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Der Dino-Planet

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

Dinosaurier haben die Menschen schon immer fasziniert seit die ersten Fossilien gefunden wurden. Aus den mythischen Wesen der Vorzeit wurden nach und nach Kreaturen, die die Wissenschaft in Atem hielten. Viele Erkenntnisse wurden veröffentlicht und Jahre später wiederlegt, denn noch immer reißen die Funde nicht ab. Längst sind Tyrannosaurus Rex und Brontosaurus nicht mehr alleine, die Wissenschaftler haben sich auch davon verabschiedet, die Dinosaurier nur wie Reptilien zu sehen, sondern auch das Erbe zu berücksichtigen, dass sie den Vögeln hinterlassen haben.

 

Die Dokumentation „Der Dino-Planet“ beschäftigt sich mit den Entdeckungen und Erkenntnissen, die die Forscher in den letzten zehn bis zwanzig Jahren gemacht und gewonnen haben. Drei Episoden gehen darauf ein, dass es weit mehr unterschiedliche Dinosaurier gab, als man vermuten konnte, und die bisher bekannten Giganten noch von anderen übertroffen wurden.

In der ersten Folge beschäftigt sich man mit dem Zusammenspiel zwischen Pflanzen- und Fleischfresser. Wo immer sich aufgrund des Nahrungsvorkommens große Vegetarier entwickeln konnten, entwickelten sich auch ähnlich große und gefährliche Räuber. Beide waren aufeinander angewiesen – starb der eine aus, so waren auch die Tage des anderen gezählt.

Die zweite dreht sich ganz um die Raubsaurier. Neben den immer bekannter werdenden Raptoren werden nun auch Vettern des Tyrannosaurus Rex vorgestellt, die durchaus noch imposanter als die Schreckensechse gewesen sein könnten. Viele von ihnen haben sich spezialisiert und verschwanden dann wieder von der Bildfläche, wenn auch ihre Nahrungsquelle versiegte.

In der dritten und letzten Episode kommen erstmals die gefiederten Dinosaurier mehr ins Spiel. Aufsehenerregende Funde machen deutlich, dass weit mehr von ihnen Federn trugen als man denkt, und im Grunde durch gewisse Vogelarten wie den Straußen auch heute noch Dinosaurier unter uns wandeln.

 

Die drei Folgen setzen bewusst auf aufsehenerregende Funde und Entdeckungen, um das in den Köpfen der Zuschauer zementierte Bild der Dinosaurier ein wenig aufzulösen und zu entdecken. Daher ist der Schauwert der Bilder sehr groß – manchmal auch sehr grausam, was die Altersfreigabe ab 12 Jahre erklärt – der Informationsgehalt dagegen geringer als man es von der BBC gewohnt ist.

Immerhin macht sie deutlich, dass die Dinosaurier nicht nur lederhäutige und kaltblütige Echsen sind, sondern überraschend anders aussehen konnten – manchmal sogar ihre Erben in heutigen Vögeln finden. Die Vergleiche sind sehr interessant gemacht und zeigen, wie zerbrechlich manche Ökosysteme schon damals waren, wenn sich Jäger und Beute zu sehr spezialisierten. Und man bekommt eine Menge Tiere zu sehen, die man bisher noch nicht kannte.

Zudem ermöglicht es die Dokumentation, nachzuvollziehen, wie die Forscher und Wissenschaftler von den Knochen und Fossilienfunden aus, auf das Aussehen der Tiere schließen konnten.

Allerdings will der Funke nicht so recht überspringen, weil der deutsche Sprecher es ziemlich an Leidenschaft vermissen lässt. Er ist zwar gut zu verstehen, man behält aber keine der Informationen wirklich lange im Kopf. Zudem ist es bedauerlich, dass die deutsche Ausgabe gegenüber der englischen um gut 24 min kürzer ist. Es hätte sicherlich gut getan, die fehlenden Szenen wenigstens auf der DVD wieder zu finden.

Ansonsten ist die Qualität von Bild und Ton sehr gut. Man merkt, dass die Computeranimation in den letzten zehn Jahren ordentlich zugelegt hat. Die Extras, namentlich „To make a Dino“ finden sich auf einer separaten Scheibe, beziehen sich allerdings zum großen Teil auf die älteren Dokumentationen der BBC.

 

 

Fazit:

Alles in allem ist „Der Dino-Planet“ eine interessante Dokumentation in drei Teilen, die in erster Linie viele Schauwerte bietet und das Bild der Dinosaurier in den Köpfen der normalen Zuschauer ändern und erweitern könnte. Wer allerdings mehr erwartet als einen oberflächlichen Überblick, der wird enttäuscht. Der Informationsgehalt ist nämlich geringer als in früheren Dokumentationen. Zudem enttäuschen Sprecher und Kürzungen gegenüber dem Original.

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DVD:

Der Dino-Planet

Format: Dolby, PAL, Region 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 2

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 27. Juli 2012

Produktionsjahr: 2011

Spieldauer: 135 Minuten

ASIN: B007VLHQ3A

Erhältlich bei: Amazon

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202302051901373bdc0cb1
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Erstellt: 01.09.2012, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01