Als ein junger Man tot in seiner Wohnung aufgefunden wird, lässt Inspektor Lestrade dessen Verlobte verhaften. Ihr Vater sucht bei Sherlock Holmes Hilfe. Den führen seine Nachforschungen jedoch in eine ganz andere Richtung.
R. Austin Freeman gehört längst zu den Stamm-Autoren dieser historischen Detektiv-Hörspiel-Reihe. Zuletzt stammten die Folgen 67 (Watsons erster Fall), 69 (Die Perle des Mandarins) und 70 (Die Dame mit dem blauen Hut) aus seiner Feder. Wie aus den genannten Folgen und von dieser Reihe als Ganzes gewohnt, wirkt auch dieser Fall als solcher wieder stimmig. Trotzdem erreicht er nicht ganz das Niveau der anderen Fälle.
Wie die Tat in einer von innen verschlossenen Wohnung erfolgen konnte, wird beim Hören zu einem recht frühen Zeitpunkt erkennbar. Zum anderen stimmen einige Handlungselemente einfach nicht zur Handlungszeit. So ist der Vater der Braut sehr wohlhabend. Wie gehoben seine Kutsche ist, wird gleich mehrfach betont. Auch der Ermordete wird ausdrücklich als wohlhabend beschrieben. Trotzdem lebt er in einer Mietwohnung und verfügt über keinerlei Personal. Das ist zur Handlungszeit beinahe genauso unvorstellbar, wie die Tatsache, dass ihn die junge Frau am Vorabend alleine ohne Anstandsdame in seiner Wohnung besuchte. Für Sherlock-Holmes-Fans wirkt das einfach nicht stimmig. Trotz der ansonsten gelungene Handlungsidee stört das den Genuss dieses wie gewohnt aufwändig produzierten Hörspiels doch etwas. Es ist inhaltlich nicht schlecht, erreicht so aber nicht ganz das von dieser Reihe gewohnte Niveau.