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Der Fluch der Halblinge von Prisca Burrows

Rezension von Christel Scheja

 

Hinter dem sehr offensichtlich aufgebauten Pseudonym Prisca Burrows verbirgt sich eine bekannte deutsche Autorin. Uschi Zietsch schrieb sich in den letzten Jahren durch „Die Chroniken von Waldsee“ in die Herzen ihrer Leser. Nun bietet sie mit „Der Fluch der Halblinge“ ihren Beitrag zum neuen Fantasy-Hype, der vermutlich zum Start des ersten Hobbit-Films einsetzen wird.

 

So lange die Halblinge denken können sind die Sklaven und Diener der Menschen und Elben. Es ist ihnen nicht erlaubt, das Haus ohne Begleitung ihrer Herren zu verlassen. Dafür stehen sie aber auch durch das Oberste Gesetz, verkörpert durch die alterslose und wunderschöne Ardbeana unter einem mächtigen Schutz vor der Willkür ihrer Herren.

Das friedliebende Volk der Bogins hat sich in den letzten tausend Jahren seinem Los gefügt und ihm viele gute Seiten abgewonnen. Es gibt keinen Widerstand gegen die offensichtliche Sklaverei.

Auch der junge Fionn denkt nicht darüber nach, ob es anders sein könnte und freut sich auf den vorgegebenen Lebensweg. Doch dann kommt alles anders. Nicht nur, dass es ihn durch einen Wink des Schicksals alleine auf die Straßen der Stadt verschlägt und er so kurzfristig zu spüren bekommt, wie wenig die Bogins überhaupt wert sind, kurze Zeit später wird im Haus eines angesehenen Gelehrten auch noch ein Mann ermordet und die Halblinge geraten unter schweren Verdacht.

Man wirft alle in den Kerker, bis auf Fionn. Der junge Bogin entkommt nur durch Zufall und weiß erst einmal nicht, was ihm geschieht. Doch das ist nur der Auftakt zu einer abenteuerlichen Reise, bei der er ungeheuerliche Wahrheiten über den tausend Jahre zurückliegenden Krieg und sein Volk entdeckt.

 

„Der Fluch der Halblinge“ ist tatsächlich ein Einzelroman, die Handlung in sich geschlossen und rund. Die Autorin setzt auf sympathische Charaktere, atmosphärische Schilderungen und Abenteuer, in denen Herz und Verstand über die blanke Gewalt regieren.

Zwar nutzt sie ein bekanntes Thema – der junge und unerfahrene Held wird unversehens aus seinem warmen Nest gerissen und muss durch seine Erlebnisse zu einem wichtigen Vertreter seines Volkes reifen – aber sie gewinnt ihm auch viele neue Seiten ab und gewinnt den Leser durch warmherzige und liebevolle Beschreibungen.

Auch wissen die Figuren zu gefallen, da sie nicht auf einem Stand bleiben, sondern sich nach und nach weiterentwickeln und neue Facetten ihres Wesens zeigen, ohne dabei jedoch ihren Charakter vollständig zu verleugnen. Das trifft vor allem auf Fionn zu, der am Ende sogar die besondere Gabe der Halblinge in Worte fasst.

Die Spannung wird durch Andeutungen und gelegentliche, wohl dosierte Action geschürt. Tatsächlich fügt sich am Ende der bunte Flickenteppich sauber zusammen, das Böse wird enttarnt und besieht, ohne dass dabei große Schlachten geführt werden müssen. Das macht den Roman auch für die Leser ideal, die nicht unbedingt auf Kämpfe und Kriegsschilderungen aus sind, sondern mehr auf eine magische Atmosphäre und kleine aber feine Schicksale setzten. Davon bekommen sie jedenfalls reichlich.

 

„Der Fluch der Halblinge“ ist damit ein gelungener Beitrag zum aufkommenden „Hobbit“-Fieber, nicht nur weil er dem kleinen Volk einen besonderen Charakterzug zugesteht, der bei vielen anderen Interpretationen gerne unter den Tisch gekehrt wird, sondern auch konsequent durchhält. Das Buch zeichnet sich deshalb durch eine intensive Atmosphäre und die daraus resultierende Spannung aus, die jeden anspricht, der nicht nur auf vordergründige Action und Schockeffekte setzt.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Der Fluch der Halblinge

Autorin: Prisca Burrows

Bastei Lübbe, erschienen November 2012

broschiert, 415 Seiten

Titelbild von Arndt Drechsler

ISBN-10: 3404206886

ISBN-13: 978-3404206889

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-Edition

ASIN: B008NW1LGY

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 05.12.2012, zuletzt aktualisiert: 13.09.2019 14:33