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Der Fluch von Rowans Rise

Rezension von Christel Scheja

 

Auch wenn Zeichner bei irgendeinem Verlag angestellt sind, haben sie unter Umständen die Chance, eigene Werke zu produzieren, auch wenn sie viel dafür auf sich nehmen müssten. In einem Vorwort plaudert Künstler Mike Perkins über seine Erfahrungen, ehe es dann richtig mit dem Abenteuer „Der Fluch von Rowans Rise“ los geht.

 

Die junge Amerikanerin Katie lässt sich auf einen verrückten Tausch ein. Sie geht für eine Weile nach England, um in einem alten Gemäuer zu leben und dort die Lebensweise der Inseleuropäer kennen zu lernen, während die andere junge Frau so lange in ihre Wohnung in Florida zieht.

Doch schon bald entwickelt sich alles mehr oder weniger zu einem gruseligen Albtraum, denn Katie wird von düsteren Träumen geplagt und hat auch im wachen Zustand Visionen von Geistern.

Das schreckt sie aber nicht ab, sondern bringt sie dazu, mehr über ihre Tauschpartnerin und deren Familie heraus zu finden und sogar mit den Geistern Kontakt aufzunehmen, nachdem der erste schrecken verflogen ist. Eine Freundschaft schließt sie dabei auch noch - mit einem jungen Polizisten, der ihrem Herzen immer näher kommt. Mit ihm entdeckt sie nicht wenige Überraschungen im Haus.

Doch schreckt sie das Böse damit nicht noch mehr auf? Wird Katie die Wahrheit rechtzeitig erkennen oder wie andere vor ihr in die Falle laufen?

 

„Der Fluch von Rowans Rise“ fängt an wie eine typische Geistergeschichte, ist aber weitaus mehr als das. Was relativ klassisch beginnt, mündet am Ende in einen Psychothriller, der es in sich hat.

Doch bis es so weit ist, dürfen die Leser erst einmal eine Handlung genießen, in der die Ahnungen erst einmal bestätigt werden. Aber dann beginnt die Serie genau diese Klischees nach und nach zu demontieren.

Denn auch die Heldin hat ein interessantes Geheimnis, dass es ihr erlaubt hinter die Kulissen zu blicken und nicht nur Schreckens starr von der Macht des Übersinnlichen mitgerissen zu werden. Gleichzeitig vertraut sie ihrem Spürsinn bei den Recherchen und deckt so Schritt für Schritt die Wahrheit auf.

Dazu kommt ein leichter Kulturclash, denn das Leben im ländlichen England scheint doch nach einer anderen Uhr zu laufen als im quirligen Kalifornien. Die Spannung bleibt so gut erhalten und steigert sich gerade auf den letzten zwanzig Seiten.

Positiv zu werten ist auch, dass die Heldin fest auf eigenen Füßen steht und nicht unbedingt Hilfe bräuchte, sie dann aber gerne von dem einfühlsamen Partner annimmt, den sie in England kennenlernt und zu dem sich nach und nach romantische Gefühle entwickeln.

 

Alles in allem ist „Der Fluch von Rowans Rise“ spannend und unterhaltsam, grandios gestaltete Mystery, die am Ende nur noch mit ebenso überraschenden wie bösen Wendungen fesselt und am Ende mit einem traurigen, aber zufriedenen Gefühl entlässt. Was also will man mehr? Wer auf Psycho-Thriller mit übersinnlicher Note steht, der wird definitiv nicht enttäuscht.

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Eure Meinung:

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Comic:

Der Fluch von Rowans Rise

Autor: Mike Carey

Original: Rowans Rise, USA 2016

Panini, 07/2016

Übersetzer: S. C. Kuschnerus

Titelillustration und Zeichnungen: Mike Perkins

Farbe: Andy Troy

Album, 104 Seiten

 

ISBN-10: 395798825X

 

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 10.07.2016, zuletzt aktualisiert: 10.12.2019 18:33