Normalerweise ist Joël Dicker in ganz anderen Genres unterwegs. Aber mit dem hier vorliegenden Buch „Der äußerst katastrophale Ausflug in den Zoo“ wollte er eine leichte und vergnügliche Geschichte schaffen, die Eltern sogar mit ihren Kindern lesen können, denn das ganze ist aus der Sicht eines kleinen Mädchens geschrieben.
Zusammen mit fünf Jungs besucht Josephine eine kleine aber feine Förderschule, deren Lehrerin genau weiß, wie sie auf ihre Schüler eingehen muss, um ihren Bedürfnissen gerecht zu werden, was auch nicht immer einfach ist.
Dann allerdings setzt eine Überschwemmung das Klassenzimmer unter Wasser und die kleine Gruppe muss in die nahegelegene Regelschule ausweichen, was nicht nur die Schüler herausfordert, sondern auch zu einer Menge Chaos führt.
Denn wie man sich denken kann, läuft das ganze nicht gerade nach Plan, haben die Kinder doch ihre ganz eigenen Ideen. Vor allem wollen sie herausfinden, wer die Schule unter Wasser gesetzt hat, denn sie sind ganz sicher – es war keiner von ihnen.
Das ganze wird auch recht liebevoll in Szene gesetzt, denn man darf ganz tief in die besondere Weltsicht von Josephine und ihren fünf Freunden eintauchen, die tatsächlich alle ihre ganz eigenen Ansichten vom Leben und bestimmten Dingen haben, aber auch Einschränkungen.
Dem gegenüber stehen natürlich auch die Erwachsenen, vor allem die Lehrer, mit denen es die eigenwilligen Schüler in ihrem Alltag zu tun bekommen. Der im Titel groß angekündigte Besuch im Zoo ist tatsächlich eher das Ende und der Höhepunkt der Geschichte, führt bewusst die verschiedenen Handlungsstränge zusammen.
Alles in allem kann die Geschichte schon in ihrem Bann schlagen, wird sie doch aus einer ganz besonderen Sicht erzählt, die sich auch im Text selbst widerspiegelt. Gerade weil alles sehr einfach und direkt erzählt wird, können sich schon Kindergarten-Kinder in Josephines Welt gut zurecht finden und werden sie vielleicht sogar lieben.