Die klassischen Sherlock-Holmes-Geschichten von Arthur Conan Doyle versetzen uns in Erstaunen ob der ungewöhnlich rasiermesserscharfen Art des Intellekts des Meisterdetektivs, der ausschließlich mit seinem Verstand die Fälle zu lösen versteht.
Im Fall vom »Aluminiumdolch« liegt ein Zwitterfall vor. Auf der einen Seite gelingt es Sherlock Holmes durchaus mit seinem Verstand den Fall zu lösen, allerdings muss er dennoch dabei weitere Hilfsmittel heranziehen. Dies wirkt merkwürdig und unpassend.
Der Fall selbst ist auch wenig komplex und der Zuhörer ahnt sehr schnell, wohin die Reise gehen wird. Es fehlt zudem für eine definitive Beweisführung das Corpus Delicti, ohne das der modus operandi lediglich eine Spekulation darstellt. Einem Meisterdetektiv wäre das nicht passiert.
Dennoch ist das Hörvergnügen durch die immer wieder gelungene Chemie zwischen den Sprechern gegeben.
Übrigens: An einer Stelle wird »Der Aluminiumdolch« nahezu zu einem akustisch erfahrbarem Body-Horror, wenn geräuschvoll der namensgebende Dolch aus der Leiche entfernt wird. Für Horrorfans ein gelungener Effekt.