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Demon Days (DVD; Horror; FSK 18)

Rezension von Cronn

 

In den letzten Jahren hat sich Hollywood konsequent mehr und mehr aus dem Fundus asiatischer Spielfilme bedient. Sei es Ju On: The Grudge, The Ring oder Pulse. Alle Spielfilme haben asiatische Originale, die den Inhalt oftmals anders transportierten, andere filmische Stilmittel benutzten.

 

Dies kann für westliche Zuschauer durchaus reizvoll sein, wenn Hollywood sich an Remakes wagt, denn auf diese Weise erhält man als westlich sozialisiertes Publikum die Chance einen östlichen Stoff verständlich aufbereitet zu sehen. Das ist das Positivste, was dabei passieren kann und was auch geschehen sollte.

 

Aber leider werden vermehrt Produktionen auf den Markt geworfen, die weniger auf Qualität in Sachen Filmsprache und darstellerische Leistungen legen, und dafür auf den bekannten Namen hoffen und schnelles Geld aus den Einnahmen versprechen.

 

Glücklicherweise ist Demon Days keiner dieser genannten Filmproduktionen. „Demon Days“ vereint eine multikulturelle Schauspielerriege aus den USA in einem Film, der in China spielt. Veröffentlicht wird „Demon Days“ von Splendid Entertainment/WVG.

 

Inhalt:

Das Paar Sarah und Jason kehren nach sechs Jahren aus Shanghai in die Vereinigten Staaten zurück um an einem Familienbegräbnis teilzunehmen. Kurz darauf beginnt ihr gemeinsamer Sohn Jamie merkwürdige Dinge zu sehen und erkrankt schwer. Nachdem Jamie mit traditioneller Medizin nicht zu helfen ist, wendet sich Sarah an einen mysteriösen Wunderheiler um ihrem Sohn zu helfen. Dieser stellt fest, dass die Besessenheit mit dem traditionellen Fest des „Ghost Month“ zusammenhängt. Ein gnadenloser Wettkampf gegen böse Geister aus dem Jenseits beginnt, denn viel Zeit bleibt Ihnen nicht Jamie zu retten.

 

Der „Geistermonat“ bringt Gespenster aus dem Jenseits zurück, die mit Jamie noch etwas vorhaben...

 

Rezension:

Um den Film ordentlich besprechen zu können, ist es nötig, dass hier und da einige Anspielungen auf den Inhalt gemacht werden. Diese können dem Zuschauer Inhalte verraten, die er noch nicht kennt. Daher eine Warnung voraus.

 

„Demon Days“ beginnt damit, dass der Zuschauer automatisch an andere Asienfilme verwiesen wird. Ein bisschen Asia-Grusler, gefolgt von einer Prise „Sixth Sense“. Wer aber „Demon Days“ darauf reduziert, lässt dem Film Unrecht angedeihen.

 

Denn er ist mehr als das. Mehr als die Summe von Anspielungen.

 

Der Streifen erzählt eine Rachestory aus dem Jenseits, die Parallelen zur klassischen westlichen Spukstory aufweist. Auch hier wollen die Opfer gefunden werden, auch hier geht es letztendlich um die Aufklärung des Spukphänomens.

 

Damit nähert sich die in China spielende Geschichte sehr der westlichen Tradition an, was die Erzählstruktur des Filmes anbelangt. Von der Optik und den Details im Plot ist aber „Demon Days“ durchaus östlich zu nennen, sei es der „Geistermonat“ als Monat, in welchem die Geister durch Opfer besänftigt werden müssen (obgleich man ähnliches auch aus westlichen Kulturkreisen kennt) oder sei es das allgemeine Setting der Örtlichkeit in einer chinesischen Stadt.

 

Die Kameraarbeit ist gelungen, vielfach werden Schocks kaum vorbereitet, was den Zuschauer umso mehr erschrecken lässt. Die Regiearbeit von Ernie Barbarash ist erstaunlich solide und gefestigt, bedenkt man, dass er damit eine seiner ersten Regiearbeiten vorlegt. Vorher war er vor allem als Produzent an Streifen wie Cube Zero oder American Psycho beteiligt.

 

Das Drehbuch hat anfangs einige Längen, somit kommt der Film nur beschwerlich in Fahrt. Ist er dann aber mal mitten drin, passt das Timing und auch die Schnitte kommen zur rechten Zeit.

 

Die Darsteller machen ihre Arbeit ausnahmslos sehr gut. Das gilt besonders für den kleinen Jungen, aber auch für seine Mutter, verkörpert von Jamie King. Sie war schon in Blockbustern wie Pearl Harbor zu sehen. Auch ihr Partner, Pei Pei Chen, ist international bekannt durch seine Filmrollen. Diesmal steht: „Crouching Tiger, Hidden Dragon“ auf der cineastischen Agenda.

 

Bonusmaterial:

Ein Making-Of gibt ein wenig Einblick in die Hintergrundgeschichte zu „Demon Days“ und führt den Zuschauer auf die Pfade des Gespenstischen.

 

Fazit:

„Demon Days“ ist eine ideale Ergänzung für alle Vielseher im Bereich des Horrors, die schon glauben wirklich alles zu kennen. Diesen Film zunächst nicht. Erzähltechnisch solide, dabei inhaltlich konservative Muster benutzend, wirkt „Demon Days“ keinesfalls wie ein Innovationsschub im Genre.

 

Aber das muss auch nicht immer sein. Ab und an ein Film, der bekannte Zutaten neu mischt, ist vollkommen in Ordnung. Und wenn dabei auch noch alte Bekannte wie Michael Biehn (bekannt aus Aliens – Die Rückkehr oder Terminator oder Abyss) mit am Start sind, macht der DVD-Videoabend gleich nochmals so viel Spaß.

Eure Meinung:


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Film:

Demon Days

USA, 2007

Regisseur(: Ernie Barbarash

Format: Dolby, PAL, Surround Sound

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9

FSK: 18

Splendid, 25. April 2008

Spieldauer: 85 Minuten

 

ASIN: B0012SSWT0

 

Erhältlich bei Amazon

 

Darsteller:

Jaime King

Michael Biehn

Pei-pei Cheng


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Erstellt: 10.05.2008, zuletzt aktualisiert: 27.03.2020 10:23