. Und als die Walfänger durch internationale Gesetze keine Jagd mehr auf Pottwale machen dürfen, schaden ihm Sonarbomben, die eigentlich die Ortung eines U-Bootes außer Gefecht setzten sollen und Grundschleppnetze fischen nun auch die Tiefsee leer.

Am Abend seines Lebens wagt sich der Pottwal an den letzten unberührten Lebensraum der Erde. In der Antarktis verbringt er noch einmal gute Jahre seines Lebens, wenn er auch noch einmal gegen einen Kalmar um sein Leben kämpfen muss, den noch nie ein Mensch lebendig gesehen hat.

 

Im Vordergrund der Geschichte steht die Absicht dem Zuschauer eine unheimliche Welt zu präsentieren, die der Fantasie entsprungen sein könnte, aber so real ist wie der Mensch. Animationen auf der Basis von realen Aufnahmen zeigen die Welt der Tiefsee von ihrer bizarr - schönen aber auch düsteren Seite und natürlich wird nicht an Sensationen gespart, wenn sich der Pottwal mit Kalmaren der unterschiedlichsten Größen und anderen Kreaturen anlegen muss. Man taucht mit der imaginären Kamera von den Höhen des Mittelatlantischen Rückens bis hinab in die tiefsten Gräben, die nicht einmal die Wale erreichen können. Die Dokumentation ist gleichzeitig auch eine Geschichte der Forschungen in der Tiefsee, und des Raubbaus, den die Menschheit mit den Meer gerade im 20. Jahrhundert treibt, um die wachsende Bevölkerung zu versorgen.

An Kritik wird nicht gespart. So macht man deutlich, das an die Stelle der Umweltverschmutzer und Walfänger die Schleppnetzfischer getreten sind, die auch die Tiefsee zu verwüsten beginnen, die militärischen Entwicklungen, die den empfindlichen Sinnen der Wale schaden und nicht zuletzt die globale Erwärmung die nach und nach auch für die Zerstörung der letzten unberührten Lebensräume auf dieser Erde sorgt. Je mehr Wasser von den Eisbergen der Antarktis schmilzt, desto weniger Schutz und Zuflucht bieten sie den Wesen.

 

 

Fazit:

 

„Deep Ocean“ ist eine faszinierende und gleichzeitig bedrückende Dokumentation, die durch ihre ruhige Moderation und die eindrucksvollen Bilder tief unter die Haut geht. Gerade weil man hier nicht nur stumpf Wissen vermittelt sondern auch den Hunger der Zuschauer nach Sensationen und Aufregungen stillt, können die Aussagen um so tiefer einwirken.

Und gerade weil man darauf verzichtet hektisch zu wirken und sich ständig zu wiederholen, wie es in amerikanischen Filmen oft gang und gebe ist, wirkt der ganze Film um so glaubwürdiger und ist auch für jüngere Zuschauer unbedenklich, wobei man diese nicht unbedingt alleine lassen sollte.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202302051751121fbd8e39
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DVD:

Deep Ocean - Atemberaubende Reise in die faszinierenden Tiefen des Meeres

Buch und Regie: Dave Allen, Tim Haines

GB, 2006

Bildformat: 16:9

Synchro: deutsch, engl. (2.0)

Spieldauer: 90 min, Extras: keine, 1 DVD

FSK: Ohne Altersbeschränkung da Infoprogramm

Polyband & Toppic Video/WVG, erschienen 22. Februar 2008

ASIN: B0011EQ5FI

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 06.03.2008, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01