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Der Fall Montauk von Peter Schwindet

Reihe: Justin Time Bd.2

Rezension von Valentino Dunkenberger

 

Anfang dieses Jahres erschien auf dem Buchmarkt ein Roman mit dem Titel „Zeitsprung“, welcher den Auftakt der neuen Jugendbuchreihe „Justin Time“ darstellte. Sofort zog mich der deutsche Autor Peter Schwindt mit seinem Erstling in seinen Bann und ehe ich es mir versah, stand „Zeitsprung“ schon gelesen in meinem Bücherregal neben den „Harry Potter“- und „Artemis Fowl“-Bestsellern – In meinen Augen stieg Justin Time schon bald zu einem ebenbürtigen Konkurrent dieser beiden beliebten Fantasy-Figuren auf und auch ein wiederholtes Lesen tat der Spannung der Geschichte keinen Abbruch. Ich war so begeistert von diesem Buch, dass ich es nun kaum erwarten konnte, eine Fortsetzung dazu zu lesen. Doch war ich mir bewusst, dass diese wohl noch mindestens ein halbes Jahr auf sich würde warten lassen. Doch nun ist es endlich soweit: Gute zwei Monate vor der offiziellen Veröffentlichung im September 2004 halte ich „Der Fall Montauk“, das zweite Abenteuer von Justin Time, stolz als Rezensionsexemplar in meinen Händen. Das Abenteuer kann also weitergehen...

 

Gerade erst ist Justin Time aus dem London des Jahres 1862 in die Gegenwart – das Jahr 2385 – zurückgekehrt. Nun hofft er, endlich mehr über das geheimnisvolle Verschwinden seiner Eltern zu erfahren. Diese arbeiteten nämlich einige Jahre zuvor am sogenannten AION-Projekt mit, welches sich mit dem Zeitreisen beschäftigte und sind seit einem ersten Testsprung in die Vergangenheit spurlos verschollen. Eine Untersuchungskommission hatte ergeben, dass Avery Time, Justins Vater, höchstpersönlich das Zeitportal manipuliert haben musste, doch Justin kann und will dies nicht glauben. Er ist davon überzeugt, dass seine Eltern Opfer einer Verschwörung waren. Seine Spur führt Justin zu Professor Curicaberis, dem einstigen Leiter des AION-Projektes, doch dieser kann dem dreizehnjährigen Jungen nicht weiterhelfen. Da taucht plötzlich Herbert Hanfstäckl auf dem Plan auf. Ebendieser Mann war erst einige Tage zuvor Anlass für Justins ersten Sprung in die Vergangenheit gewesen und deshalb ist der Junge anfangs nicht sonderlich gut auf ihn zu sprechen. Als Hanfstäckl jedoch behauptet, ebenfalls in Sachen AION zu recherchieren, wird Justin hellhörig. Was hatte dieser seltsame Mann mit dem AION-Projekt zu tun? Hanfstäckl bietet Justin einen Handel ein: Er würde Justin sagen, wo er weitere Hinweise für das Verschwinden seiner Eltern finden würde, und im Gegenzug dazu solle Justin ihm helfen, seinen Schwager wiederzufinden, der im AION-Team mitgearbeitet habe, nun aber spurlos verschwunden sei. Zusammen mit seiner Freundin Fanny und angeführt von Herbert Hanfstäckl schleicht Justin sich also in das – inzwischen vom Amt für Zeitkontrolle geschlossene – Zeitreisebüro seines Onkels Chesters. Der Sprung mit dem Portal führt Justin und Fanny in das Montauk des Jahres 1983. Doch wie soll Justin hier Antworten auf seine Fragen finden? Was hat das hier stationierte Militärlager mit dem Verschwinden seiner Eltern zu tun? Und was spielt Max, der einen Großteil seines Gedächtnisses verloren hat, für eine Rolle im Kampf um die Zeit? Es fällt Justin nicht leicht, einen Zusammenhang zwischen all diesen Geschehnissen und seinen Eltern zu sehen, doch dann trifft er auf eine alte Feindin...

 

Die Handlung des zweiten Justin-Time-Bandes „Der Fall Montauk“ spielt direkt im Anschluss an Justins erstes Abenteuer. So entsteht eine für den Leser sehr schön zu handhabende Fortsetzungsgeschichte. Peter Schwindt bedient sich eines lockeren und leicht zu lesenden Schreibstils, der den Leser kaum merken lässt, wie schnell die Zeit vergeht, während man in Justins Abenteuer versunken ist. So sind auch die 317 Seiten des Buches im Nu gelesen.

 

Allerdings hat man in Band zwei zeitweise doch einige Probleme, die Gründe für Justins Handeln zu verstehen. So hat mich zum Beispiel eine Frage den kompletten Roman hindurch gequält: Warum sollte Justin ausgerechnet im Jahr 1983 Hinweise über seine verschollenen Eltern finden? Dass er am Montauk Point auf Long Island suchen muss, war verständlich, da Hanfstäckels Schwager vor seinem Verschwinden auf diesen Ort hingewiesen hat, doch ich konnte nirgends – auch nach wiederholtem Nachschlagen – einen Hinweis auf die entsprechende Zeit finden.

 

Sehr schön hat mir am „Fall Montauk“ aber vor allem gefallen, dass Schwindt mehrmals eine gleiche Handlungssituation der Geschichte aus unterschiedlichen Sichtweisen beschrieben hat. Diese zu lesen hat mir viel Vergnügen bereitet, da sie dem Leser sehr klar vor Augen gelegt haben, was der jeweils andere während eines Gesprächs oder einer Situation denkt oder empfindet.

 

Das Buch endet mit einem Cliffhanger – Justin scheint gerade der Wahrheit über seine Eltern ein großes Stück näher gekommen zu sein und ist dabei, einen erneuten Zeitsprung zu wagen und so sein Abenteuer fortzusetzen. Es bleibt also zu erwarten, dass Peter Schwindt Justin Times Geschichte im dritten Band – welcher hoffentlich schon bald erscheinen wird – genau an dieser Stelle fortführen und somit wieder direkt an die Handlung der beiden Vorgängerbände anschließen wird.

 

Im Vergleich zu „Zeitsprung“, dem ersten Teil der Justin-Time-Reihe, schwächelt der zweite Band zwar, ist aber trotzdem sehr zu empfehlen – und natürlich ein Muss für jeden Fan des ersten Bandes!

 

 

Eure Meinung:


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Justin Time - Der Fall Montauk

Reihe: Justin Time

Autor: Peter Schwindt

Gebundene Ausgabe - Loewe Verlag

Erscheinungsdatum: Juni 2004

ISBN: 3785551851

 

Erhältlich bei:

Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 01.06.2005, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06