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Den Teufel im Blick von Mike Carey

Reihe: Felix Castor, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Der in Liverpool geborene Mike Carey arbeitete erst einige Jahre als Lehrer, ehe er zum freischaffenden Autor im Comic-Bereich wurde. Mit „Den Teufel im Blick“, dem ersten Band der „Felix Castor“-Reihe fasste er vor einiger Zeit auch Fuß in anderen Bereichen.

 

Felix Castor ist seines Zeichens einer der besten Exorzisten Englands, aber das ist leider kein Beruf, mit dem man alt werden kann. Immerhin hat er beim letzten Fall seinen langjährigen Partner und Freund verloren und sich selbst gehörig die Finger verbrannt. Deshalb hat er umgesattelt und verdient sich seinem Lebensunterhalt von nun an als Trickzauberer und Gelegenheitsarbeiter, teilt sich die billige kleine Wohnung mit einer Freundin aus der Highschool, um überhaupt die Miete aufbringen zu können.

Doch eine Geburtstagsparty in einem gutbürgerlichen Haushalt vor bornierten Kindern macht ihm deutlich, dass es dieser Job auf Dauer auch nicht sein kann. Aus diesem Grund hört er genauer zu, als man ihn bietet, sich doch eines Geistes anzunehmen, der in einem alten Archiv sein Unwesen treibt und stellt sich der Aufgabe ohne zu zögern.

Doch schon als er in dem Museum ankommt, merkt er, dass er vielleicht einen größeren Fehler begangen haben könnte, denn bei dem Geist handelt es sich um eine hübsche junge Frau, die noch gar nicht einmal so lange tot ist.

Ehe er sich versieht, steckt er inmitten von Intrigen, in denen sich alles um Prostitution und Glücksspiel dreht und wird selbst vom Jäger zum Gejagten, denn er wirbelt durch seine Nachforschungen eine Menge Staub auf.

 

Die Geschichte verspricht vom Cover her, viel Action und eine düstere Stimmung, wie man sie aus dem Crime Noir kennt. Allerdings wirkt „Den Teufel im Blick“ aber auch genau so, als sei er aus den Lehrbüchern zum Thema abgeschrieben. Mike Carey nutzt die Gelegenheit jedes Klischee zu bedienen, das man in Bezug auf Ermittler aus dem Bereich des Übersinnlichen kennt. Wie „Harry Dresden“ ist auch Felix Castor eher ein glückloser Vertreter seines Fachs, auch wenn er einiges kann. Natürlich ist er am Anfang ziemlich illusionslos und muss erst durch alltägliche Langeweile und die Borniertheit der Menschen dazu gebracht werden, wieder anders zu handeln. Und aus seinem Weg ins Abenteuer begegnet er undurchsichtigen Auftraggebern, hübschen Frauen, mit denen er mehr oder weniger schnell ein erotisches Stelldichein hat und nicht zuletzt auch Gegnern, die er am Anfang völlig unterschätzt. Alle Probleme versucht er zunächst mit sarkastischen Sprüchen abzuschwächen, erweist sich aber auch als ziemlich redselig.

Heraus kommt ein Buch, das nicht sonderlich viele Überraschungen bietet, manchmal auch langweilig wird, weil die Figuren nur reden, anstatt zu handeln, der Verlauf der Geschichte damit ins Stocken kommt. Allein der flüssige, etwas saloppe Stil des Autors sorgt dafür, dass die Langeweile nicht all zu deutlich wird.

Auch die Figuren bleiben eher oberflächlich. Der Held entwickelt kein Profil, stellenweise hat man das Gefühl, der Autor würde das Konzept von Felix Castor etwas nacharbeiten wollen, weil er sich verzettelt hat. Die Nebenfiguren entsprechen Archetypen und Klischees, entwickeln keine Ecken und Kanten, durch die sie gewinnen könnten.

 

Alles in allem erweist sich „Den Teufel im Blick“, der erste Band der Abenteuer von Felix Castor zwar als solider Urban Fantasy-Roman, den man lesen kann, wenn man ein Buch ohne jeglichen Tiefgang zur reinen Entspannung braucht, bleibt aber auch nicht sonderlich in Erinnerung, da weder die Figuren noch die Handlung wirklich fesseln können.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Den Teufel im Blick

Autor: Mike Carey

Felix Castor, Bd. 1

broschiert, 543 Seiten

Egmont Lyx, erschienen November 2012

Übersetzung aus dem Englischen von Michael Kubiak

Titelbild von Birgit Gitschier

ISBN-10: 3802583590

ISBN-13: 978-3802583599

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-Edition

ASIN: B008HIVL46

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 21.05.2013, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 16:18