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Der Dunkle Magier von Michael Scott

Reihe: Die Geheimnisse des Nicholas Flamel, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Zu den erfolgreichsten und bekanntesten Autoren Irlands gehört ohne Zweifel Michael Scott. Zudem ist er ein Experte für Mythen und Kulturgeschichte. Beides hilft ihm vermutlich dabei, seine Fantasy-Romane, die sich gleichermaßen an Jugendliche und Erwachsene richten, viel lebendiger und plastischer zu beschreiben, als es Autoren üblicherweise tun.

Sein aktueller und auf insgesamt sechs Bände angelegter Zyklus ist „Die Geheimnisse des Nicholas Flamel“, der mit dem Roman „Der unsterbliche Alchemyst“ begann und nun mit „Der dunkle Magier“ fortgesetzt wird.

 

Josh und Sophie Newman, zwei Teenager aus dem modernen San Francisco sind auf der Flucht, vor Mächten, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen und es doch sind. Vermutlich war es nicht einmal Zufall sondern Schicksal, dass ausgerechnet sie in einen Raubüberfall auf eine Buchhandlung verwickelt wurden, in dem ein skrupelloser Magier und seine Golems eine Rolle spielten.

Durch den Besitzer des Antiquariats wurden sie in eine Welt eingeführt, die unbemerkt neben der Realität existiert. Er ist kein anderer als Nicholas Flamel, der vor mehr als sechshundert Jahren geboren wurde – jetzt aber durch den Verlust des Codex wie seine entführte Frau zu einer schnellen Alterung und Tod verurteilt ist, wenn sie das Buch und seine Gemahlin nicht schnellstens retten.

Die beiden jungen Leute müssen aber auch erfahren, dass sie die „Zwei die Eins“ sind, die in einer uralten Prophezeiung genannten Zwillinge, die das Schicksal der Welt in ihrer Hand halten. Sie besitzen äußerst seltene goldene und silberne Auren, die nur wenigen Menschen zu eigen ist. Diese sind das äußere Zeichen, dass ihn ihnen große magische Kräfte schlummern, die schnellstmöglich erweckt werden müssen, damit sie nicht länger schutzlos sind.

Denn John Dee, ehemaliger Hofmagier Elisabeths I. von England ist auch nicht entgangen, was die Teenager sind. Er will sie in die Hand bekommen und für seine dunklen Zwecke nutzen, uralte Mächte wieder zu erwecken und ihnen den Weg zurück auf die Erde zu ebenen, damit diese sie sich untertan machen können und ihn ebenfalls mit unermesslicher Kraft belohnen.

Doch bisher konnte Flamel ihm die Jugendlichen bisher mit Hilfe von Scathhach der Kriegerin entziehen. Durch die Hexe von Endor und die einstige Göttin Hekate wurden Sophies magische Kräfte erweckt, nur für Josh fand sich keine Zeit mehr. Als ein plötzlicher Angriff erfolgte, mussten die Teenager mit ihren unsterblichen Begleitern durch ein magisches Tor nach Paris fliehen.

Dort hofft Nicholas Flamel seinen alten Freund St. Germain zu finden, der Sophie weiter ausbilden soll. Sorgen macht ihm allerdings Josh, der zu lange mit Dee in Berührung gekommen ist und nicht mehr ganz so an seine guten Absichten glaubt, wie er sollte. Könnte das eines Tages gefährlich werden?

Doch ehe sie darüber nachdenken können werden sie mit einem noch gefährlicheren Gegner konfrontiert, der weitaus schlauer und listiger als Dee ist: Machiavelli – der größte Lügner aller Zeiten...

Derweil versucht auch Perette Flamel ihrem Gefängnis zu entkommen, in der Hoffnung, dass Dee ihre Talente und Fähigkeiten unterstützt hat. Denn auch sie, weiß, dass die Zeit knapp ist und ihr Mann dringend Hilfe braucht.

 

Auch der zweite Band der Saga verbindet eine klassische Geschichte mit irdischen Mythen und der modernen Welt. Michael Scott bleibt seiner Linie treu, trotz des altbekannten Themas doch immer noch für Überraschungen zu sorgen.

Dabei führt er immer tiefer in die Welt der Unsterblichen und Älteren ein, die sich teilweise als Götter oder Engel haben verehren lassen. Andere wieder sind wie Flamel bescheiden geblieben – wie etwa Johanna von Orleans, die gerade jetzt Sophie zu einer Stütze wird, während Josh zu schwanken beginnt und sich zum Feind hingezogen fühlt. Das bringt zusätzliche Spannung in die an Action und Abenteuer nicht arme Handlung. Die Geschichte spielt mit den Klischees, stellt Archetypen auf den Kopf und zeigt, dass auch Unsterbliche wandlungsfähig sind und sich die moderne Technik zu Nutze machen können.

Er sorgt geschickt dafür, dass man das Buch nur ungern aus der Hand legt, denn auch immer wieder Geheimnisse enthüllt werden, so tauchen doch gleichzeitig neue Fragen auf.

Wie auch schon in „Der unsterbliche Alchemyst“ hetzt Michael Scott seine Figuren, die trotz allem Zeit haben, sich zu entfalten, und den Leser in einer Tour de Force durch die Seiten des Buches und gönnt beiden nur selten Ruhe. Ähnlich gelungen wirkt auch die Verbindung von Mythen und Historie. Alles fügt sich logisch ineinander und entwickelt sich zu einem so komplexen Hintergrund, dass man auch als erwachsener Leser seinen Spaß an der Geschichte hat und mehr erfahren möchte.

 

„Der dunkle Magier“ ist spannend, unterhaltsam und kurzweilig. „Die Geheimnisse des Nicholas Flamel“ erweist sich damit auch in der Fortsetzung als eine äußerst viel versprechende Reihe für alle Leser ab 12 Jahren.

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Der dunkle Magier

Reihe: Die Geheimnisse des Nicholas Flamel, Bd. 2

Autor: Michael Scott

Original: The Secrets of the Immortal Nicholas Flamel – The Magician, USA 2008

Gebunden, 408 Seiten

cbj, erschienen im Januar 2009

Übersetzung aus dem Englischen von Ursula Höfker

Titelbild von hildendesign nach einer Vorlage von Michael Wagner

ISBN-10: 3570133788

ISBN-13: 978-3570133781

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 23.02.2009, zuletzt aktualisiert: 20.09.2019 15:49