Richter Di reist im Herbst des Jahres 669 in die vom Regen geplagte Kanalstadt Liu-tschou, um dort für dreißig Tage als kaiserlicher Verweser das Amt des unerwartet verstorbenen Magistrats Pan zu übernehmen. Die Stadt droht im Chaos zu versinken: Sie wird von den Gilden, insbesondere der mächtigen Seidengilde unter Meister Choo, kontrolliert, dessen bewaffnete »Rote Schärpen« die Straßen beherrschen und unrechtmäßig Zölle erheben.
Getreu der klassischen Tradition chinesischer Kriminalromane von Robert van Gulik wird Richter Di mit drei raffiniert verflochtenen Fällen konfrontiert.
Ein Fischer zieht eine kopflose Leiche in kostbarer Seidenrobe aus dem Kaiserkanal – ist es der vermisste Gildemeister Wang? Zur gleichen Zeit stirbt ein stadtbekannter Wucherer unter mysteriösen Umständen in den Armen seiner jungen Konkubine, und ein legendäres Puzzle-Kästchen gibt Rätsel auf. Als wäre das nicht genug, versetzt ein vermeintlicher Dämon den örtlichen Tempel in Angst und Schrecken, indem er stiehlt und auf unerklärliche Weise Gold zurücklässt.
Während Di und seine getreuen Gefährten Ma Joong, Chiao Tai und Tao Gan versuchen, Licht in das Dunkel zu bringen, stoßen sie auf eine Spur, die alle Fälle verbindet: Ein Fächer aus roter Seide, der den Weg in einen Sumpf aus Gier, verbotener Liebe und tödlichen Intrigen weist.
Kriminalfälle im China des 7. Jahrhunderts sind selbst für Gewohnheitsleser historischer Krimis ein sicher außergewöhnlicher Lesestoff.