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Der Duft der Apfelblüte, Band 1

Rezension von Christel Scheja

 

Zu den aufstrebenden Talenten, die mit ihren Boys Love Geschichten Deutschland erobern gehört wohl Toko Kawai. Nach einigen Einzeltiteln wie „Just Around the Corner“ erscheint nun auch ihre aktuellste Reihe bei Tokyopop: „Der Duft der Apfelblüte“

 

Haruna, Vertreter einer großen Restaurantkette, hat eine schwere Aufgabe zu bewältigen. Man möchte gerne den Sake der kleinen Brauerei Wakatake in das Programm aufnehmen, aber der greise Besitzer weigert sich, den handgemachten und daher sehr hochwertigen und exklusiven Sake einfach so an eine Firma zu verkaufen. Daher traktiert er den jungen Mann, der Tag für Tag vor seiner Tür auftaucht auch unentwegt mit Schimpfworten und sogar Schlägen.

Haruna ist allerdings zu gutmütig, um aufzugeben. Denn er hat auch noch einen anderen Grund, um immer wieder aufzutauchen, nachdem er Nakagawa und seine Schwester, die Enkel des Brauereibesitzers kennen gelernt hat. Ab da nimmt er alles hin, um immer wieder Zeit mit dem jungen Mann zu verbringen, der ihm mehr als nur kurz ins Auge gefallen ist.

Da der Vertreter mehr für Männer schwärmt, als für Frauen, will er den Computerfachmann, der in der Saison in der Brauerei aushilft, für sich gewinnen, und dafür ist ihm jedes Mittel recht. Vielleicht gibt es sogar einen angenehmen Nebeneffekt, denn nach und nach freutet er sich mit beiden an und schafft es sogar hinter das Geheimnis des grantigen alten Mannes zu kommen. Doch wie weit wird er das alles für den geschäftlichen Erfolg ausnutzen, nun da auch sein persönliches Glück auf dem Spiel steht?

 

„Der Duft der Apfelblüte“ wirkt vom Inhalt her zunächst recht simpel und wie schon x-mal erzählt, aber die Umsetzung kann sich sehen lassen, denn die Künstlerin lässt sich Zeit beim Aufbau der Handlung, da sie erst einmal den Hintergrund und dann die Personen einführt. Nicht nur die Hauptpersonen, sondern auch der grantige Brauereibesitzer und seine Enkelin bekommen einen Charakter mit Ecken und Kanten und entsprechenden Raum um sich zu entfalten, so dass man sie auch recht schnell lieb gewinnt.

Vielleicht kommt die Geschichte dadurch langsamer in Fahrt, sie ist dadurch aber nicht langweilig, da man zudem einiges über das Sakebrauen und den Hintergrund der Figuren erfährt. Auch die Beziehung entwickelt sich langsam und überrascht immer wieder durch Wendungen, die zwar durch den Charakter der Helden begründet, aber nicht vorhersehbar sind.

Zudem geht die Künstlerin sehr feinfühlig mit den Figuren um und sorgt dafür, dass auch die lustigen Momente niemals albern wirken. Mit feinem Strich überzeichnet sie die Figuren nur dann, wenn es der Atmosphäre zugute kommt. So wirkt die Geschichte inhaltlich und formal sehr abgerundet und stellt auch anspruchsvollere Leser zufrieden, die nicht immer nur oberflächliche und melodramatische Geschichten ohne Bezug zur Realität lesen wollen.

 

Alles in allem beweist schon der erste Band von „Der Duft der Apfelblüte“, das man Boys Love Geschichten mit viel Humor auch so feinsinnig und sympathisch spinnen kann, dass sich die Geschehnisse niemals unglaubwürdig anfühlen.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Der Duft der Apfelblüte (Band 1)

Autor und Künstler: Toko Kawai

Shizuku Hanabira Ringo no Kaori, Japan, 2009

Aus dem Japanischen von n.n.

Mangataschenbuch, 202 Seiten

Tokyopop, Hamburg, erschienen November 2011

ISBN-10: 3842003358

ISBN-13: 978-3842003354

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 30.03.2012, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:39