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Der Canyon von Douglas Preston

Rezension von Martin Hammerschmidt

 

Douglas Preston ist gemeinhin bekannt durch seine Zusammenarbeit mit Lincoln Child (Siehe die Serie um Special Agent Pendergast). Mit „Der Codex“, der innerhalb weniger Wochen zum Bestseller avancierte, bewies er aber auch, dass er durchaus in der Lage ist, spannende und interessante Bücher selbstständig zu verfassen.

„Der Canyon“ setzt die Reihe um Tom Broadbent fort, der in „Der Codex“ ein Vermögen geerbt hat und sich wieder seinem alltäglichen Leben widmen will. Natürlich wird es nicht dazu kommen, denn Broadbent stößt auf ein Geheimnis, welches älter als die Menschheit ist.

 

 

Schüsse zerreißen die Stille des Canyons. Tödlich verwundet sinkt der bekannte Archäologe Stem Weathers zu Boden. Er war kurz vor dem Ziel eine riesige Entdeckung zu machen. Im Todeskampf stößt er auf Tom Broadbent, dem er schließlich ein kleines, unscheinbares Notizbuch anvertraut, welches seiner Tochter übergeben werden soll.

In Tom hegen sich allerdings Zweifel. Denn derjenige, der Stem erschossen hat, dürfte nun auch hinter ihm her sein. Besser gesagt: hinter dem Notizbuch. Als er es schließlich aufschlägt, um eventuell Hinweise auf den Verbleib der Tochter oder des Schatzes zu finden, sieht er sich lediglich seltsamen und kuriosen Zahlenspielen gegenüber, auf die er sich, auch nach mehrmaligem Hinschauen, keinen Reim machen kann. Der Schlüssel zur Entschlüsselung des Buches liegt in den Händen eines alten, ins Kloster gegangenen Ex-CIA-Agenten, der früher in der kryptischen Abteilung zuständig gearbeitet hat. Mit Hilfe seiner Fähigkeiten, schafft er es, den Code zu entschlüsseln und findet auf einer orthographischen Karte ein Stückchen Felsenlandschaft, die irgendwo in den Weiten des riesigen Canyons liegen muss.

Allerdings findet Tom nicht die Zeit den Mönch in den weiten Canyon zu begleiten, denn eine nahe stehende Tragödie nimmt ihren Anfang. Der Mörder des Archäologen hat seine Frau in seine Gewalt gebracht und fordert nun das Notizbuch ein. Ohne zu zögern übergibt Tom dem Entführer das Buch, verfolgt ihn anschließend und findet in einem verlorenen Stollen seine entkommene Frau wieder. Doch die Verfolgung nimmt erst jetzt seinen Lauf, denn der Entführer, ein ehemaliger Häftling, heftet sich hartnäckig an ihre Fersen. Eine atemberaubende Verfolgungsjagd nimmt ihren beginnt, an dessen Ende ein toter Entführer und ein völlig erschöpftes Ehepaar warten. Damit ist das Abendteuer für die beiden aber keinesfalls vorbei. Sie stoßen auf erneut auf den Mönch, der auf der Suche nach dem Fossil des T-Rex schon einige Tage durch den Canyon geirrt ist.

Was das Ehepaar aber dann erfährt, lässt sie willkürlich zusammenschrecken.

Nicht nur der Killer war hinter ihnen her. Inzwischen ist eine streng geheime Elitesöldnertruppe auf dem Weg, um sie zu vernichten und das Fossil in ihre Hände zu bringen. Ein rasanter Showdown beginnt, in dem sich das Ehepaar und der Mönch gegen Special Agenten des amerikanischen Geheimdienstes durchsetzten müssen. Und das ohne Schlaf und ohne Wasser bei wüstenartigen Temperaturen.

 

 

Douglas Preston ist mit seinem zweiten Tom-Broadbent-Roman ein Buch gelungen, in der vor allem sein enormes Wissen über Dinosaurier und Paläontologie hervorsticht. „Der Canyon“ ist in sechs Kapitel unterteilt, welches jedes Mal (das erste ausgenommen) mit einem Lebensabschnitt des T-Rex beginnt. Seine Gewohnheiten, Eigenschaften, Lebens- und Jagdweisen, bis hin zu seinem tödlichen Ende.

Die Protagonisten sind wie gewöhnlich gut dargestellt, wobei gesagt werden muss, dass zum Ende hin Broadbent und seine Frau unglaubhaft wirken. Beide haben seit Tagen nicht geschlafen, sind verwundet und haben kaum noch Wasser. Trotz alledem schlagen sie sich durch den heißen Canyon durch, ohne größere Anzeichen von Schwäche zu offenbaren. Hier verliert die Geschichte etwas an Glaubhaftigkeit, ebenso wie bei der Laborassistentin, die, sage und schreibe, knapp 65 Stunden ohne Schlaf auskommt und dann noch solch einen messerscharfen Verstand hat, einen wissenschaftlichen Aufsatz zu verfassen, der sie weltberühmt machen soll.

Ansonsten sind die Absichten des Mönches, des Killers, des Auftraggebers und des Geheimdienstes gut nachvollziehbar und lassen keine weiteren Fragen zu.

Die Spannungskurve fängt relativ früh im Buch an und fällt auch so gut wie nie, außer bei den wissenschaftlichen Untersuchungen der Laborassistentin lässt sie etwas zu wünschen übrig, da dem Leser von vornherein klar ist, dass die zu untersuchende Probe, der des T-Rex entstammt und einige Besonderheiten aufweißen wird.

 

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass „Der Canyon“ ein durchaus gelungenes Buch ist, welches Freunde von Thrillern begeistern wird. Aber auch alle Anhänger von Douglas Preston sollten sich das Buch nicht entgehen lassen.

Es lohnt sich!

 

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Der Canyon

Autor: Douglas Preston

Broschiert: 551 Seiten

Verlag: Droemer/Knaur (Juni 2007)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3426633752

ISBN-13: 978-3426633755

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 19.06.2007, zuletzt aktualisiert: 04.02.2019 15:57