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Der düstere Elf von Dan Abnett

Reihe: Darkblades Schlachten Bd.2

Rezension von Christel Scheja

 

Ursprünglich gehörte „Warhammer“ zunächst nur zum breiten Feld der Konfliktsimulationen. Auf entsprechend gestalteten Tischen wurden Regimenter von Zinnfiguren in ausgeklügelten Strategien verschoben und in regeltechnisch ausgefeilte Kämpfe geführt.

Doch nach und nach entwickelten sich zu den einzelnen Regimentern, die verschiedensten Rassen und Völkern entstammten auch Hintergrundbeschreibungen, um die Schlachten und Konflikte lebendiger zu gestalten. Herausragende Helden wurden geschaffen, die ihren Regimentern zusätzliche Punkte einbrachten, ein Rollenspiel entwickelte sich und schließlich entschied man sich auch dazu die Hintergrundwelt mit Fortsetzungsromanen zu beleben. „Darkblades Schlachten“ ist eine solche Trilogie. Mit „Der düstere Elf“ ist der zweite Band erschienen.

 

Der Druchii Malus Darkblade ist ein Dunkelelf wie er im Buche steht: grausam, falschzüngig und skrupellos. Als Hochgeborener gebietet er über eine ganze Schar von Gefolgsleuten, mit denen er zu Raubzügen in die benachbarten Länder auszieht. Viele fürchten ihn. Doch er ist nicht unbesiegbar. Eine seiner eigenen Schwestern sorgt dafür, dass er bei einer Schatzjagd in den Nordlanden fast sein Leben verliert und einen Pakt mit einem gefährlichen alten Dämon eingehen muss, um in der eisigen Einöde zu überleben.

Malus kann die neu gewonnene Macht jedoch nicht genießen. Wenn es ihm nicht gelingt, innerhalb einer gewissen Zeitspanne die fünf Teile eines Artefaktes zu bergen, das den Dämonen entgültig befreit, wird dieser seine Seele verschlingen – und genau das will er nicht mit sich machen lassen. Deshalb setzt er alles daran, um die fehlenden Teile des magischen Gegenstandes zu finden.

Wieder sind es seine eigenen Verwandten, die ihm Steine in den Weg legen. Sein mächtiger Vater lässt ihn seine Verachtung spüren und beschränkt ihn in seinem Tun, eine andere seiner Schwestern führt ihn gegen seinen Willen in einen verderblichen Kult ein, in dem Begierde das höchste Gut ist.

Doch Malus kann es sich nicht leisten die Kontrolle über sich zu verlieren. Endlich gelingt es ihm, sich aus den Fesseln seiner Familie zu befreien und mit zweien seiner Brüder gegen die Piraten der Insel Morhaut zu ziehen. Denn dort soll sich der Turm eines längst vergangenen Magiers befinden, in dem das zweite Artefakt ruht.

Der junge Dunkelelf weiß, dass der Weg mit vielen Gefahren gespickt ist. Und die Gegner sind vor allem in den eigenen Reihen zu finden.

 

Seit einigen Jahren sind zwielichtige oder gar böse Helden in Rollenspiel-Romanen im Kommen. Doch es gelingt den Autoren in den seltensten Fällen die negativen Charakterzüge des Protagonisten konsequent oder glaubwürdig darzustellen. Das trifft leider auch auf diesen Roman und die Figur Malus Darkblade zu. So fies und gemein er auch ist, unter den Bösen scheint er immer noch der Harmloseste zu sein – und vor allem das Opfer der Intrigenspiele seiner Geschwistern. Wie auch schon im ersten Band gerät er nach anfänglichen Gemeinheiten gegen Unschuldige selbst in die schlechtere Position und er darf sich damit legitimieren, dass er seine noch mieseren Gegenspieler aus Notwehr ausschaltet.

 

Was bleibt ist ein actionreicher aber recht oberflächlicher Actionroman, in dem ein Kampf dem anderen folgt und auch die Schilderung der Rassen und Monster nicht viel Abwechslung bietet. Schnell ist die Handlung vorhersehbar und wird genauso langweilig wie die archetypischen und zweidimensionalen Charaktere, die nicht einen Hauch von der vorgegebenen Norm abweichen.

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Buch:

Der düstere Elf

Reihe: Darkblades Schlachten bd. 2

Autor: Dan Abnett

Broschiert - 440 Seiten

Piper, erschienen Dezember 2006

ISBN: 978-3-492-29148-4

Übersetzung aus dem Englischen von Christian Jentzsch

Titelbild von Games Workshop

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 29.01.2007, zuletzt aktualisiert: 10.08.2019 17:02